Steffen Arnas erklärt in der Paramount Fitness Factory Chemnitz den Hobbysportlern Nadia Suliman und Marcella Suliman (von links) die Handhabung der Fitnessgeräte und Laufbänder.
Foto: Ronny Rozum
Wie man das richtige Fitness-Studio findet
Diese Tipps helfen bei der Suche - Augenmerk auf Hygiene, Sauberkeit und vor allem Sicherheit legen - Siegel der Prüforganisation hilft
Chemnitz. Für Neueinsteiger ist es oftmals schwer, das richtige Fitness-Studio zu finden. Es sollte so geöffnet haben, dass man gleich nach Arbeitsschluss das Business-Kostüm mit dem Sportdress tauschen kann; es sollte so liegen, dass man nicht erst kilometerlange Umwege chauffieren muss; es sollte je nach persönlichem Geschmack groß, hell und gut besucht sein - oder lieber klein, gemütlich und möglichst leer. Und dann noch?
"Freie Presse" sprach mit Sven Öhrke vom Tüv Rheinland, welche Faktoren die Wahl des Studios noch beeinflussen sollten:
• Bei Betreten der Anlage sollte es einen Empfangstresen geben, wo man willkommen geheißen wird. Eine Service-Kraft erledigt dort die Anmeldung, leitet alles Weitere in die Wege.
• Der erste Eindruck muss stimmen. Man muss sich in dem Studio wohl fühlen, alles muss optisch einen sauberen Eindruck erwecken. Sven Öhrke rät auch, nach dem Reiningsplan zu schauen, der eine regelmäßige Aufrechterhaltung von Ordnung und Sauberkeit dokumentiert. Auch auf die Sportgeräte sollte man einen Blick werfen: Sind sie in Ordnung oder weisen sie Beschädigungen oder Verschmutzungen auf? Gibt es entsprechende Möglichkeiten wie Sprays oder Tücher, um die Geräte nach der Nutzung desinfiziert in hygienisch einwandfreiem Zustand verlassen zu können?
• Gibt es ein erstes Beratungsgespräch, einen Fitness-Test? Werden Faktoren abgefragt, die ein Training unbedenklich erscheinen lassen wie Krankheiten, die eine besondere Aufmerksamkeit durch Sportler wie Trainer erfordern? Zu Beginn sollte ein ausgebildeter Trainer mit dem Hobbysportler einen individuellen Trainingsplan erstellen. So wird das Fitness-Level berücksichtigt, damit sich der Sportwillige nicht überanstrengt und seine Gesundheit beeinträchtigt wird.
• Erkennt man auf Anhieb, wer unter den Menschen im Raum ein Trainer ist? Gibt es bei einem Studio mit mehreren Etagen in jeder einen solchen? Ist dieser entsprechend qualifiziert? Es muss nicht jeder ein ausgebildeter Sportmediziner sein, aber es gibt heute eine Vielzahl von Bildungsangeboten, um sich für den Job im Fitness-Studio entsprechend zu wappnen. Der Tüv-Experte rät, sich im Zweifelsfall die Nachweise zeigen zu lassen.
• Werden an den Geräten über Benutzerhinweise die Übungen noch einmal erklärt? Sind die Gewichtsplatten durch Splinte und Stifte gesichert, diese zusätzlich mit dem Gerät verbunden? Gibt es an den Gewichten eine Abdeckung? Fehlt diese, kann sich der Trainierende leicht verletzten.
• Wichtig ist, dass die Lautstärke im Raum nicht als unangenehm empfunden wird, egal, ob Musik läuft oder nur die normalen Geräusche aus dem Betrieb im Studio zu hören sind. Auch müssen die Umkleideräume vom Sportkomplex abgetrennt, die Umkleidekabinen und Spinde abschließbar sein.
• Stichwort Notfallmaßnahmen. Sind Fluchtwege gekennzeichnet?
• Gibt es einen Angestellten des Studios, der gegebenenfalls rasch dem Sportler helfen beziehungsweise Hilfe organisieren kann?
• Werden im Studio verschiedene Kursprogramme angeboten? Sind diese auch vom Fitness-Niveau abhängig, sodass nicht Anfänger, Fortgeschrittene und "Profis" im gleichen Kurs nebeneinander schwitzen müssen? Das demotiviert!
• Der Abstand zwischen den einzelnen Geräten sollte mindestens einen Meter betragen. Bei Laufbändern sind sogar wegen der Verletzungsgefahr zwei Meter notwendig.
• Gibt es im Studio Zusatzangebote? In einigen Einrichtungen ist sogar die Betreuung der Kinder möglich, solange Mutter und Vater schwitzen. Man sollte sich dennoch erkundigen, ob die Betreuungskraft diesen Beruf auch gelernt hat.
• Ist man sich noch nicht sicher, dass das Studio die erste Wahl ist, empfiehlt sich ein Probetraining. Dieses sollte kostenfrei sein. Auch sollte man eruieren, dass nicht die angestrebte eigene Trainingszeit genau in die Stoßzeit im Studio fällt: Also, zur Wunschzeit das Studio aufsuchen und nachschauen!
• Wenn es im Fitness-Komplex eine Sauna gibt, sollte zu dieser ein separater Ruhebereich eingerichtet sein. Auch hier sollte der potenzielle Nutzer auf hygienische Sauberkeit achten. Bei einem Solarium ist ein Besonnungsplan wichtig, der für die vier Hauttypen unterschiedliche Bestrahlungsdauer anrät. Das Personal sollte beratend zur Seite stehen, und auch hier spielt die Sauberkeit eine wichtige Rolle.
• Wenn man geneigt ist, in diesem Studio seinen Körper auf Vordermann zu bringen, geht's an den Vertragsabschluss. Experte Öhrke rät zu einem Vertrag mit maximal zwölf Monaten Laufzeit. Nach Ende der Grundlaufzeit darf sich der Vertrag nicht automatisch verlängern. Dennoch: ein Jahr Verlängerung als Maximalzeit ist anstrebenswert.
• Man sollte bei Vertragsabschluss zwar generell das Kleingedruckte sorgfältig lesen, aber einen besonderen Augenmerk dem Stichwort "Kündigung" zukommen lassen. Bei einem Umzug kann man sofort kündigen, wenn das Studio nur noch mit großem Aufwand zu erreichen ist. Kündigen kann auch, wer ernst erkrankt ist. Das Studio darf jedoch ein ärztliches Attest verlangen. Bei einer Schwangerschaft ruht oftmals der Vertrag beitragsfrei.
• In der Bundesrepublik tragen rund 400 Fitness-Studios das Tüv-Gütesiegel. Hier wurden alle Forderungen der Prüforganisation beherzigt, hier kann man sich bedenkenlos anmelden.
Übersicht: Fitness-Studios in der Region: