Busbahnhof: Umzugspläne vorerst gescheitert

Verkehrsbetriebe brauchen Platz - Denkmalschutz lehnt Wasserturm-Abriss ab

Eigentlich sollte der komplette Busbahnhof im kommenden Jahr vom Schillerplatz an den Hauptbahnhof umziehen. Dann hätte der Busverkehr Schritt halten können mit dem Chemnitzer Modell, bei dem Straßen- und Eisenbahn gemeinsame Schienen nutzen und mit dem das Umland besser an die Stadt angebunden werden soll. Die Bushaltestellen direkt an das Drehkreuz des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs zu verlegen, wäre dann nur folgerichtig, erklärten Stadtplaner und Verkehrsbetriebe. Um das Projekt umzusetzen, verhandelt das Baudezernat seit mehr als einem Jahr mit der Deutschen Bahn, um Flächen am Bahnhof zu kaufen. Nachdem sich die Gespräche deutlich verzögert hatten, verlegte Baubürgermeister Michael Stötzer im August vergangenen Jahres den Umzugstermin bereits nach hinten. "Nicht vor 2020" sei die Verlagerung möglich. Jetzt räumt Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk ein: "Die Umzugspläne sind festgefahren." Einen möglichen Termin will er nicht mehr nennen. Ursache seien nicht nur die stockenden Verkaufsgespräche.

Vorgesehen war unter anderem, den alten Wasserturm zu erwerben und abzureißen, um Platz zu schaffen. Dem stimme jedoch die Denkmalschutzbehörde nicht zu, so Gregorzyk. Sie schätze das Bauwerk als erhaltenswert ein. Um dennoch ausreichend Stellflächen bauen zu können, müsste die Platzgestaltung, die aus einem städtebaulichen Wettbewerb heraus umgesetzt worden ist, verändert werden. Vor allem die bewusste Drei-Teilung - große Freifläche, begrünter Parkplatz, Areal mit Denkmal - würde aufgehoben werden. Das wiederum sehen die Städtebauer skeptisch, sagt Gregorzyk. Und die Verkehrsbetriebe CVAG und RVE lehnen den Vorschlag ab, am Hauptbahnhof ausschließlich Haltestellen für Ein- und Ausstieg zu planen, die Bus-Abstellplätze für längere Wartezeiten aber an der Straße der Nationen einzurichten. Gregorzyk sieht für das Umzugsvorhaben nur noch eine Chance, "wenn Denkmalschützer, Verkehrsbetriebe und Städteplaner ihre Forderungen abspecken". Der Bau ist mit fünf Millionen Euro veranschlagt. Jetzt werde das weitere Vorgehen in der Verwaltung beraten, bevor die Stadträte im August über einen neuen Vorschlag befinden sollen.

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