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Mit kleinen Kindern auf großer Fahrt
Bei Fernreisen mit der ganzen Familie ist die Gesundheitsvorsorge besonders wichtig
Düsseldorf (dapd). Mit kleinen Kindern in die Ferne zu reisen, ist leichter, als man denkt. Sie brauchen vor allem ihre Eltern, und da Kinder von Natur aus neugierig sind, wird es den meisten großen Spaß machen, gemeinsam ein fremdes Land zu erkunden. Ratsam ist, eine Fernreise nicht zu kurz ausfallen zu lassen, damit die Kinder genügend Zeit zur Eingewöhnung haben, und nicht zu viel Programm hineinzupacken. Bei der Reiseplanung muss man außerdem dem Thema Gesundheit ein besonderes Augenmerk widmen.
"Vor dem Start in den Urlaub sollten bei den Kindern auf jeden Fall die wichtigsten Impfungen abgeschlossen sein", sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Dann stehe dem großen Abenteuer im Prinzip nichts im Wege, solange die Besonderheiten der jeweiligen Region beachtet werden: "Das Beste ist, sich rechtzeitig vor dem Urlaub ausführlich informieren und beraten zu lassen." Beispielsweise von einem Kinderarzt, Reisemediziner oder Tropeninstitut. Zusätzlich zu den Standardimpfungen rät Jelinek zu einem Schutz gegen Tollwut, denn nicht immer gelinge es, Kinder von möglicherweise infizierten Straßenhunden und -katzen fernzuhalten.
Besonders bei Reisen in subtropische und tropische Regionen muss man gegen Durchfallerkrankungen gut gewappnet. Sie können bei Kleinkindern schnell problematisch werden, da ihr Wasserhaushalt empfindlich auf Störungen reagiert. Jelinek empfiehlt, ein für Kinder geeignetes Notfallmittel und Elektrolytlösungen einzupacken. Häufig lassen sich solche Infektionen durch umsichtiges Verhalten vermeiden. So sollte man sehr auf Hygiene achten, Wasser nur aus geschlossenen Originalflaschen trinken, auf Eiswürfel verzichten und ausschließlich durchgegarte oder geschälte Lebensmittel essen.
Besteht in der Urlaubsregion das Risiko einer Malariainfektion, rät Jelinek zu einer entsprechenden Prophylaxe. Sie ist dem Reisemediziner zufolge schon bei Kindern mit einem Körpergewicht ab fünf Kilogramm möglich; Nebenwirkungen treten bei ihnen seltener und schwächer als bei Erwachsenen auf. "Wer trotzdem Bedenken hinsichtlich der Prophylaxe hat, sollte sein Kind nicht dem Risiko einer Infektion aussetzen und Malaria-Gebiete meiden", mahnt Jelinek.
Vor Mücken müsse man sich auch mit Prophylaxe schützen: Zum einen gebe es immer ein Restrisiko, zum anderen weitere Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden wie beispielsweise das Denguefieber. In der Regel ist die Erkrankung zwar heftig, aber harmlos, Kinder zeigen jedoch eher einen schweren Verlauf als Erwachsene.
Helle langärmelige Kleidung, ein Moskitonetz und ein gutes Mückenschutzmittel gehören deshalb ins Reisegepäck. "Wir raten in Risikogebieten auch bei Kindern zum Wirkstoff DEET, da bisher kein anderes Mittel einen vergleichbaren Schutz bietet", sagt Jelinek. Zwar werde auf den Packungen von einer Verwendung bei Kindern unter zwei Jahren abgeraten, die der Warnung zugrunde liegende Annahme von Nervenschäden sei jedoch theoretischer Natur: "Bisher wurden beim Menschen noch nie Schäden dokumentiert." Beim Gebrauch sollte darauf geachtet werden, dass das Mittel nicht eingeatmet wird oder auf die Schleimhäute gelangt - wie beim Erwachsenen auch.