Paar im Feld

Foto: dapd

Liebe - ein Spiel der Hormone

In der Regel durchlebt ein Paar im Laufe des Lebens sechs verschiedene Phasen, haben Experten herausgefunden

Köln. Rein wissenschaftlich betrachtet ist die Liebe ein Zusammenspiel von Hormonen, erklären die Gesundheitsexperten der Central Krankenversicherung. Besonders Oxytocin - das so genannte Vertrauens- und Kuschelhormon - und Vasopressin - das Liebeshormon - sind dafür verantwortlich, ob eine Beziehung entsteht oder nicht. Je mehr Oxytocin ausgeschüttet wird, desto einfacher kann eine emotionale Bindung entstehen. Vasopressin unterstützt diesen Vorgang und wird daher auch als Treuehormon bezeichnet.

 
Die Gesundheitsexperten weisen außerdem darauf hin, dass auch der Geruch über den Beginn einer Liebe entscheidet. Das so genannte Vomeronasalorgan, ein Rezeptorbereich in der Nasenschleimhaut, fängt Pheromone, die Sexuallockstoffe des Menschen, ein. Ihre Note entscheidet, ob sich zwei Menschen "riechen können". Der Evolutionsbiologe Claus Wedekind von der Universität Bern fand heraus, dass Menschen vor allem den Geruch attraktiv empfinden, der sich von ihrem eigenen stark unterscheidet.
 
Die Liebe wandelt tatsächlich auf seltsamen Pfaden - aber die meisten Paare erleben sechs Phasen gemeinsam, das Alter spielt dabei keine Rolle.
 
Die "rosarote Brille": Egal, ob Liebe auf den ersten Blick oder langsames Verlieben. In der ersten Phase sind sämtliche Hormone in Aufruhr und alles wird durch die rosarote Brille gesehen. Kleine Aufmerksamkeiten wie Blumen oder eine Essenseinladung zeugen von Wertschätzung und können das Ganze versüßen.
 
Liebe macht glücklich: Nach ein paar Wochen und Monaten festigt sich das Verliebtheitsgefühl und der Gedanke an ein gemeinsames Leben beginnt. Die Basis für eine Beziehung wird geschaffen. Das Liebespaar sollte jedoch darauf achten, dass beim besseren Kennenlernen auch kritisch hinterfragt wird, zum Beispiel bei Zukunftsfragen. Gleichzeitig sollte kein Druck auf die frische Liebe ausgeübt werden.
 
Der Alltag zieht ein: Erste skeptische Fragen, unterschiedliche Meinungen, eigene Freiräume: Die ersten Monate verliefen noch im Gleichschritt, nun aber findet jeder für sich in sein eigenes Leben zurück. Das Paar muss eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz schaffen, Wünsche und Ziele äußern, Freiräume abstecken sowie Probleme diskutieren.
 
Stress und Streit: Hier kommen Unstimmigkeiten auf das Paar zu, da jeder seine Position in der Beziehung klarstellen möchte. Das "Kräftemessen" zeigt sich darin, dass jeder weniger auf Kompromisse eingeht. Es ist ratsam, keine Vorwürfe zu machen und stattdessen über seine Gefühle zu sprechen. Bei Verlustängsten ist Klammern der völlig falsche Weg. Jeder Partner soll frei entscheiden und sich seine Freiräume schaffen können.
 
Gemeinsam oder einsam? Nach dem Grundsatzstreit entscheidet sich, wie es in der Beziehung weitergeht, oder ob möglicherweise eine Trennung bevorsteht. Möchten beide die Partnerschaft weiterführen, tritt eine Phase der Ruhe ein. Es wird wieder mehr Zeit mit dem Partner verbracht. Nun stehen schöne Unternehmungen auf dem Programm: Das Liebespaar besinnt sich wieder auf die Zeiten von Phase eins und zwei.
 
Große Vertrautheit: Nach Höhen und Tiefen im Paarleben kann jeder dem anderen bedingungslos vertrauen und weiß, was er an ihm hat. Tiefe Gefühle, gegenseitige Toleranz und Respekt sind selbstverständlich. Neue Impulse - angefangen von netten Gesten und Zärtlichkeiten bis hin zu kleinen Aufmerksamkeiten - bringen neuen Schwung in die Beziehung, bekunden die gegenseitige Attraktivität und festigen die Liebe.

 

 
erschienen am 06.02.2012
 
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