Unabhängigkeit steht hoch im Kurs

Vermögensverwalter sind ihrem Kunden verpflichtet - "Freie Presse" bietet Vermögens-Check an

Chemnitz. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele Sparer und Anleger verunsichert. Leser der "Freien Presse" können in den nächsten Wochen ihre Geldanlagen von Finanzprofis bei einem Vermögens-Check testen lassen.

Die Weltwirtschaft steckt seit mehr als einem Jahr in der größten Krise seit langem. Die Börsen fahren Achterbahn. Viele Bürger fragen sich, wie sie da finanziell vorsorgen können, zumal ihr Vertrauen in die Banken, welche die Krise maßgeblich verursacht haben, stark erschüttert ist. Unabhängigkeit und Qualität in der Finanzberatung - Prinzipien, nach denen bankenunabhängige Vermögensverwalter seit jeher arbeiten - sind gefragter denn je. Die "Freie Presse" bietet deshalb einen kostenlosen Vermögens-Check an.

Wie soll ich das Geld aus meiner freiwerdenden Lebensversicherung jetzt anlegen? Was kann ich tun, wenn die Zinsen am Boden liegen? Lohnt es sich, in Gold zu investieren? Oder soll ich weiter meine Fonds besparen? Wer derzeit Geld anlegen oder ansparen will, hat es angesichts der Krise wirklich nicht leicht. Hinzu kommt: Das Vertrauen in die Banken ist erschüttert. Viele Anleger sind es leid, dass die Bank ihnen ausschließlich hauseigene Produkte verkauft oder der Berater sich nur meldet, wenn er etwas Neues anpreisen will.

Diese Entwicklung spielt vor allem bankenunabhängigen Finanzprofis in die Hände. Knapp 50 Prozent der im Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV) organisierten Experten verzeichneten während der Finanzkrise mehr Anfragen von Neukunden, so der Verband. Michael Dutz, Vorstand der Adlatus AG, die auch in Chemnitz und Zwickau präsent ist, kennt den Grund: "Unabhängige Vermögensverwalter arbeiten ausschließlich für ihre Kunden und niemals für einen bestimmten Produktanbieter".

Nach Dutz‘ Worten unterscheidet sich die Arbeitsweise eines Vermögensverwalters grundlegend von der eines Bankberaters: "Wir analysieren zunächst die komplette Situation des Kunden. Dazu gehört die ganzheitliche Betrachtung von Schulden, Steuern, Versicherungen und bisherigen Anlagen. Danach klären wir gemeinsam die finanziellen Ziele und legen die nächsten Schritte fest."

Während es in Deutschland Zehntausende von Anlage- und Vermögensberatern gibt, beschränkt sich die Zahl der unabhängigen Vermögensverwalter auf wenige hundert. "Das dürfte auch an den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) liegen", sagt Jürgen Schneider, Vorstand der SRQ Finanz-Partner AG, die in Limbach-Oberfrohna sowie in Marienberg präsent ist. Denn: Wer Vermögensverwalter werden will, wird streng geprüft. Die Kunden bekommen bei Vermögensverwaltern für ihr Geld also nicht nur eine neutrale Beratung, sondern Kompetenz von engagierten Profis.

Doch für wen eignet sich eine Vermögensverwaltung - und was kostet sie? "In unserem Haus ist das ab einer Anlagesumme von etwa 25.000 Euro möglich", sagt Dutz. Im Schnitt verlangten bankenunabhängige Vermögensverwalter eine Verwaltungsgebühr zwischen einem und 1,5 Prozent der Anlagesumme im Jahr. Dafür gibt's außer der Vermögensverwaltung Leistungen wie regelmäßige Berichte, Depotauswertungen und telefonische Betreuung.


Stichwort: Vermögensverwalter - hohe Anforderungen sichern Qualität

Der Schnitt kam 1998: Konnte sich vorher quasi jeder Vermögensverwalter nennen, regulierte der Gesetzgeber nun den Markt und führte den Begriff "Finanzportfolioverwalter" ein. Wer seither als bankenunabhängiger Vermögensverwalter arbeiten will, muss etliche Anforderungen erfüllen, um die Genehmigung zu bekommen. So muss der Interessent belegen, dass er über eigenes Kapital verfügt, persönlich zuverlässig ist und die fachliche Eignung besitzt. Zudem erwartet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine mindestens dreijährige Erfahrung als leitender Angestellter in der Anlageberatung oder Vermögensverwaltung.

Ist ein Vermögensverwalter zugelassen, unterliegt er einer regelmäßigen Anzeige- und Meldepflicht. In Deutschland arbeiten rund 500 dieser Finanzprofis. Viele von ihnen sind im Verband unabhängiger Vermögensverwalter organisiert, dessen Mitglieder sich per Ehrenkodex zur Einhaltung verschärfter Grundsätze verpflichten. Dazu gehört, bei der Beratung nur die Interessen der Mandanten zu wahren und bei den Kosten absolut transparent zu sein. ( www.vuv.de)

Von Jürgen Lutz


 
erschienen am 29.10.2009
 
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