Salz macht die Haut weich, frisch und rein.Foto: Olga Lyubkina/fotolia.de
Salz als Quell für Schönheit und Entspannung
Es muss nicht gleich das Tote Meer sein - Anwendungen in Thermalbad, Sauna oder zu Hause - Hoher Mineralstoffgehalt wertvoll für den Körper
Chemnitz. Das Meer ist immer noch das begehrteste Urlaubsziel der Deutschen. Der hohe Mineralstoffgehalt der Meeresluft wirkt heilsam und pflegend zugleich. Das Prickeln des Salzes auf der Haut ist Urlaub pur. Nicht zuletzt deshalb, weil im Körper die gleichen Mineralien und Spurenelemente vorhanden sind wie im Meerwasser. Der Mensch besteht eben zu großen Teilen aus Wasser und Salz.
Besonders hoch ist der Salzgehalt am Toten Meer. 31 Prozent sind es dort, zehnmal so viel wie in den Weltmeeren. Doch an den Jordan muss man nicht unbedingt reisen, wenn man Salzwasser genießen will.
Beliebt: Thermalbäder
Besonders beliebt in hiesigen Breiten ist das Baden in Sole-Thermalbädern. Das Wasser wird aus bis zu 2000 Metern Tiefe gepumpt und ist im Becken bis zu 37 Grad warm. Der Solegehalt ist von Bad zu Bad unterschiedlich, in der Regel zwei bis drei Prozent. Es gibt aber auch Thermalbäder mit 12-prozentiger Sole. Oft ist das Wasser angereichert mit Kohlensäure, was ein angenehmes Prickeln auf der Haut verursacht.
Ein warmes Solebad habe positive Auswirkungen auf den ganzen Körper, erklärt Günter Till vom Deutschen Wellness Verband. "Das Nervensystem und die Muskulatur können entspannen. Blockaden und innere Fixierungen lösen sich." Zuständig dafür seien unter anderen Inhaltsstoffe wie Magnesium, Jod, Schwefel, Kalzium, Natrium, Kalium und Brom. Diese Stoffe entschlacken den Organismus, harmonisieren den Stoffwechsel, heilen und glätten die Haut.
"Wie lange jemand im Sole-Thermalwasser bleiben soll, dafür gibt es keine festen Regeln", schränkt Till ein. "Das kann von drei Minuten bis 30 Minuten sein, das muss jeder für sich entscheiden." Gerade Ältere seien in dieser Hinsicht meist nicht so belastbar. Nach dem Bad allerdings empfiehlt der Fachmann eine etwa 20-minütige Ruhephase. Außerdem solle man möglichst nicht gleich duschen, damit die Salze einwirken können. Die feinen Kristalle brauchen Zeit, um ihre wertvollen Mineralien an den Körper abzugeben.
Kombiniert: Salz und Sauna
Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Verbindung von Salz und Sauna. Gerade in großen Thermen ist dieses Angebot zu finden. Nach dem Vorwärmen beziehungsweise dem ersten Aufguss wird das feuchte Salz auf der Haut verteilt. Dann folgt oft ein zweiter Aufguss. Mancherorts ist es aber auch eine Dampfsauna, in der man sich mit Salz einreiben kann. Nicht wenige meinen, das sei die schönste Art zu saunieren.
Für zwischendurch lässt sich jedoch auch die heimische Badewanne ohne viel Aufwand in eine Mini-Therme verwandeln. Meersalz, am bekanntesten ist das aus dem Toten Meer, oder Steinsalz können wahlweise als Badezusätze verwendet werden. Ins Badewasser gibt man etwa 400 bis 500 Gramm vollwertiges Salz und löst es sorgfältig durch Verrühren auf. Dann lässt man etwas kaltes Wasser hinzu, damit das Bad eine angenehme Temperatur hat, denn zu heiß darf es nicht sein.
Egal in welcher Form sie sich mit Salz beziehungsweise Sole verwöhnen, die Haut fühlt sich weich, frisch und rein an. Bei so vielen Vorzügen, was liegt näher, als dass sich die Kosmetikbranche die Wirkung des Natursalzes zunutze macht. Vielfach ist das als besonders wertvoll geltende Himalaya-Kristallsalz die Basis. Es ist vor Umweltverschmutzung gänzlich verschont geblieben und enthält laut Angaben von Vertreibern bis zu 84 Mineralien und Spurenelemente. Neben Badezusätzen werden u. a. auch Cremes, Shampoos, Deos, Peelings und Reinigungsmilch angeboten. Ganze Pflegeserien sind auf dem Markt. Besonders empfohlen werden sie für trockene, schuppende und irritierte Haut. Doch Salz-Kosmetik muss man sich nicht immer kaufen. Manches lässt sich auch selbst herstellen, Gesichtsmasken und Peelings etwa.
Wer sich lieber von anderen verwöhnen lassen möchte, für den werden vielerorts Salzmassagen angeboten. Das feuchte Natursalz wird mit oder ohne Zusatz von Öl in die Haut einmassiert. Wohltuend ist das für Schultern, Nacken, Arme und Beine. Etwas Besonderes ist die Kombination von Salzmassage und Heißer-Stein-Massage. "Durch die vorgewärmten Basaltsteine öffnen sich die Poren der Haut, und das Salz kann noch besser einwirken", sagt der Hamburger Physiotherapeut Bernhard Laumann. Die Anwendung sei auch für empfindliche Haut geeignet. Laumann schwört auf Salzmassagen und -wickel auch gegen Cellulite, "denn gewöhnlich ist unser Körper übersäuert und basisches Salz kann helfen, ihn von überschüssigen Säuren zu befreien." Damit die Anwendungen Erfolg haben, sei es außerdem wichtig, ausreichend zu trinken.
Neu: Salzgrotten
Ein relativ neuer Trend auf dem Wellnessmarkt sind so genannte Salzgrotten oder Salarien. Die Hamburger Ärztin Isabella Jasinski empfiehlt einen Besuch zum Stressabbau, bei Lungenkrankheiten, Allergien, Neurodermitis und Depressionen. Nur bei Vorerkrankungen wie Rheuma und einer Überfunktion der Schilddrüse gebe es eventuell Probleme. Da solle man vor einem Besuch seinen Arzt konsultieren.
In der Grotte herrscht ein Mikroklima, wie man es sonst nur am Meer oder in den natürlichen Salzheilstollen findet. Betreten kann man diese aus Tonnen von Natursalz gebauten Refugien übrigens auch in normaler Straßenbekleidung. Nur Wollsocken sollte man dabei haben. Eine 45-minütige Sitzung in einer solchen Salzkammer bietet eine ideale Möglichkeit, um zu entspannen und neue Kräfte zu tanken. Alles in allem gilt ein Aufenthalt als eine Art Miniurlaub am Meer.