Vor einer Massage sollten körperliche Beschwerden besprochen werden, um die Behandlung darauf abstimmen zu können.Foto: Yuri Arcurs/fotolia.de
Kleines 1x1 für Wellness-Einsteiger
Vor der Behandlung ausführlich beraten lassen und individuelle Wünsche äußern
Düsseldorf. Ein Wellness-Urlaub verspricht Entspannung und Erholung vom Alltagsstress. Wer aber keine oder nur wenig Erfahrung mit Sauna, Massagen und Co. hat, ist zumindest am Anfang oft nicht besonders entspannt. Zu groß ist die Unsicherheit, was einen erwartet und wie man sich selbst richtig verhalten soll. Das sei ganz normal und es gebe keinen Grund, verschämt darüber hinwegzugehen, sagt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband. Das sei im Gegenteil sogar kontraproduktiv: Denn wer unsicher ist, fühlt sich auch schnell unwohl.
Stattdessen sollte man sich informieren und vor allem Fragen stellen, rät Hertel. Besonders wichtig ist es, sich im Wellness-Bereich beraten zu lassen. Neben der Berücksichtigung persönlicher Wünsche sei nicht jede Anwendung für jeden geeignet, warnt der Experte. In der Regel werden körperliche Beschwerden bei der Anmeldung und später auch vom Behandler selbst abgefragt. Ob Wirbelsäulenleiden, Bluthochdruck oder Allergie - man sollte unbedingt alles angeben.
Sei die Entscheidung für eine bestimmte Anwendung gefallen, lasse man sich am besten deren Ablauf erklären, rät Hertel: "Dabei sollte auch gleich geklärt werden, inwieweit ein leichter Schmerz auftreten kann." Denn bei manchen Behandlungen ist es durchaus möglich, dass es auch mal ein bisschen weh tut. Allerdings kann Schmerz auch ein Alarmsignal sein. Ist er zu stark oder tritt er anders als beschrieben auf, sollte man das dem Behandler sofort sagen, damit er sich darauf einstellen kann. Sonst kann die Behandlung im schlimmsten Fall eher schaden als nützen.
Um sich richtig entspannen zu können, muss man sich wohlfühlen. Damit das gelingen kann, ist das Personal auf die Mithilfe der Gäste angewiesen. Wenn die Behandlung möglichst nur von einer Frau oder einem Mann durchgeführt werden soll, kann man diesen Wunsch bei der Anmeldung äußern. Es sei zwar nicht immer möglich, diesem zu entsprechen, schränkt Hertel ein: "Dann kann der Gast aber zumindest entscheiden, ob er die Anwendung trotzdem buchen möchte."
Zum Behandlungstermin erscheint man mindestens fünf Minuten vorher. Abgesehen davon, dass man sich selbst keinen Gefallen tut, wenn man abgehetzt ankommt, geht jede Verspätung auch von der Behandlungszeit ab. "Die Terminplanung in den Hotels ist in der Regel sehr eng. Deshalb endet die Behandlung pünktlich, auch wenn später begonnen wurde", mahnt der Wellnessexperte. Bezahlen muss man aber die volle Zeit. Das gilt auch, wenn man einen Termin ganz verpasst. Wer abschätzen kann, dass er es nicht rechtzeitig schafft, sollte daher umgehend Bescheid geben. Nach Hertels Erfahrungen wird dann in der Regel versucht, eine Lösung zu finden.
In Wellnesshotels ist es üblich, gleich im Bademantel zur Anwendung zu kommen. Meistens gibt es einen Aufzug, der die Gäste direkt bis in den Wellnessbereich bringt. An anderer Stelle sei der Bademantel allerdings nicht gern gesehen, betont Hertel - zum Beispiel in allen Einrichtungen des Hotels außerhalb des Wellnessbereichs wie Restaurant, Café oder Shop.
Auch wenn die Anwendung dann selbst hervorragend ist, gibt es doch noch einige Punkte, die das Erlebnis schmälern könnten. Denn das Personal kann trotz guter Ausbildung oft nicht erahnen, was dem Gast gefällt oder eben nicht gefällt. "Es besteht zum Beispiel kein Zwang, dass während der Anwendung Musik spielen muss. Wer es lieber ruhig mag, sollte das freundlich sagen", erklärt Hertel. Gleiches gelte auch für ungeliebte Musikstile, Düfte und Öle.
(ddp/esg/esc)