Produziert wird der Kia Venga im slowakischen Werk Zilina. Produziert wird der Kia Venga im slowakischen Werk Zilina.

Foto: Kia

Kleines Raumwunder mit kleinen Tücken

Kia Venga kommtoptisch fast wie eine A-Klasse daher

Chemnitz. Venga ist Spanisch und bedeutet so viel wie "komm" oder "los". Mit der Namensgebung verbindet die südkoreanische Marke Kia offensichtlich einen Neustart - Von eher belächelten Autos hin zu Modellen, die den Platzhirschen Konkurrenz machen können. Flüchtig und von weitem hat der Venga Ähnlichkeit mit der A-Klasse von Mercedes-Benz. Nun sind asiatische Hersteller gleich welcher Branche generell der Nachahmung verdächtig. Doch hier wurde, wenn überhaupt, nur innerdeutsch etwas über die Designabteilung hinausgeschaut. Denn entworfen hat den Venga der einstige Audi-Designchef Peter Schreyer und das Auto als einen praktischen Mini-Van konzipiert. Es basiert auf der Plattform des Kia Soul und ist in der Markenpalette des Herstellers oberhalb des Kia Rio positioniert.

Nicht nur äußerlich, sondern auch im Innern wirkt er frisch und aufgeräumt. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und leicht bedienbar. Zudem gibt es viele Ablagen, für alle Passagiere sehr viel Platz und einen großen Kofferraum (314 bis 1341 Liter). Theoretisch könnte er mit solchen Voraussetzungen eine echte Familienkutsche sein. Doch das Fahrzeug hat auch Tücken. Denn gut beladen wird es zum Schleicher und erreicht nur mit Mühe die Höchstgeschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde. Außerdem ist er generell bei höheren Drehzahlen sehr laut.

Die Basis-Version Attract kommt ab 13.990 Euro dem Familienbudget sehr entgegen. Doch sie ist sehr spartanisch ausgestattet. Die Business-Linie hat zwar eine Rückfahrkamera, kann aber ab 15.295 Euro im Preis-Leistungsverhältnis nicht glänzen. Die Edelversion Spirit kostet bereits ab 17.375 Euro. Das Start-Stopp-System ist optional und kostet etwa 300 Euro zusätzlich.

Mit seiner Design-Offensive punktet der koreanischer Hersteller. Das Kia-Werk in der slowakischen Stadt Zilina, das ausschließlich Fahrzeuge für den europäischen Markt produziert, hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt: 252.000 Kia-Modelle liefen vom Band, das sind zehn Prozent mehr als im Jahr 2010. Die Motorenproduktion wuchs um zwölf Prozent auf insgesamt 359.000 Benziner und Diesel. Kia Motors Slovakia exportiert Fahrzeuge in alle Regionen Europas. Die größten Absatzmärkte sind Russland (23 Prozent), Großbritannien (10 Prozent), Deutschland (9 Prozent), Spanien (8 Prozent) und Frankreich (5 Prozent).

Typenblatt: Kia Venga 1,4l CVVT Spirit: Länge/ Breite/Höhe (in m): 4,07/1,77/1,60; Kofferraum: 314 Liter; Motorisierung: 1,4-Liter-Otto-Motor mit 67 kW/90 PS, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h, Normverbrauch: 6 Liter auf 100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 140 g/km; Preise ab 17.375 Euro.

 
erschienen am 03.02.2012 ( Von RAmona Nagel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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