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Lebensmittel mit "negativen Kalorien" gibt es nicht
Auch kaltes Wasser hilft nicht wirklich
Stuttgart (dapd). Es ist Musik in den Ohren Abnehmwilliger: Angeblich regen einige Lebensmittel den Stoffwechsel derart an, dass letztlich mehr Kalorien verbrannt werden, als man durch das Nahrungsmittel zu sich nimmt. "Das wollen uns seit Jahren diverse Bücher und Zeitungsartikel glauben machen. Es klingt aber nicht nur zu schön, um wahr zu sein, es ist auch schlicht nicht wahr", klärt Karin Hofele vom Verband der Oecotrophologen auf. Die Ernährungswissenschaftlerin aus Stuttgart erläutert das Prinzip, das hinter diesen Behauptungen steht: "Jedes Lebensmittel muss verdaut werden und dabei verbraucht der Körper Energie." Das merke man besonders bei sehr reichhaltigen Mahlzeiten, bei denen man auch mal ins Schwitzen kommen könne. "Die Theorie geht nun davon aus, dass bestimmte ohnehin schon kalorienarme Nahrungsmittel durch den Aufwand, den sie dem Körper abverlangen, in der Bilanz sozusagen negative Kalorien verursachen."
Warum das nicht funktionieren könne, erklärt die Ökotrophologin am Beispiel von kaltem Wasser: "Um einen Liter Wasser mit einer Temperatur von 12 Grad Celsius auf Körpertemperatur zu erwärmen, benötigt der Körper etwa 25 Kalorien." Da Wasser keine Kalorien hat, müsste man in der Folge abnehmen. Der Körper sei jedoch immer bemüht, möglichst wenig Kalorien zu verbrennen, darum greife er zu einem Trick: "Er reduziert die Wärmeabgabe, etwa indem er die Durchblutung der äußeren Hautschichten etwas herunterfährt." Eine positive Nachricht hat die Ernährungsexpertin allerdings noch: "Die Lebensmittel mit den angeblichen negativen Kalorien sind in der Regel sehr gesund." Häufig genannte Vertreter wie etwa Sellerie, Gurken, Grapefruits, Orangen oder Erdbeeren enthielten wenige Kalorien, aber viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. "Und insbesondere das Gemüse darf bei einer Diät gerne auch in größeren Mengen auf dem Speiseplan stehen."
dapd