Die neue variable Modellpalette des Smart Fortwo soll keine Wünsche offen lassen.
Foto: Smart
Kompakt, sparsam und noch smarter
Daimler frischt seinen Straßenfloh "Fortwo" auf - Aufwertung bis zum "kleinsten Konzertsaal der Welt" - Elektro-Smart vor dem Serienstart
Chemnitz. Keine Frage: Der Smart Fortwo passt in diese Zeit. Ultrakompakt in den Ausmaßen, hypergeizig beim Kraftstoffkonsum und megaökonomisch in der Raumausnutzung. Kein Stadtauto kann intelligentere Antworten auf die Anforderungen einer mobilen Gesellschaft geben. So dachten offenbar auch die Verantwortlichen bei Daimler. Zwölf Jahre nach der Kiellegung bleibt der Smart Fortwo, so wie er ist: Knuffig, winzig und praktisch. Die Frischzellenkur beschränkt sich auf den Innenraum, auf sieben neue Farbtöne und noch umweltfreundlichere Motoren.
Der Smart, ein Auslaufmodell? Immer wieder tauchten Gerüchte von der Beerdigung des Konzepts auf. Doch der lange Atem beginnt sich für die Konzernmutter Daimler auszuzahlen. Insgesamt 1,2Millionen Exemplare des Winzlings sind inzwischen ausgeliefert. In 41 Ländern ist er erhältlich und zählt in den europäischen Metropolen längst zum Straßenbild. Begeistern kann sich Chefverkäufer Marc Langenbrink vor allem für den Elektro-Smart. Die erste mit 1000 Exemplaren aufgelegte Serie ist längst abgesetzt und auf 1500 Fahrzeuge aufgestockt. Mithilfe einer Lithium-Ionen-Batterie erreicht der elektrisch betriebene Smart eine Reichweite von 135 Kilometern - mehr als genug für den durchschnittlichen Tagesbedarf von Pendlern.
Rund dreieinhalb Stunden dauert es, bis die Batterie von 20 auf 80Prozent ihrer maximalen Kapazität aufgeladen ist. "Electric Drive" mit dem Smart erfordert keine Umstellung, vom Fehlen einer Geräuschentfaltung abgesehen. Das Wägelchen schnurrt spontan los, denn das maximale Drehmoment steht von Beginn an zur Verfügung.
In zwei Jahren will Daimler von der Versuchsphase, die in Berlin, Rom, Zürich, Paris, Madrid und Rom erfolgt, auf die Großserie umstellen. Eine elektrische Tankfüllung könnte nach heutigen Strompreisen rund drei Euro kosten. Erheblich schneller, dafür aber teurer funktioniert das Auftanken bei den Verbrennungsmotoren. Smart verspricht für die ohnehin sparsamen Aggregate konkurrenzlos günstige Schadstoffwerte von unter 120 g CO2 pro Kilometer. Mit 86 Gramm begnügt sich der cdi-Turbodiesel. Seine lediglich 54PS/40 kW setzen Fahrer mit bescheidenen Erwartungen an das Temperament ihres Straßenflohs voraus, doch der Verbrauch von 3,3Litern entschädigt sie sicherlich. Auch der 61 PS/ 45kW leistende Benziner begnügt sich im Durchschnitt mit 4,2 Litern.
Noch smarter als bisher will der Fortwo mit seinen optischen Veränderungen auftrumpfen: Auf Wunsch gibt es LED-Tagfahrlicht, ebenso moderne Kommunikations-und Unterhaltungssysteme. So lässt sich der Smart mit einem Surround-Soundsystem in den "kleinsten Konzertsaal der Welt (Marc Langenbrink) verwandeln.
Wohlfühl-Atmosphäre verspricht der aufgefrischte Fortwo seinen beiden Passagieren aber nicht nur gegen Aufpreis: So präsentiert sich die Instrumententafel in neuer Linienführung und vollflächig mit Stoff überzogen.
Typenblatt
Smart Fortwo: Länge/Breite/Höhe (in m): 2,70/1,56/1,53; Motorisierung: Dieselmotor, 799 Kubikzentimeter, Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h, Verbrauch 3,3 Liter auf 100 Kilometer, CO2-Ausstoß 86 g/kg; Preis: ab rund 12.000 Euro; vier Benzin-Motoren mit je 999 Kubikzentimeter Hubraum, Höchstgeschwindigkeiten: 145 bis 155 km/h, Verbrauch: 4,2 bis 5,2 Liter auf 100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 97 bis 119 g/km; Preise ab 9990 Euro.