Vertriebsingenieur Sven Päßler (links) und Entwicklungsleiter Tino Müller mit dem neuen Ortungsgerät.
Foto: Andreas Truxa
Gerät meldet Standorte von Diebesgut
Die Firma Ibes Systemhaus mit ihrem Ortungssystem "Sercam Longlife"
Kleine schwarze Kästchen, an denen meistens ein Lämpchen rot blinkt, kennt jeder aus Kriminalfilmen. Meist befestigt sie die Polizei als Peilsender an Geldkoffern oder Autos von Ganoven, um diesen auf der Spur bleiben zu können. Genau so ein Kästchen, nur mit viel größerer Lebensdauer und Reichweite, hat die Chemnitzer Informations-Technologie (IT)-Firma Ibes Systemhaus entwickelt und sich damit um den sächsischen Innovationspreis 2011 beworben. Es nennt sich Ortungsgerät und heißt "Sercam Longlife".
"Das ,Sercam Longlife' ist eine innovative Lösung zur wartungsfreien Langzeitortung", erklärt Martin Tippmann, der bei Ibes Experte ist für den Bereich Ortung und Flottenmanagement. Das Gerät sei komplett vergossen, sodass keine Feuchtigkeit ins elektronische Innenleben eindringen könne, und dadurch witterungsbeständig. Die Stromversorgung, die Antenne und der Bewegungssensor seien in das trotzdem vergleichsweise kompakte Gerät integriert, das dadurch völlig ohne externe Anschlusse auskomme. "Bei zwei Ortungen am Tag erreicht ,Sercam Longlife' einen Einsatzzeitraum von etwa fünf Jahren und ist damit am Markt einzigartig", versichert Tippmann.
Die Softwarekomponenten der Lösung sind ihm zufolge eine Eigenentwicklung von Ibes. Dazu gehört auch das Ortungsportal namens Global Objekt Tracking System (deutsch sinngemäß: System zum weltweiten Verfolgen beweglicher Objekte), abgekürzt GOTS. Die Hardware, also das Gerät selbst, sei von Ibes entwickelt worden und werde bei der Firma Electronic Components Dresden (ECD) produziert.
Die Lösung sei ideal für die Langzeitverfolgung und den Diebstahlschutz von Containern, Wechselbrücken für Lastzüge, Baufahrzeugen und sonstigen mobilen Gütern ohne eigene Stromzufuhr. "Sercam Longlife" sei speziell für Einsatz- szenarien entwickelt worden, bei denen bewegliche Dinge über einen langen Zeitraum überwacht werden sollen, ohne eine externe Stromzufuhr zu besitzen oder davon getrennt werden zu können. Das robuste Gerät könne in Fahrzeuge gelegt, an Containern, Baumaschine oder Booten angeschraubt oder mit Magneten befestigt werden. Dank einer integrierten Hochleistungsbatterie bleibe es bei Wind und Wetter betriebsfähig und sei wartungsfrei. Auch die SIM-Karte zur Datenkommunikation verbirgt sich in einem wasserdicht geschützten Schacht. Die Navigations- also Standort-Daten bezieht das System vom frei verfügbaren GPS-Satellitennetz. "Über das mobile Kommunikationssystem GSM werden die Daten an den Flottenleitstand gesendet, wo sie im Ortungsportal GOTS abgerufen werden können", erklärt Tippmann die Funkübertragungswege.
Die Ortungsintervalle und bei Bedarf ein Bewegungssensor könnten jederzeit über das Internet verändert werden. Auch eine Alarmierung der Besitzer lasse sich installieren, beispielsweise wenn das mit dem "Sercam Longlife" ausgestattete Objekt einen bestimmte Bereich verlässt. Dadurch bleiben Objekte leicht nachverfolgbar und effektiv gegen Diebstahl gesichert.
Im Vergleich zu bisher verfügbaren Ortungsgeräten der selben Preisklasse habe das etwa 500 Gramm schwere "Sercam Longlife" eine wesentlich längere Lebensdauer oder sei zumindest deutlich kleiner und leichter, sagt Tippmann. Deshalb verspricht sich Ibes für seine Entwicklung ein großes internationales Interesse. Erste Bestellungen seien bereits eingegangen, als sich die Lösung noch am Ende der Testphase befunden habe. Auf dem Markt sind die ersten Baureihen des Gerätes seit Ende 2009/Anfang 2010. Aufgrund der Kundenresonanz rechne Ibes für 2011 mit 1000 bis 5000 verkauften Geräten, deren Zahl in den Folgejahren bis auf 10.000 steigen könne. Der Partnerbetrieb ECD in Dresden sei momentan in der Lage, 1000 Einheiten im Monat zu fertigen.
Ibes wurde 1991 gegründet und beschäftigt zurzeit nach eigenen Angaben 46 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt für seine Kunden professionelle IT-Lösungen. Neben mittelständischen und großen deutschen Unternehmen gehörte dazu auch das Königshaus von Saudi-Arabien.
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