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Wellness nach den Mondphasen
Viele Menschen schwören auf die Kraft der Gestirne
München (ddp). Luna, Isis und Selene haben eines gemeinsam: Sie sind Göttinnen des Mondes. Der Erdtrabant fasziniert die Menschen seit Tausenden von Jahren und war vielerorts ein Objekt der Anbetung und Verehrung. In manchen Kulturen spielt er heute noch eine bedeutende Rolle im Alltag der Menschen, während er in unseren Breiten meist nur noch mit Ebbe und Flut in Verbindung gebracht wird. Doch seit einigen Jahren leben alte Bräuche und Rituale im Zusammenhang mit dem Mond wieder auf - und halten Einzug in den Wellnessbereich. Friseurtermine, Kosmetikbehandlungen, ja ganze Wellnessreisen werden im Einklang mit den Mondphasen konzipiert, Anbieter versprechen glänzendere Haare, reinere Haut und ein gesteigertes Wohlbefinden. Alles Humbug oder steckt mehr dahinter?
"Das Wissen um den Einfluss des Mondes auf die Natur sowie auf Körper und Psyche des Menschen ist uralt", erzählt Mondexpertin Helga Föger aus dem österreichischen Waldviertel. "Schon in den altindischen Veden ist vom Mond-Einfluss die Rede, aber auch in der antiken Medizin und im Mittelalter war das Wissen weit verbreitet und fand entsprechende Anwendung, etwa bei Hippokrates, Paracelsus und Hildegard von Bingen." Mit der Industrialisierung sei das Wissen in breiten Kreisen der Bevölkerung verloren gegangen, im ländlichen Raum jedoch erhalten geblieben. Föger selbst hörte erstmals auf dem Hof ihres Schwiegervaters von den Mondregeln und begann, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Mittlerweile hat der Mond sie so gepackt, dass sie regelmäßig Mondkalender und Bücher zum Thema schreibt, beispielsweise "Das Mond Praxisbuch", "Mond-Wellness" oder "Mein Mond-Kochbuch" (alle erschienen im Heyne Verlag).
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Ansicht umfassen die Mondregeln mehr als abnehmenden und zunehmenden Mond sowie Vollmond: "Die Mondphasen geben den Rhythmus vor. Die Wirkungsrichtung - also die Orientierung auf bestimmte Körperbereiche und Organe - wird von den zwölf Tierkreiszeichen bestimmt, die der Mond bei seinem monatlichen Erdumlauf durchwandert", erläutert Föger. Im Widder etwa sei seine Wirkung besonders auf den Kopf gerichtet, im Skorpion auf Harnwege und Geschlechtsorgane und in den Fischen auf die Füße.
"Generell gilt: Soll eine Behandlung, etwa eine Maske, aufbauend und stärkend wirken, sollte man sie vorzugsweise bei zunehmendem Mond durchführen. Reinigende, entgiftende und entspannende Behandlungen wie ein Peeling oder Saunabesuche erfolgen am besten bei abnehmendem Mond." Für die Hautpflege sind nach Helga Fögers Erfahrung Steinbocktage besonders geeignet, und Widder, Löwe oder Schütze laden zu Saunabesuchen ein. "Haareschneiden ist an Vollmondtagen empfehlenswert und wenn der Mond durch das Tierkreiszeichen Löwe geht." Auch auf die Ernährung soll der Himmelskörper Einfluss nehmen: "Bei zunehmendem Mond werden Nährstoffe besser aufgenommen und verwertet. Wer schlank bleiben oder werden will, sollte sich zurückhalten, während der Mond sich rundet, und kann auch einmal kräftiger zulangen, wenn der Mond abnimmt", erläutert Föger.
Ob der Mond tatsächlich hilft, könne jeder selbst ausprobieren. Nicht umsonst, so Föger, vertrauten unzählige Menschen seit Urzeiten auf seine Kraft - auch wenn sie mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden nicht nachweisbar ist. "Ich glaube jedoch fest daran, dass es eines Tages gelingen wird", sagt Helga Föger. Sie schließt aber auch den Einfluss einer positiven Erwartungshaltung nicht ganz aus: "Ich würde es nicht direkt als 'Placeboeffekt' bezeichnen - aber natürlich wird mir vieles besser gelingen, wenn ich davon überzeugt bin, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun. Und die Motivation ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Handeln. Denn handeln muss man selbst - der Mond heilt nicht, aber er hilft", ist sie überzeugt.
(ddp)