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In Krater gucken, glühende Lava bewundern
Vulkanbesteigungen sind für viele Touristen ein faszinierendes Erlebnis
Potsdam (ddp). Brodelnde Vulkane sind faszinierende Naturgewalten, die viele Menschen anziehen. Obwohl oder gerade weil sie unberechenbar sind. Plötzliche Aktivität oder ein Ausbruch kurbeln den Vulkan-Tourismus erst richtig an, viele wollen sich das Spektakel aus der Nähe ansehen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch die Arbeit der Wissenschaftler behindern. "Statt zu forschen, sind diese in manchen Fällen damit beschäftigt, sich um die Touristen und deren Sicherheit zu kümmern", sagt Thomas Walter, Geologe beim Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam.
Aktive Vulkane gibt es in allen Teilen der Welt. Einige können relativ gefahrlos besucht werden - sofern einige Regeln eingehalten werden. Das beginne damit, sagt Walter, dass man sich vor Ort über den Grad der Vulkanaktivität, eventuelle Sperrungen und andere Sicherheitsaspekte informiert. Am Fuße eines für Touristen zugänglichen Vulkans gibt es in der Regel ein Besucher- oder Nationalparkzentrum, das relevante Informationen bereithält. Und an diese sollte man sich halten, betont der Geologe: "Ein aktiver Vulkan ist schon für Wissenschaftler wenig berechenbar. Unerfahrene Besucher können die Situation überhaupt nicht einschätzen." Denn kein Vulkan ist wie der andere, die Erscheinungsbilder und Aktivitätsmuster variieren. Aus manchen tritt mal schneller, mal langsamer Lava aus. Manche schleudern Gesteinsbrocken, die so genannten Bomben heraus. An anderen kann es zu rasend schnellen und heißen pyroklastischen Strömen aus Asche und Staub kommen. Ein Laie weiß nicht um diese Gefahren. Sperrungen oder Warnungen sollten also ernst genommen werden, mahnt Walter. So mancher Unfall, bei dem Besucher vom bröckeligen Kraterrand stürzten, von herausgeschleuderten Gesteinsbrocken verletzt oder von Lavaströmen eingeschlossen wurden, hätte vermieden werden können.
"Aktive Vulkane stehen unter dauernder Beobachtung von Wissenschaftlern. Ein neuer Ausbruch oder eine Explosion kündigt sich in der Regel an, dann werden sofort Warnungen rausgegeben", sagt Walter. Basierend auf statistischen Modellen könne man allerdings nur sagen, dass ein Ereignis voraussichtlich eintritt, nicht wann. In solchen Fällen wird das Gebiet um einen Vulkan komplett gesperrt. Beim Stromboli in Italien zum Beispiel passiert dies häufiger.
Eine weitere Gefahr ist eine unsichtbare: vulkanische Gase. "Bei erloschenen Vulkanen kann es zu Entgasungen kommen, bei denen sich dichtere Gase am Kraterboden oder in kleinen Senken sammeln", warnt Walter. Die Konzentration könne derart hoch sein, dass sie lebensbedrohlich wird. Wenn es sehr unangenehm riecht, sind Schwefelwasserstoffe im Spiel. Das sollte als Hinweis zum Umkehren gesehen werden, denn diese können auf weitere vulkanische Gase hindeuten, von denen zahlreiche stark giftig sind. Wer im Vulkangebiet unterwegs ist, sollte nach Schildern Ausschau halten, die vor gefährlichen Gasen warnen. Dafür, bemerkt der Geologe, müsse man nicht weit reisen: "Solche Schilder stehen auch am Laacher See in der Eifel."
Einen weiteren, ganz anderen Tipp, gibt Walter noch mit auf den Weg: "Wer auf einen Vulkan hinaufgeht, befindet sich in vielen Fällen im unwegsamen Hochgebirge und sollte entsprechende Kleidung wählen." Wanderschuhe, Anorak, Pullover und einen Rucksack mit Verpflegung. Das werde oft vergessen.
ddp