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Ein Teil der Leipziger Straße wird am alten Hartmannsdorfer Kreuz zu einem Mini-Kreis-Verkehr umgebaut. Die Bauarbeiten verzögerten sich. Vor Weihnachten wurde die Durchfahrt für den Linienbus freigegeben, Autos dürften die Baustelle eigentlich nicht passieren. Das sorgt für Ärger.

Foto: Toni SöllBild 1 / 2

Anwohner fordern Weiterbau am alten Hartmannsdorfer Kreuz

Seit knapp vier Monaten ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. Jetzt darf der Linienbus durch die Baustelle fahren. Aber nicht mehr lange.

Von Bettina Junge
erschienen am 13.01.2018

Hartmannsdorf. Sonnenschein und Plusgrade: Die Bedingungen für Bauarbeiten sind günstig, sagt Henrik Schmaus aus Hartmannsdorf. Doch seit drei Wochen ruht der Bau am alten Hartmannsdorfer Kreuz. "Das ist mir unverständlich", sagt der Anwohner.

Er müsse mehrfach am Tag die lange Umleitungsstrecke über Limbach-Oberfrohna fahren, um beispielsweise seine beiden Kinder zur Schule oder zum Sport zu bringen. Zudem sei die Baustelle stellenweise unzureichend gesichert, sodass Unfallgefahr bestehe. Außerdem habe er beobachtet, dass die Baufirma weder an Brückentagen, noch am späten Nachmittag arbeitet. Dadurch dauerten die Arbeiten länger als geplant, ergänzt er. Versprochen worden sei, dass der Linienbus und Anwohner noch vor Weihnachten die Baustelle passieren können. Der Bus dürfe fahren, Anwohner nicht. In den vergangenen Tagen habe die Polizei schon Verkehrssünder abgestraft, fügt er hinzu. Andere befragte Hartmannsdorfer bestätigen die Kritik von Schmaus. "Vor allem die Geschäfte haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen", sagt eine Verkäuferin. Sie verstehe nicht, dass keine innerörtliche Umleitung möglich sei.

Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) reagiert auf die Kritik: "Wir wollten den Kreisverkehr und müssen auch mit Verzögerungen leben." Damit die alte B 95 nicht zur Rennstrecke werde, sei ein Mini-Kreisverkehr notwendig. Bauauftraggeber sei der Landkreis, die Gemeinde beteilige sich am Fußwegbau und wolle in diesem Jahr die Limbacher Straße sanieren lassen. Außerdem habe er sich dafür eingesetzt, dass direkte Anwohner und der Bus seit Ende Dezember durch die Baustelle fahren könnten. Dafür sei extra eine Bitumenschicht aufgebracht worden.

Die Freigabe für Anwohner, die nicht direkt an der Baustelle wohnen, wie Familie Schmaus von der Leipziger Straße sei nicht möglich. "Es ist nicht zu verhindern, dass dann alle Autos durch die Baustelle fahren", sagt Weinert. Das Verkehrschaos wäre in diesem Fall perfekt. Außerdem würde die Baufirma für alle Schäden haften müssen, die an Fahrzeugen entstehen, wenn sie durch das Gelände fahren. Dieser Aspekt sei nicht zu verachten. Zudem wisse er, dass beim Straßenbau Pflaster in Beton eingearbeitet werden muss, sagt Weinert. Das dürfe nicht bei Frost geschehen. In den vergangenen Tagen habe es nachts Frost gegeben, ergänzt er.

Zuständig für den 300.000 Euro teuren Kreuzungsumbau ist das Landratsamt Mittelsachsen. Die Behörde hatte im Dezember eingeräumt, dass der Fertigstellungstermin Ende 2017 nicht zu halten ist, weil Schächte gefunden worden seien, die im Plan nicht eingezeichnet waren. Die Arbeiten verzögerten sich, sagt ein Sprecher. Eine innerörtliche Umleitung sei nicht möglich, weil diese durch eine Tempo-30-Zone geführt hätte. Das sei rechtlich nicht zulässig. Nach jetzigem Stand könnten die Arbeiten nächste Woche wieder aufgenommen werden. Allerdings sei das immer wetterabhängig. Als Grund für die Pause nennt der Sprecher auch, dass nicht alle Baumaterialien jahreszeitlich bedingt zur Verfügung ständen. Auf die angesprochenen Sicherheitsfragen antwortet er nicht.

Doch der Weiterbau hat noch eine andere Konsequenz: Die Buslinien 650 (Chemnitz-Penig) und 657 (Limbach-Oberfrohna-Mittweida) dürfen dann den Kreuzungsbereich nicht mehr passieren. Der Zusatz "Linienverkehr frei" am Verbotsschild ("Durchfahrt verboten") wird laut Behörde abmontiert. Dann müsse der Bus wieder den Umweg über die Limbacher Straße/S 242/Anton-Günther-Platz und neues Hartmannsdorfer Kreuz fahren. "Das kostet natürlich mehr Zeit, die Busse kommen verspätet", sagt Henning Schmidt vom Verkehrsunternehmen Regiobus. Diese Umleitung liege im erträglichen Bereich, fügt er hinzu. Bis vor Weihnachten sei die Verspätung noch viel größer gewesen, weil weitere Sperrungen, wie die in Penig, hinzukamen. Das habe zu größerem Unmut bei den Fahrgästen geführt.

Während der jetzigen dreiwöchigen Öffnung hätten Busfahrer beobachtet, dass Autos widerrechtlich durch die Baustelle fahren. "Permanente Behinderungen gab es dadurch aber nicht", ergänzt er.

 
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