Hinter der Heckklappe offenbaren sich bis zu 465 Liter Volumen und im Rahmen ein paar unschöne Spalten und Unregelmäßigkeiten in der Lackierung.
Hinter der Heckklappe offenbaren sich bis zu 465 Liter Volumen und im Rahmen ein paar unschöne Spalten und Unregelmäßigkeiten in der Lackierung.

Foto: Lancia

Wohl dosierte Sportlichkeit

Lancia Delta seit vergangenem Jahr mit einem leichten Facelift zu haben

Chemnitz. Das Facelift ist sehr dezent ausgefallen. Und das ist gut so, denn der Lancia Delta hat, obwohl er bereits 2008 auf den Markt gekommen ist, eigentlich kein bisschen Patina angesetzt. Augenfälligstes Kennzeichen der im vergangenen Jahr vorgenommenen Modellpflege ist das neue Markengesicht mit einem Frontgrill im Querrippen-Design, das auch den kleinen Ypsilon ziert und das - wenn auch deutlich voluminöser - in ähnlicher Form bei den Modellen der US-Fiat-Tochter Chrysler zu finden ist. Dazu wurden dem Delta neue Ausstattungspakete und erweiterte Kombinationsmöglichkeiten spendiert, sodass der ohnehin eigenwillige Delta eine weitere Individualisierung ganz nach dem Geschmack des Fahrzeughalters erfahren kann. Unverändert blieb das innovative Antriebsprogramm des Delta mit insgesamt sechs Motorvarianten - darunter auch der 1.9 Multi-Jet 16V Twinturbo, der "Freie Presse" zu Testzwecken von Lancia zur Verfügung gestellt wurde.

Die 140 kW (190 PS) merkt man dem Delta kaum an. Seine Kraft entfaltet das Auto fast unmerklich und nur der Blick auf den Tachometer verrät, wie schnell es in Radarfallen-gefährliche Zonen geraten kann. Auch wenn der Selbstzünder als solcher akustisch wahrzunehmen ist, arbeitet er jedoch insgesamt recht kultiviert und sparsam. Im Alltag wurden ungefähr 6,5 bis 7 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, bei zurückhaltender Fahrweise sind auch sechs Liter kein Problem. Und das ist dann schon nahe an der Lancia-Vorgabe von 5,7 Litern.

Der Delta verfügt über ein ausgezeichnetes Fahrwerk, das dem Auto eine wohl dosierte Sportlichkeit verleiht, die man dem Wagen von außen nicht ansieht, wirkt er doch eher elegant und ein bisschen barock. Das liegt zum einen an dem doch außergewöhnlichen Design, andererseits an den Proportionen, die es schwer machen, das Auto in gängige Kategorien einzuordnen. Mit seiner Länge von 4,52 Metern und seiner Höhe von knapp 1,50 Meter ist er kein Kompakter mehr, hat die Mittelklasse aber noch nicht ganz erreicht, ein Van oder Kombi ist er ebenso nicht. Immerhin bietet der Lancia in diesen Proportionen viel Platz zum Sitzen inklusive großzügiger Kopffreiheit.

 


Sehr exklusiv im Design, ohne überzeichnet zu wirken - so etwas gelingt nur den Italienern. Der Beweis: der Lancia Delta.
Sehr exklusiv im Design, ohne überzeichnet zu wirken - so etwas gelingt nur den Italienern. Der Beweis: der Lancia Delta.

Foto: Lancia

Man reist sehr gut in den straffen, wohl geformten Sitzen. Das Interieur wirkt hochwertig. Die Bedienung des Fahrzeugs ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig und nicht immer sofort logisch nachvollziehbar. Der Premium-Anspruch wird zudem nicht in letzter Konsequenz durchgehalten. Wenn die Heckklappe sich öffnet, offenbaren sich im Rahmen einige unschöne Spalten und Unregelmäßigkeiten im Lack. Dies trübt das Gesamtbild aber nur minimal. Wer einen Wagen im schönen und vor allem exklusiven Design sowie moderner Technik sucht, dürfte beim Lancia Delta genau richtig liegen. Momentan gibt es den Wagen als Delta Silver 1.4 Turbojet zu einem geradezu sensationell zu nennenden Preis von nur 16.850 Euro.

Typenblatt: Lancia Delta 1.9 JTD Twinturbo: Länge/Breite/Höhe (in m): 4,52/1,80/ 1,50; Kofferraum: 380 bis 1190 Liter; Motorisierung: 1,9-Liter-Diesel-Motor mit 140 kW/190 PS, Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h, Normverbrauch: 5,7 Liter auf 100 km, CO2-Ausstoß: 149 g/km; Preise ab 28.900 Euro.

 
erschienen am 20.01.2012 ( Von Maurice Querner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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