Typisch für die Budapester Schuhe sind die geflügelten Kappen mit Lochmusterung. Foto: Fotolia/Anja Greiner Adam
Schuhe mit Löchern drin
Tradition der Budapester Schuhe soll ursprünglich aus England kommen
Verglichen mit einem Auto spielen sie mindestens in der Porsche-Liga: die Budapester Schuhe. Dieses Urteil fällt Eiko Trausch, einer der Geschäftsführer der Internetplattform www.budapester.de.
Der Mann aus Augsburg kennt sich mit dieser Sorte Schuh bestens aus. "Es gibt die eleganten Modelle schon seit mindestens 150 Jahren", sagt der Experte. "Es wird allerdings gemunkelt, dass sie in England erfunden wurden." Der Überlieferung nach sollen einst Moorarbeiter die mit Löchern versehenen Schuhe getragen haben. "Es heißt, so konnte nach der Arbeit das Wasser besser ablaufen", meint Trausch. Fest steht, Budapester sind laut Trausch so genannte "full brogue"-Schuhe. Dieses Schuhmodell habe statt einer geraden Vorderkappe eine so genannte Flügelkappe, die bis auf die Seite des Schafts reicht. Sowohl die Kanten der Flügelkappe als auch die sonstigen Schaftteilkanten sind mit einer Lochung versehen.
Eiko Trausch vertritt in Deutschland die zwei größten Budapester-Schuhe-Hersteller in ganz Ungarn. Etwa 6000 Paar Schuhe produzieren die beiden Firmen in jedem Jahr. "Verglichen mit bekannten Marken, die Millionen von Sportschuhen auf den Markt bringen, ist das minimal. Allerdings wird bei uns jeder Schuh von Hand gearbeitet." Es dauert bis zu
35 Stunden, um einen klassischen Budapester zu nähen. Insgesamt gehen jedoch vier bis sechs Wochen ins Land, um ein Paar komplett fertig zu bekommen. Denn zwischen den Arbeitsschritten müssen Leimschichten in den Schuhen trocknen.
Schade nur, dass Budapester Schuhe nicht unbedingt auf einen Opernball passen. "Nach der hohen Modeschule sollten die Herren zum Smoking Lackschuhe tragen", weiß Eiko Trausch. Jedoch betont der Fachmann: "Gleich danach rangieren die Budapester. Sollte die jemand zum Ball tragen, ist das zumindest akzeptabel."