Johanniskraut

 

Fundorte:  Sonnige, trockene Magerwiesen, an Wald- und Wegrändern, Heide.

Inhaltsstoffe:  Hypericine, Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl.

Wirkungen:  Antidepressiv, stimmungsaufhellend, beruhigend, entzündungshemmend, antibakteriell; Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt, wirkt: schmerzlindernd, entspannend, wundheilungsfördernd.

Anwendungen:  innerlich: bei depressiven Verstimmungen, nervöser Unruhe, Angst, Wetterfühligkeit, Schlafstörungen, Wechseljahresbeschwerden, Migräne;
äußerlich als Rotöl: bei Schnitt- oder Schürfwunden, leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Nervenschmerzen, Muskelverspannungen, rheumatischen Beschwerden, Rückenschmerzen.

Zubereitung:  Tee: ein bis zwei Teelöffel Johanniskraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, acht Minuten ziehen lassen, abgießen;
Johanniskrautöl (Rotöl): Blüten und Blütenknospen in ein helles Glas geben, mit hochwertigem, kalt gepresstem Oliven- oder Sonnenblumenöl auffüllen und den Ansatz für vier bis fünf Wochen in die pralle Sonne stellen. Das Öl nimmt nach und nach eine Rotfärbung an. Abseihen und in dunkle Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern.

Sammeln:  Traditionell ab dem 21.Juni (Sommersonnenwende) bzw. 24. Juni (Johannistag); gesammelt werden die oberen Triebe, vorrangig Blüten und Blütenknospen.
Achtung:  Johanniskraut kann vor allem bei hellhäutigen Menschen die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Außerdem kann es bei gleichzeitiger Anwendung mit bestimmten Medikamenten (blutgerinnungshemmende Mittel, Antibiotika) zu Wechselwirkungen kommen.

Volksglaube:  Johanniskrautblätter gegen das Licht gehalten, sehen aus, als wären sie mit tausend Nadelstichen durchlöchert. Dazu gibt es eine schöne Sage: Johanniskraut galt als Abwehrkraut gegen Hexen und Teufel. Im Saarland trug es sich zu, dass der verkleidete Teufel ein schönes Mädchen umwarb und für sich gewinnen wollte. Als der Bann des Teufels fast übermächtig wurde und das Mädchen sich nicht anders mehr zu helfen wusste, setzte es sich mitten in eine Johanniskrautstaude. Damit war die Macht des Teufels über das Mädchen gebrochen, er fluchte fürchterlich und durchlöcherte zur Strafe das Johanniskraut.
 

 

 
erschienen am 07.07.2011
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)
Weitere Artikel
Kräuterporträts 31.03.2011
Löffelkraut 15.05.2013
Pestwurz 03.05.2013
Waldmeister 25.04.2013
Brunnenkresse 12.04.2013
Kornelkirsche 05.04.2013
 
Das könnte Sie auch interessieren
Blutwurz 21.09.2012
Wilde Malve 02.08.2011
Schwarzer Holunder 14.07.2011
Wildes Stiefmütterchen 11.05.2011
 

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern