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Finanzminister will mehr Netto vom Brutto für Arbeitnehmer

Georg Unland findet, dass der Staat seine Einnahmen stärker mit den Bürgern teilen muss - und hat ehrgeizige Pläne zum Schuldenabbau in Sachsen.

Von Tino Moritz
erschienen am 19.04.2017

Dresden. Deutsche Arbeitnehmer leiden im internationalen Vergleich unter einer überdurchschnittlich hohen Abgabenlast. Das geht aus mehreren Studien hervor, deren Veröffentlichung fünf Monate vor der Bundestagswahl die Debatte um Steuerentlastungen neu belebt. Jetzt spricht sich auch Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) für Anpassungen zugunsten von "Schwächerverdienenden" bei der Einkommenssteuer aus. Selbst gut bezahlte Facharbeiter müssten inzwischen fast den Spitzensteuersatz zahlen, dies könne so nicht weitergehen, kritisiert Unland im Interview der "Freien Presse". Während Arbeitnehmer 2016 brutto durchschnittlich 25 Prozent mehr Gehalt als 2005 bekamen, hätte der Staat im selben Zeitraum sogar 55 Prozent mehr an Lohnsteuer eingenommen.

"Der Staat muss einen Teil dessen, was er derzeit überproportional bekommt, an die Bürger zurückgeben", so Unland. Konkret spricht er sich für Verbesserungen aus, die ab einem Jahreseinkommen von 9000 Euro (Alleinstehende) und 18.000 Euro (Verheiratete) greifen würden. Korrekturen bei Progression und Einkommenssteuertarifen sind allerdings nicht Ländersache - anders als ein anderer Vorschlag, den Unland nun zur Reduzierung der Schulden des Freistaats Sachsen unterbreitet: Falls die Steuereinnahmen - und das ist bislang absehbar (Grafik) - weiter steigen, werde er eine "Sondertilgung" vorschlagen, um "in den nächsten zehn Jahren fünf Milliarden Euro abzubauen".

Da Sachsen noch etwa elf Milliarden Euro Schulden hat, wäre das fast eine Halbierung. Bisher werden jährlich 75 Millionen Euro getilgt. Wenn es dabei bliebe, sei man angesichts der zusätzlichen Zinsen noch mehr als 150 Jahre lang damit beschäftigt. "Der Staat ist genauso zur Rückzahlung verpflichtet wie jemand, der für den Hausbau Schulden aufnimmt. Wenn der Staat schon überproportional Geld einnimmt, sollte er es zur Sondertilgung nehmen", so Unland.

Um Sachsen "zukunftsfest" zu machen, brauche es neben Schuldentilgung und Entlastung der Bürger aber auch noch "gewaltige Investitionen", selbst wenn sie sich nicht immer gleich auszahlten. Ausdrücklich nennt Unland hierbei den Tunnel durchs Erzgebirge für eine Bahnverkehrsverbindung von der Ostsee bis zur Ägäis.

 
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Finanzminister will mehr Netto vom Brutto für Arbeitnehmer
Finanzminister will Sachsens Milliardenschulden halbieren
 
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Kommentare
6
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 19.04.2017
    14:36 Uhr

    cn3boj00: Unland oder Unsinn? Schön dass er die Diskussion um unser fuchtbares Steuer(un)recht aufgreift, da wo man nichts zu entscheiden hat kann man gut große Töne spucken. Und was bitte wollen wir mit einem Tunnel durch das Erzgebirge? Noch mehr Lkws? Wo bleiben die Investitionen in vernünftige Eisenbahnstrecken? Und in die Polizei, die Lehrer, Hebammen, Kitas? Ach ja, wir müssen Schulden tilgen. Mit dieser Rechtfertigung hat sich Sachsen schon viele Jahre zu Tode gespart und einen riesigen Investitionsstau verursacht. Wann kommen aus Dresden endlich mal vernünftige Ideen?

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  • 19.04.2017
    12:40 Uhr

    Interessierte: Tunnel durch das Erzgebirge ..
    Bevor ER und ein Herr Dulig weiter träumen , sollten man erst einmal den Südring in Chemnitz fertig bauen ...

    Das älteste Teilstück des Südringes zwischen Neefestraße und Annaberger Straße wurde in den 1970er Jahren gebaut,

    Seit Abschluss des Umbaus des Knotens Neefestraße/Südring im Jahr 2007 besteht nach 3-jähriger Bauzeit eine kreuzungsfreie Führung der Neefestraße durch einen Tunnel

    Also begonnen im Jahr 2003
    Das war somit schon vor 13 Jahren
    https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdring_(Chemnitz)
    .

    0 6
     
  • 19.04.2017
    12:32 Uhr

    Interessierte: Ich denke , der Mann geht , wieso denn dann noch dieser Sinneswandel ?
    Will er , dass wir ihn doch noch in guter Erinnerung behalten , nachdem er die Gelder für UNi´s und für Schlösser und für Meißen und für Pferdestallungen ausgegeben hat und für gefährliche Autobahnen und beabsichtigte sinnlose Tunnelplanungen und auch noch den Sparstrumpf steinreich gefüllt hat - und anderswo Missstände ´gefunden` hat und skrupellos abgerissen und umgeräumt hat ?

    0 2
     
  • 19.04.2017
    11:10 Uhr

    Freigeist14: Der Sparkommissar Unland läßt es menscheln: "Mehr Netto vom Brutto".Mit dieser Phra...äääh Forderung rennt man immer offenen Türen ein und man kaann sich ins Gespräch bringen.Wenn es ans Eingemachte ginge sind aus Erfahrung Sachzwänge und neue Finanzlöcher für die Vertagung der Sparbemühungen hervor zu zaubern.Spätestens am Wahlabend.

    0 8
     
  • 19.04.2017
    09:23 Uhr

    Tauchsieder: Auch ein Minister darf doch mal träumen. Die Realität wird ihn frühzeitig wieder auf die Füße stellen. Und über Netto vom Brutto zu schwätzen fällt einem auch leicht, wenn man nicht derjenige ist, der einzig und allein darüber entscheiden kann. Lauter Sprechblasen !

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