Rennwagenbesitzer Thomas Hofmann aus Drebach. Jens Kraus

Wieso beim DKW-Rennwagen Monoposto immer auch "Schiebung" mit im Spiele war

Mit dem F1 versuchte sich der Zschopauer Motorrad- und Automobilbauer auch im Rennsport - Der Drebacher Thomas Hofmann erweckte aus Schrott das legendäre Auto wieder zu neuem Leben

Chemnitz. Im Motorradbau avancierte DKW zur Weltmarke: Die Siege der Zschopauer Zweitakter im Motorradrennsport sind legendär. Auch im Automobilbau setzte das Unternehmen mit seiner vorderradgetriebenen F-Baureihe - F steht für "Frontwagen", also Frontantrieb - Maßstäbe. Dass Jörgen Skafte Rasmussen, der vielseitig interessierte Firmengründer und -inhaber, aber auch im Autorennsport mehr als einen Fuß in der Tür hatte, geriet fast etwas in Vergessenheit. Kein Wunder, vermutlich wurden nur sieben DKW-Rennwagen gebaut.

Einen von ihnen besitzt Thomas Hofmann aus Drebach. Der selbstständige Maschinenbaumeister arbeitete vor der Wende in der Versuchsabteilung bei MZ und ist so von Haus aus für die Zweitakter aus Zschopau prädestiniert. Vor einigen Jahren stieß er auf einen der seltenen Wagen und konnte ihn erwerben. Das Auto befand sich in desolatem Zustand, war im Grunde "totaler Schrott". Der 50-Jährige ließ sich nicht entmutigen. Er baute den Monoposto, so der Werksname, von Grund neu auf. Dabei stieß er auf jene durchdachte Einfachheit der Konstruktion, die auch für die Motorräder dieser Marke typisch war. Das oben und unten von zwei Querblattfedern getragene Fahrgestell entspricht nahezu dem des serienmäßigen Pkw F1, das windschnittige "Boot" aus Stahlblech ist eine Einzelanfertigung. Der wassergekühlte Zweizylinder-Zweitaktmotor mit Ladepumpe stammt aus dem Motorradrennsport. Das quer zur Fahrtrichtung eingebaute kleine Kraftpaket leistete aus 600 Kubikzentimeter 24 kW/32 PS bei 5000 Um- drehungen pro Minute. Das reichte Anfang der 1930er-Jahre für Tempo 130. Für die Fachleute ist bemerkenswert: Im Motor arbeiten noch Nasenkolben; die Umkehrspülung verwendete DKW erst ab 1932.

Der fehlende Rückwärtsgang des Vierganggetriebes unterstreicht den sportlichen Charakter des Autos. Auch einen Anlasser sucht man vergebens. "Er hat einen reinen Magnetzünder. Da muss man nicht befürchten, dass mal unverhofft die Batterie leer ist - einfach weil keine da ist", so Thomas Hofmann schmunzelnd. Um den Zündfunken zu erzeugen, muss angeschoben werden. "Ein Mann genügt. Der Wagen ist ja leicht, ein kurzer Ruck, dann läuft der Motor", sagt der Unternehmer, der mit seinem Monoposto regelmäßig an Gleichmäßigkeitsfahrten für Oldtimer teilnimmt.

Informationen

Am 18. und 19. September findet in der Messe Chemnitz die 4. Chemnitzer Oldtimer-Messe statt.

 
erschienen am 10.09.2010 ( Von Jens Kraus )
 
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