Inline-Skaten: Fitness für Groß und Klein.Foto: Kzenon/fotolia.de
Tempo-Rausch auf kleinen Rollen
Inline-Skating hat große Fangemeinde - Sanftes Gleiten effektiv und gelenkschonend - Hohes Verletzungsrisiko
Chemnitz. Inline-Skating hat eine große Fangemeinde, denn es ist einerseits gelenkschonend wie Radfahren, andererseits effektiv wie Joggen. Durch die tiefe Kniebeuge werden zudem die Muskeln gekräftigt. Der Energieverbrauch liegt zwischen Radfahren und Joggen, ist aber abhängig von der Intensität. Der größte Nachteil dieses Trendsports ist das hohe Verletzungsrisiko, denn es werden beachtliche Geschwindigkeiten erzielt.
Das Sportgerät
Sven Knauer, Trainer und Materialwart des SC DHfK Leipzig, des größten sächsischen Inline-Vereins, gibt folgende Tipps zum Kauf der Skates:
Es gibt Fitness-Skates für den Gebrauch auf der Straße. Sie haben normale Rollen, einen hohen Schuh, sind sehr bequem und stabilisieren das Fußgelenk.
Stunt-Skates sind zum Springen, für Stunts und für die Halfpipe geeignet. Sie haben sehr kleine Rollen und meist eine Stahlkante zwischen der zweiten und dritten Rolle, der Schuh ist hoch und fest. Auch Hockey-Skates sind etwas für Spezialisten, denn um Inlinehockey zu spielen, sind sehr harte Rollen erforderlich, da die Abnutzung sehr hoch ist. Auch hier ist der Schuh hoch und fest.
Speed-Skates sind gut für Wettkämpfe. Der Schuh ist flach, meist aus Karbon und sehr fest. Der Rollendurchmesser liegt zwischen 84 und 110 Millimeter.
Anfänger sollten mit Fitness-Skates (siehe Abbildung rechts) beginnen. Nach Meinung des erfahrenen Trainers hätten sehr viele Tests gezeigt, dass der Preis über die Qualität entscheidet, von Billigmarken vom Discounter sollte man daher Abstand nehmen. "Gute Erfahrungen gibt es mit Skates von Powerslide, K2, Salomon, Fila und Rollerblade. Als Vorjahresmodell und im Angebot kann man diese schon ab 75€Euro kaufen", so Sven Knauer. Fortgeschrittene können sich einen halbhohen Skate zulegen, der "Profi" stellt sich auf Speed-Skates.
Die Voraussetzungen
Außer Balance, guter Koordination und Grundausdauer muss der potenzielle Skater nicht viel mitbringen. Wenngleich die Fahrtechnik eine andere ist, wirkt sich Rollschuhfahren in der Kindheit positiv aus. Zur Vorbereitung noch besser geeignet ist Schlittschuhlaufen.
Im Gegensatz zum Joggen werden die Beine entlastet, da man anstatt von einem Bein auf das andere zu springen, sanft gleitet. Um den Puls nicht so hoch zu treiben, sollte man sich permanent ohne zu schnaufen mit jemanden unterhalten können. Messbar wird der Trainingseffekt, wenn man mindestens eine Stunde am Stück skatet.
Die Technik
Mit Inline-Skates gleitet man wie auf dem Eis. Die Skates werden dabei weich aufgesetzt. Nur so werden Gelenke geschont. Wichtig ist außerdem die gerade Beinachse, informiert Knauer, der in den beiden unten stehenden Fotos falsche und richtige Beinhaltungen zeigt. Man dürfe weder im Fußgelenk nach innen oder außen knicken, noch im X-Bein fahren. Diese Fehler können zu Knie- und Fußschmerzen führen. Viele Freizeitskater klagen anfänglich über Rückenschmerzen, die häufig von einer zu starken Vorneige des Oberkörpers kommen. Werden die Oberschenkel stärker, kann man tiefer in die Hocke gehen und den Rücken weiter aufrichten.
Die Sicherheit
Das Verletzungsrisiko beim Skaten aufgrund von Stürzen ist höher als beim Laufen. Aber mit guter Schutzausrüstung (Helm ist Pflicht; Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschützer sehr stark empfohlen) und der richtigen Einschätzung des eigenen Könnens lassen sich die schlimmen Stürze vermeiden oder abmildern.
Das Bremsen
Die richtige Brems- und Fahrtechnik kann man in Kursen erlernen, in Vereinen gibt es durch den Deutschen Rollsport und Inline-Verband (DRIV) ausgebildete Übungsleiter, erklärt Sven Knauer. Folgende Bremstechniken werden vermittelt: Heel-Break - hier reibt der angebaute Gummistopper auf dem Asphalt; T-Stopp - ein Schuh wird quer zur Fahrtrichtung hinter den anderen Schuh gesetzt; Power-Slide - hier wird aus der Vorwärtsbewegung in eine kurze Rückwärtsfahrt gedreht.
Weitere Informationen
Kurse und Wettkämpfe sowie Wissenswertes über Rollsport und Inline-Skating gibt es beim Deutschen Roll- und Inline-Verband (DRIV),
www.driv.de
oder beim SC DHFK Leipzig,
www.le-skate.de
.
Die Broschüre "Skate & Roll, Inline-Skaten, aber sicher" fasst rechtliche Grundsätze für das Inline-Skaten zusammen, gibt Tipps zur Fahr- und Bremstechnik sowie zur Ausrüstung. Sie ist kostenlos zu bestellen beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Wilhelmstraße 43/43G, 10117 Berlin, Telefon 030 20205000,
www.gdv.de
.
Regeln für Skater
• Aufgrund vieler schwerer Unfälle wurden in Deutschland 1997 Regeln für Skater aufgestellt.
• Beim Kauf auf Sicherheit, Komfort und Qualität achten.
• Komplette Schutzausrüstung tragen.
• Vor dem Skaten Muskulatur mit Übungen aufwärmen.
• Erst Stoppen lernen und nur so schnell fahren, dass jederzeit gebremst und die Geschwindigkeit kontrolliert werden kann.
• Verunreinigungen, Unebenheiten und Risse im Asphalt umfahren.
• Augen immer "offen" halten, Blick stets in Fahrtrichtung.
• Stets mit voller Konzentration fahren, keine Musik über Kopfhörer.
• Verkehrsreiche Gegenden, Straßen und Radwege meiden.
• In der Dunkelheit LED-Blinkleuchten tragen und Kleidung mit Reflexstreifen ausrüsten.
• Auf Fußwegen rechts skaten, Fußgänger nur links überholen.
• Verkehrsregeln beachten, Fußgänger haben grundsätzlich Vorrang.
(GDV)