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Übergewichtige sollten vor Schwangerschaft nach Möglichkeit abnehmen

Falsche Essgewohnheiten und Nahrungsmittel prägen eine Adipositas des Ungeborenen

Wismar (ddp). Wer sich ein Kind wünscht und ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen hat, sollte versuchen, schon vor der Schwangerschaft abzuspecken. Dafür sprechen gleich zwei Gründe: "Starkes Übergewicht kann sowohl zu Empfängnisschwierigkeiten führen als auch Probleme in der Schwangerschaft bereiten", erklärt der Wismarer Gynäkologe Ulrich Freitag, Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Frauenärzte. So sei es bei Übergewicht der Mutter schwieriger, das Gewicht und damit die Entwicklung des Fötus zu überwachen. In besonders ausgeprägten Fällen können die Fettschichten sogar die Ultraschalluntersuchungen erschweren, weil die Eindringtiefe der Schallwellen begrenzt ist.

"Außerdem prägen falsche Essgewohnheiten und Nahrungsmittel bereits eine Adipositas beim Ungeborenen", berichtet Freitag. Deswegen rate er bei einer "vorsätzlichen Elternschaft", wie es der Experte augenzwinkernd formuliert, auf jeden Fall zu einer Körpergewichtsreduktion vor der Empfängnis. Eine strikte Hungerkur während der Schwangerschaft kann er hingegen nicht empfehlen: "Es kann nicht das Ziel sein, in der Schwangerschaft massiv abzunehmen. Denn wenn die Fettpolster abschmelzen, werden manchmal darin gespeicherte Schadstoffe frei, die dem Kind ebenfalls Probleme bereiten können", erläutert er. Wenn trotzdem der Wunsch nach einer Gewichtsreduktion da ist, sollte man mögliche Strategien auf jeden Fall mit dem Frauenarzt absprechen und auch nur unter ärztlicher Aufsicht abnehmen.

"Natürlich heißt das auf keinen Fall, dass man als übergewichtige Frau denken sollte: ´Nur weil ich dick bin, darf ich nicht schwanger werden´", betont Freitag nachdrücklich. Man sollte sich nur klar darüber sein, dass man die Entwicklung des Kindes besonders sorgfältig überwachen müsse.

(ddp)

 
erschienen am 18.09.2009
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