Seiffen will nach Mittelsachsen
Landrat: "Verzicht auf Seiffen nur schwer vorstellbar"
Marienberg. Das Bestreben der Gemeinde Seiffen, in den künftigen Landkreis Mittelsachsen zu wechseln, hat Mitte Juli den Kreistag des Mittleren Erzgebirgskreises beschäftigt. Dem Übertritt der Gemeinde stünden zeitliche und rechtliche Hürden entgegen. "Vor Vollzug der Kreisreform ist der Wechsel ohnehin nicht möglich, auch eine Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft mit Deutschneudorf und Heidersdorf ist nicht ohne Weiteres möglich. Das müssen die Mitgliedsgemeinden untereinander klären", legte Landrat Albrecht Kohlsdorf (CDU) dar. "Ohne den neuen Gremien vorgreifen zu wollen: Eine Entscheidung des neuen Erzgebirgskreises, auf Seiffen zu verzichten, kann ich mir nur schwer vorstellen."
Die Spielzeugmacherschule künftig außerhalb des Landkreises zu betreiben, kann sich der Landrat nicht vorstellen: "Für mich persönlich gibt es da nur eine Entscheidung: Nach den ganzen Mühen, den Beruf des Holzspielzeugmachers zu etablieren, wäre die Einrichtung am nächsten Tag in Zschopau." Auf die Seiffener Museen angesprochen, verwies Albrecht Kohlsdorf auf die überregionale Förderung der Einrichtungen über den Kulturraum Erzgebirge: "In die Museen fließen zudem zusätzliche Mittel, die nicht jedem zur Verfügung stehen. In einem Landkreis, der zwei Theater zu unterhalten hat, könnte es für andere Einrichtungen schwierig werden. Aber es ist Sache der Kreise selbst, wo diese ihre Schwerpunkte setzen."
Der Freiberger Landrat Volker Uhlig hatte der Gemeinde Seiffen Anfang des Jahres das Angebot unterbreitet, ihren Übertritt in den künftigen Kreis Mittelsachsen mit einer Million Euro zu versilbern - ohne zu erklären, woher er das Geld dafür nimmt. Die für die Warmbader Landtagsabgeordnete Gisela Schwarz "unmoralische" Offerte rief unterschiedliche Reaktionen hervor. Der Seiffener Bürgermeister Wolfgang Schreiter betonte zwar die schon immer engen Beziehungen zur Nachbargemeinde Neuhausen, warf jedoch auch die Frage auf, warum Neuhausen bei der Kreisreform 1994 nicht bei Seiffen und damit im Mittleren Erzgebirgskreis geblieben ist.
Von Martina Brandenburg