Hamburg wird nach der Bürgerschaftswahl vom Sonntag künftig wieder von der SPD regiert. Die Hansestadt ist seit Jahrzehnten eine Hochburg der Sozialdemokraten. Die CDU regierte dort nach dem Zweiten Weltkrieg nur zweimal.Foto: Maurizio Gambarini
HINTERGRUND: Hamburg - seit Jahrzehnten Hochburg der SPD
Sozialdemokraten regieren künftig wieder in Hansestadt
Hamburg wird nach der Bürgerschaftswahl vom Sonntag künftig wieder von der SPD regiert. Die Hansestadt ist seit Jahrzehnten eine Hochburg der Sozialdemokraten. Tatsächlich regierte die CDU nach dem Zweiten Weltkrieg nur zweimal: von 1953 bis 1957 unter Bürgermeister Kurt Sieveking und seit 2001 unter Ole von Beust und Christoph Ahlhaus. Zweimal - 1982 und 1986 - konnte die CDU die SPD bei der Bürgerschaftswahl zwar knapp hinter sich lassen, es reichte aber mangels eines Koalitionspartners nicht zur Mehrheit im Landesparlament. Bei den jeweils wenige Monate später angesetzten Neuwahlen siegte dann wieder klar die SPD.
Bis 1997 holten die Sozialdemokraten bei den Bürgerschaftswahlen in der Hansestadt stets mehr als 40 Prozent der Stimmen. Zwischen 1957 und 1974 votierten sogar jeweils mehr als die Hälfte aller Wähler für die SPD. Das beste Ergebnis erzielte 1966 Spitzenkandidat Herbert Weichmann mit 59 Prozent der Stimmen.
Die absolute Mehrheit der Sitze in der Bürgerschaft hatte die SPD zuletzt 1991 geholt. Danach mussten sich die Genossen aber an andere Zahlen gewöhnen: Nach nur 36,2 Prozent für die Sozialdemokraten trat Bürgermeister Henning Voscherau 1997 zurück. Auch bei der Wahl 2001 wurde die SPD zwar erneut stärkste Kraft in der Bürgerschaft, landete aber wieder nur bei 36,5 Prozent. Bei der Bürgerschaftswahl 2004 fuhren die Sozialdemokraten mit 30,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein. 2008 kamen sie auf eine Stimmenanteil von 34,1 Prozent.