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Foto: Matthias Hiekel/dpa

Bombenattrappe in Oberfrohna: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

erschienen am 16.05.2018

Limbach-Oberfrohna. Das Osterfest 2017 begann in Oberfrohna mit einem Aufsehen erregenden Fund: An einer Bushaltestelle an der Straße des Friedens wurde am Karfreitag ein verdächtiger Koffer entdeckt, auf dem unter anderem die Aufschrift "Bombe" prangte. Die Polizei rückte an und sperrte die Straße ab. Doch nicht Experten öffneten anschließend den Koffer, sondern ein Busfahrer, der sein Fahrzeug hatte stoppen müssen. Die Polizei warf dem Mann später Leichtsinn vor. Weil es sich nur um eine Bombenattrappe handelte, wurde aber niemand verletzt.

Noch am Osterwochenende geriet eine Anwohnerin in das Visier der Ermittler. "Eine Nachbarin hat sich gemeinsam mit ihrer Tochter einen Spaß erlaubt. Sie haben einen Zettel an einen Koffer geklebt und ihn dorthin gestellt", sagte damals ein Zeuge. Auch die Polizei ging davon aus, dass die Sache als Scherz gemeint war. Zugleich machten die Ermittler klar, dass sie in dieser Hinsicht keinerlei Spaß verstehen. Sie leiteten ein Verfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein - darauf stehen bis zu drei Jahre Haft. Zudem hieß es damals, dass im Falle eines Ermittlungserfolgs die Kosten für den Polizeieinsatz der Täterin oder dem Täter in Rechnung gestellt werden.

Doch dazu wird es nicht kommen. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigte sind eingestellt worden, "weil ihr die Tat nicht nachgewiesen werden konnte", wie die Staatsanwaltschaft Zwickau auf Anfrage mitteilt. Es habe keinen genügenden Anlass zur Erhebung einer Klage gegeben. Auch eine zweite Beschuldigte muss nicht mit Konsequenzen rechnen, weil sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft "zum Tatzeitpunkt noch ein Kind" war - offenbar handelt es sich um die Tochter der Anwohnerin. Folglich können auch niemandem die Kosten für den Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden - diese muss der Steuerzahler tragen. (jop)

 
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