Was Mann und Frau verbindet

Was sind die ganz großen Wünsche bei der Partnerwahl und was davon ist wirklich realisierbar?

Er hat Menschen aus 166 unterschiedlichen Kulturkreisen weltweit befragt, ob sie sich die ganz große Liebe mit extra viel Romantik erträumen. Das Ergebnis mag vielleicht nicht weiter verwundern: In 151 dieser Kulturkreise möchte man gerne seinem Herzen folgen und sich mit allem Drum und Dran hoffnungslos in seinen Partner verlieben, sei es nun bei den Briten, Inuit oder Huronen. Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Nach welchen Kriterien wählen wir unseren Partner aus?
 
 
Diese Tendenz, sich seinen Partner nach möglichst großen Übereinstimmungen mit dem eignen Bildungsabschluss, Wertvorstellungen, Erfahrungen und Zielen auszusuchen, wird in der Wissenschaft auch als Homogamie bezeichnet. Der Volksmund sagt: "Gleich und gleich gesellt sich gern." Aber auch die entgegengesetzte Richtung, die Heterogamie, findet in der Realität Niederschlag, frei nach dem Motto: "Gegensätze ziehen sich an". Der US-amerikanische Psychologe Steven Reiss konnte empirisch belegen, dass Paare sich in Sachen Hobbys und Interessen eher heterogam zusammenfinden, während sie in Bezug auf grundlegende Wertvorstellungen und sozialer Normen sich vor allem homogam arrangieren.
 
Wichtig erscheint vielen aber vor allem die optische Attraktivität - ein Einflussfaktor auf die Partnerwahl, der zumindest im westlichen Kulturkreis sogar noch weiter zuzunehmen scheint. Zahlreiche wissenschaftliche Studien stimmen darin überein, dass viele Männer dabei vor allem auf ein jugendliches Äußeres der Partnerin schauen, möglichst symmetrische Gesichtszüge und auch die klassischen Maße 90-60-90 bevorzugen. Frauen hingegen präferieren oft größere Männer mit eher breiteren Schultern.
 
Warum das so ist, erklärt der Psychologe David Buss von der Universität Michigan mit einem evolutionären Ansatz. Ihm zufolge ist es ganz einfach noch die Welt unserer Vorfahren, die auch heute noch in den Genen steckt. Attraktivität verspricht demnach genetische Fitness, ein breites Becken spricht für Gebärfreudigkeit und breite Schultern mit vielen Muskeln bieten Schutz vor Höhlenbär, Mammut und Co. Busse sagt: "Bei einem schlechten Partner zu bleiben, nutzt niemandem, der seine Gene erfolgreich weitergeben will. Wir sind die Nachfahren von Menschen, die wussten, wann es an der Zeit ist, aus einem Verlustgeschäft auszusteigen".
 
Andererseits spielen soziale Faktoren heute eine wichtigere Rolle, meinen die Forscher, die die Sozialisation und die Rolle der Gesellschaft stärker betont wissen wollen. Vor allem in Gesellschaften, die Frauen kaum Aufstiegschancen und Unabhängigkeit bieten, weder in gesellschaftlicher noch in beruflicher Hinsicht, achtet die Frau verstärkt auf den sozialen Status sowie das Einkommen des Partners, teilweise auch auf das Alter. Verfügen ältere Männer doch oft auch über ein höheres Einkommen. Aber nicht nur das. Größere Erfahrungen und Zuverlässigkeit, die sich viele Frauen wünschen, werden zumeist mit älteren Männern assoziiert. Umgekehrt stehen jüngere Frauen bei älteren Männern ebenfalls hoch im Kurs.

 

 
erschienen am 06.02.2012 (Von Christian Satorius)
 
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