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Wolfgang Dorn ist Geschäftsführer der Stadthalle, in der unter anderem Konzerte, Comedy-Veranstaltungen, Lesungen und Messen stattfinden. Nach mehreren erfolgreichen Jahren braucht die Gesellschaft für 2017 einen höheren Zuschuss von der Stadt als vorgesehen.

Foto: Andreas Seidel

"Bei Künstlern mit hoher Gage bin ich künftig vorsichtiger"

Stadthallen-Chef Wolfgang Dorn über einen Reinfall in Wolkenburg, dessen Folgen und Pläne für ein Radrennen

erschienen am 12.10.2017

Limbach-Oberfrohna. Bei der Stadthalle Limbach-Oberfrohna ist ein Finanzloch entstanden, das die Kommune als Gesellschafter stopft. Johannes Pöhlandt sprach mit Geschäftsführer Wolfgang Dorn über Ursachen und Konsequenzen.

Freie Presse: Die Stadthallen-Gesellschaft braucht in diesem Jahr 595.000 Euro als Zuschuss von der Stadt - 85.000 Euro mehr als vorgesehen. Wie ist dieses Finanzloch zu erklären?

Wolfgang Dorn: Die Mittelalter-Konzerte im Mai im Wolkenburger Schlosshof mit den beiden Bands Versengold und Feuerschwanz sind deutlich schlechter gelaufen als erhofft. Statt der erwarteten insgesamt 1000 Besuchern kamen nur 120.

Warum?

Wenn ich das wüsste, hätten wir die Veranstaltungen nicht gemacht. Überall funktionieren Mittelalter-Spektakel, nur in Wolkenburg offenbar nicht. Wir haben einen Termin gewählt, an dem es in einem Umkreis von 50 Kilometern keine ähnliche Veranstaltung gab. Zudem haben wir uns viel davon versprochen, dass parallel zu den Konzerten ein Mittelaltermarkt auf dem Parkplatz unterhalb des Schlosses stattfand. Das ist aber nicht aufgegangen.

Besucher der Konzerte vermuten, dass zu wenig Werbung gemacht wurde.

Das sehe ich nicht so. Wir haben 2800 Euro in Werbung gesteckt.

Wie hoch ist der Verlust durch die beiden Konzerte?

Knapp 30.000 Euro. Nicht nur die in der Szene bekannten Bands waren teuer, sondern auch Bühne, Technik und Personal.

Das ist aber nur etwa ein Drittel des Finanzlochs.

Dazu kam ja noch, dass uns mit der Impulsiva-Party und dem Ostrock-Konzert im Sonnenbad Rußdorf unsere stärksten Umsatzbringer weggebrochen sind.

Beide für Anfang August geplanten Veranstaltungen haben Sie kurzfristig abgesagt, weil das Sonnenbad nicht rechtzeitig fertig wurde. Dass der Zeitplan beim Umbau nicht eingehalten wird, deutete sich aber schon im Frühjahr an. Hätten Sie nicht eher reagieren müssen?

Nein. Ich hatte mit der Baufirma vereinbart, dass die obere Wiese frei bleibt. Sie hätte für die Party genügt. Dass das Ordnungsamt die Veranstaltung wegen der benachbarten Baustelle dennoch nicht genehmigt, hat sich erst zwei Wochen vor dem Termin herausgestellt.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus den Entwicklungen?

Wir wollen von der generellen Konzeption her nichts anders machen. Seit ich die Stadthalle vor sechs Jahren übernommen habe, haben mein Team und ich gute Arbeit geleistet und uns sowohl in der Stadt als auch im Umland einen Stand erarbeitet, der sich sehen lassen kann. Es wäre falsch, jetzt alles umzukrempeln.

Wie stellen Sie sicher, dass sich Reinfälle wie die Mittelalter-Konzerte nicht wiederholen?

Vor einem Fehlschlag ist man nie ganz gefeit, selbst mit einem guten Team. Ich werde bei Künstlern, die eine hohe Gage fordern, künftig vorsichtiger sein. Das ist aber immer eine Gratwanderung. Schließlich wollen wir Qualität bieten, und Qualität kostet Geld.

Werden Sie sich vom Schloss Wolkenburg als Veranstaltungsort zurückziehen?

Nein. Man hat es lange versäumt, eine Strategie für das Schloss zu entwickeln. Nun arbeiten die Stadt und viele weitere Akteure an einer Belebung. Daran wollen wir uns beteiligen. Wir denken nun aber eher an kleinere Konzerte mit geringeren Kosten. Am 2016 ins Leben gerufenen Schlosshoftheater wollen wir festhalten. Die Veranstaltung entwickelt sich positiv, in diesem Jahr war sie fast kostendeckend.

Eine Neuauflage des Radrennens, das Sie 2015 zum ersten Mal in der Stadt organisiert hatten, wurde in diesem Jahr abgesagt. Funktioniert das Format nicht?

Wir wollen gern wieder ein Radrennen organisieren, aber in anderer Form. Ende September 2018 soll es ein Crossrennen durch die Stadt geben - also mit mehr Action als bei einem gewöhnlichen Radrennen. Wir hoffen auf die Hilfe von Sponsoren. Davon hängt es ab, ob das Crossrennen stattfindet oder nicht.

Werden Sie im nächsten Jahr wieder mit einem Zuschuss von 510.000 Euro auskommen?

Wir bräuchten pro Jahr eigentlich 600.000 Euro. Aber natürlich wissen wir, dass die finanziellen Möglichkeiten der Stadt begrenzt sind. Ich hoffe, dass wir künftig 520.000 Euro erhalten. Damit sollten wir auskommen. Ausnahmen müsste es aber geben, wenn wir in größerem Umfang in die Instandhaltung der Stadthalle investieren müssen. So etwas können wir aus dem laufenden Etat nicht stemmen. Es ist ja auch der Stadt nicht geholfen, wenn es in zehn Jahren bei uns reinregnet.

Einmal abgesehen von den Veranstaltungen - wo können Sie noch Kosten sparen?

Wir haben die Kosten in der Stadthalle immer im Blick. Zum Beispiel haben wir unsere Beleuchtung zum Teil auf LED-Lampen umgestellt, die deutlich weniger Strom verbrauchen.

 
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