Chemnitz baut weitere neue Kitas

Die Stadt kommt mit der Errichtung von Krippen und Kindergärten kaum hinterher. Jetzt müssen die Pläne erneut ausgeweitet werden. Allerdings gibt es bei der Umsetzung einiger Vorhaben große Probleme.

Geburtenboom, Zuzüge, Zuwanderung - in Chemnitz gibt es immer mehr Kinder. Laut Rathaus hat sich die Anzahl der in der Stadt gemeldeten Mädchen und Jungen im Alter zwischen ein und elf Jahren im Verlauf des vergangenen Jahres um 3,3 Prozent erhöht. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig spricht von einer echten Trendwende, und Jugendamtsleiterin Gunda Georgi hat bei jungen Familien gar eine Tendenz zu einem dritten Kind ausgemacht: "Wir spüren, dass immer mehr Eltern diesen Wunsch haben, obwohl beide berufstätig sind."

Für die Verantwortlichen der Stadtverwaltung heißt das, den Kita-Bedarfsplan immer wieder zu überarbeiten. Ergebnis: Die bis jetzt bereits beschlossenen Kita-Vorhaben werden nicht ausreichen, um allen Eltern den vom Gesetzgeber verbrieften Rechtsanspruch auf einen Krippen- bzw. Kindergartenplatz zu gewähren. Bislang war man im Rathaus davon ausgegangen, dass drei Erweiterungen und acht Neubauten genügen - jetzt sollen zwei weitere neue Kitas hinzukommen.

Eine davon soll in Hilbersdorf entstehen - wo genau, ist derzeit noch offen. Der Stadtteil sei deshalb ausgewählt worden, so Jugendamts-Chefin Georgi, weil dort besonders viele Kinder wohnen, und weil in Hilbersdorf auch der Bedarf für die Nachbarstadtteile Ebersdorf sowie Sonnenberg mit abgedeckt werden könne. Eröffnungstermin: frühestens 2019. Ein weiterer Kita-Neubau könnte im Stadtteil Kaßberg entstehen - dort wohnen besonders viele junge Familien, entsprechend groß ist die Nachfrage nach einem Platz. Die Entscheidung, ob auf dem Kaßberg eine zusätzliche Einrichtung entsteht, soll endgültig aber erst im nächsten Jahr fallen.

Obwohl auf dem Kaßberg und im Nachbarstadtteil Altendorf die Not schon jetzt am größten ist, gibt es dort in Sachen Kita-Neubauten auch die meisten Probleme. Auf einem Grundstück an der Straße Am Heim, wo eine Einrichtung mit 100 Plätzen entstehen soll, ist das Erdreich mit Hausmüll durchsetzt - es muss erst mühsam abgetragen werden, bevor der Bau beginnen kann. Und der bereits beschlossene Neubau an der Ecke Wieland-/Kaßbergstraße im Stadtteil Kaßberg wackelt ganz erheblich: Der Träger hat sich von seinem Vorhaben komplett zurückgezogen, weil die Baupreise in Chemnitz explodieren und die Refinanzierung des Projekts in den Sternen steht. Das Jugendamt muss das Ganze daher jetzt komplett neu ausschreiben - die ursprünglich geplante Eröffnung im nächsten Jahr scheint damit illusorisch.

Probleme gibt es aber nicht nur dort. Auch in Reichenbrand verzögert sich der Bau einer Kita, sodass man im Jugendamt derzeit davon ausgeht, dass die an der Heinrich-Bretschneider-Straße geplante Einrichtung erst im übernächsten Jahr eröffnet wird. Weil man so lange nicht warten kann, hat man intensiv nach einer Übergangslösung gesucht. Die ist jetzt gefunden: In den Yorck-Arkaden, einem mehrgeschossigen Einkaufszentrum an der Fürstenstraße, wird die InterimsKita im oberen Stockwerk PLatz finden- und zwar so lange, bis der Neubau in Reichenbrand fertig ist.

So sollen bis 2020 insgesamt mehr als 1000 neue Kita-Plätze entstehen. Hinzu kommen zusätzliche Kapazitäten in Kindereinrichtungen, die derzeit saniert und zugleich erweitert werden - so an der Sonnenstraße, an der Fritz-Fritzsche-Straße sowie in der Kita Am Hang in Reichenhain. (mit dy)

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