Modi-Tech-Mitarbeiter Nico Steiner mit einer Überwachungskamera des Systems Videoskop.
Foto: Andreas Seidel
Video-Überwachung über das Internet
Modi-Tech hat das netzwerkbasierte Überwachungssystem Videoskop geschaffen
Chemnitz. Mit einem netzwerkbasierten mobilen Video-Überwachungssystem bewirbt sich die Chemnitzer Firma Modi-Tech Video- und Sicherheitstechnik um den diesjährigen Sächsischen Innovationspreis. Die Vorteile der Lösung mit dem Namen Videoskop bestehen dem Unternehmen zufolge darin, dass kein teures Verlegen von Kabeln und keine zusätzlichen Aufzeichnungsgeräte und Monitore erforderlich sind. Benötigt würden lediglich eine spezielle Kamera und ein Internet-Anschluss.
Die Überwachungskamera ist mit einem dazugehörigen Sicherheitsserver verbunden, von dem aus die aufgenommenen Bilder über das Internet - gesichert und nur mit Kennwort zugänglich - zum Empfänger übertragen werden. Dieser kann das Geschehen im überwachten Bereich an jedem Personalcomputer mit Internetanschluss und ebenso unterwegs auf jedem Notebook oder Smartphone verfolgen. Möglich ist das durch die Zusammenarbeit mit einer Mobilfunknetz-Betreiberfirma und die Zuordnung einer festen so genannten IP-Adresse zu jeder Kamera. Zusätzlich kann sich der Nutzer per E-Mail oder SMS alarmieren lassen, wenn sich vor dem Objektiv der Kamera etwas ereignet.
Durch die Auslagerung der Videodateien erhöht sich zugleich die Sicherheit des Systems, denn mögliche Eindringlinge haben keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten, heißt es von der Anbieterfirma. Die Aufnahmen können also nicht durch Unbefugte gestohlen oder vernichtet werden, wie das bei einem Video-Recorder in der Nähe des Kamera-Standortes möglich wäre. Als weiterer Vorteil von Video- skop wird die Möglichkeit genannt, die Kamera unkompliziert von einem Standort zum anderen umzusetzen.
Anlass für die Entwicklung war nach Angaben von Modi-Tech der Auftrag einer Gastronomie-Kette, ihre 35 Filialen in Deutschland mit einer kostengünstigen Video-Überwachung auszustatten. Die Zielstellung lag also in möglichst geringen Installations- und Hardware-Kosten. Inzwischen werde das Videoskop auch in Wasserkraftwerken, Indus- trieanlagen, Einkaufsmärkten, Serverräumen und Einzelhandelsgeschäften eingesetzt, wobei die Überwachung technischer Anlagen Vorrang habe. Außer zum Beobachten von Räumen oder Bereichen, wie zum Beispiel auch Bahnsteigen, Parkhäusern oder Veranstaltungs- orten, kann das System unter anderem als Einbruchs- oder Brandmelder eingesetzt werden. Möglich ist darüber hinaus die Übertragung von Live-Bildern aus einer Firma oder von einer Baustelle für Präsentationen oder auf die Firmen- Webseite im Internet. Das Basis-Videoskop-System besteht aus einem virtuellen Videoserver und einer Netzwerkkamera. An einen Server können bis zu vier Kameras angeschlossen werden.
Die Firma Modi-Tech wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt zurzeit nach eigenen Angaben fünf Mitarbeiter. Als Dienstleister auf dem Gebiet der Video- und Sicherheitstechnik installiert das Unternehmen digitale Schließanlagen, Video-Überwachungsanlagen, Einbruchs- und Brandmeldeanlagen sowie Telefonanlagen in Bauten unterschiedlicher Größe. Kunden von Modi-Tech sind Handel, Gastronomie, Banken, Gewerbetreibende und öffentliche Einrichtungen, aber auch für Privathaushalte werden individuelle Lösungen umgesetzt.