Anlieger klagen: Auf der Zietenstraße geht es viel zu eng zu

Vor einigen Jahren wurde die Fahrbahn künstlich schmaler gemacht. Aber brachte das auch wirklich mehr Sicherheit?

Sonnenberg.

Zu laut, zu eng und jede Menge Leerstand: Über etliche Jahre hinweg galt die Zietenstraße, eine der zentralen Verkehrsachsen des Sonnenbergs, als eines der größten Problemkinder unter den Straßen der Stadt. Schon vor 15 Jahren wurden dort bis zu 18.000 Fahrzeuge am Tag gezählt, die sich durch die Häuserschlucht quälen. Die Folge neben dicker Luft: Verkehrslärm von bis zu 75 Dezibel - einer Lautstärke, die bereits zu gesundheitlichen Langzeitschäden führen kann.

Hoffnung auf eine Besserung der Situation bestand zunächst nicht. Solange der Südverbund nicht fertig gebaut sein würde, werde die Achse Zietenstraße - Clausstraße - Wartburgstraße für den Durchgangsverkehr wohl von hoher Bedeutung bleiben, hieß es. Nicht zuletzt Stadtumbau-Kritiker fürchteten angesichts dessen das drohende Aus für die größtenteils heruntergekommenen Wohnhäuser entlang der Straße auf der Südseite des Sonnenbergs. Wer bitte würde, zumal in Zeiten, da Chemnitz noch schrumpfte, jemals wieder dorthin ziehen?

Zwei Maßnahmen sollten den Abschnitt vor dem endgültigen Verfall retten: Aus Gründen des Lärmschutzes wurde Tempo 30 eingeführt, zudem zwischen Augustusburger und Pestalozzistraße 37Baumpflanzscheiben eingesetzt und dazwischen Längsparkstreifen angeordnet.

Die Straße mutet seither etwas mehr wie eine Wohngebietsstraße und weniger wie eine Durchgangsstraße an. Das Verkehrsaufkommen indes ist nach wie vor hoch. Das wiederum begünstigt allerlei heikle Situationen, schildern Anlieger. "An den Autos werden die Außenspiegel abgefahren und für Radfahrer ist es wirklich gefährlich", erläuterte etwa Franz Knoppe kürzlich auf einer Einwohnerversammlung. "Kann man dort nicht für mehr Sicherheit sorgen?" Er könnte sich beispielsweise vorstellen, dass die Umwandlung der Zietenstraße in eine Einbahnstraße einen Großteil des Verkehrs dort verschwinden lassen würde.

Im Rathaus allerdings hält man von derlei Überlegungen nicht allzu viel. Mit der Verminderung des Querschnitts der Straße - laut OB Ludwig ein ausdrücklicher Wunsch vieler Anlieger - habe man bereits eine Maßnahme zur Beruhigung des Verkehrs ergriffen, sagt Baubürgermeister Michael Stötzer. Von abgefahrenen Spiegeln sei der Stadtverwaltung noch nichts zu Ohren gekommen. Extra-Spuren für Radfahrer oder gar einen Radweg halte er aufgrund des begrenzten Platzes nicht für möglich, so Stötzer. "Eine gewisse Unsicherheit ist dort vorhanden, allerdings gilt ja auch Tempo 30." Und ganz unabhängig von der konkreten Situation vor Ort berge das Einrichten von Einbahnstraßen immer auch die Gefahr, dass auf den betreffenden Straßen dann tendenziell schneller gefahren werde.

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3Kommentare
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  • 3
    0
    Deluxe
    13.06.2018

    Sinnloses Herumdoktern an Symptomen, ohne die Ursache zu beseitigen.
    Und diese Ursache ist, daß es den Südverbund nicht gibt. Und das, was kommen soll, wird das Problem nicht lösen.

    Ein ampelfreier, vierspuriger Südring bis zur A4 in Oberlichtenau ist die einzige Lösung. Dreispurige Notlösungen mit nieveaugleichen Ampelkreuzungen werden nichts bringen.

  • 0
    3
    Interessierte
    13.06.2018

    Entsprechend der Überschrift hatte ich mich doch schon während dem Bau ´aufgeregt`...
    Wenn sich dort zwei Laster begegnen , wird es ´eng`...
    Von einen Einbahnstraße halte ich nichts , wie soll denn dann ´derjenige` in die entgegengesetzte Richtung fahren ...

    Mann sollte dort den ´Durchgangsverkehr` herausnehmen , indem man den Verkehr umleitet ...
    Und vom Südring über die Bernhardstraß hin zur Yorkstraße führt , dort wohnt kaum jemand ...
    Und dann über die Zeisigwaldstraße auf die Dresdner Straße - und hinaus aus der Stadt ...
    Da braucht man auch nicht die Rembrandstraße und Freiberger Straße umbauen !

  • 7
    0
    derBuerger
    13.06.2018

    Ich bin als Hauseigentümer und Anwohner sehr froh über die bisher durchgeführten Maßnahmen. Dadurch hat sich schon einiges verbessert. Hätte ich einen Wunsch frei: Einbahnstraße mit Radweg. Dann könnte sich auch ein Straßenleben entwickeln. Wenn dies nicht geht, muß man damit leben. Ein Blitzer oder mehr Kontrollen wären eine Hilfe zur Verkehrsberuhigung. Bei eingehaltenen 30 km/h dürften die angesprochenen Probleme im wesentlichen beseitigt sein.



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