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Der Park der Opfer des Faschismus am Rande des Stadtzentrums: Nachts kommt es hier häufiger als andernorts zu Gewalt- und Raubstraftaten.

Foto: Andreas Seidel

Chemnitzer Stadtzentrum: Fünf Überfälle in zwei Nächten

Die Täter agierten nie allein, hatten es vor allem auf Handys und Bargeld abgesehen. Die Tatorte liegen nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt. Und es gibt noch weitere Gemeinsamkeiten.

Von Michael Müller
erschienen am 19.12.2017

Die Tendenz kündigt sich seit Jahresbeginn an: Sogenannte Rohheitsdelikte wie Raubstraftaten oder Körperverletzungen nehmen in Chemnitz zu. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres soll laut internen Erhebungen der Polizei fast jede zehnte Anzeige im Stadtgebiet auf Straftaten dieser Gruppe entfallen sein. Genaue Zahlen für das gesamte Jahr 2017 werden voraussichtlich erst im Frühjahr kommenden Jahres präsentiert.

Sollten sich die ersten Informationen von Geschädigten bestätigen, dürften allein vom vergangenen Wochenende mindestens weitere fünf Raubstraftaten in die Statistik einfließen. Nach Einschätzung der Polizei eine ungewöhnliche Häufung. Nicht auszuschließen sei, dass mehrere Straftaten auf das Konto derselben Täter gehen. Allen Vorfällen gemeinsam ist: Sie ereigneten sich tief in der Nacht und jeweils in oder am Rande der Innenstadt. Die Täter traten nie allein auf, bei den Opfern handelt es sich durchweg um Männer Anfang oder Mitte zwanzig. Sie büßten jeweils ihre Handys ein, in den meisten Fällen auch ihre Geldbörsen.Der erste Vorfall hatte sich bereits in der Nacht zum Samstag gegen 2.45 Uhr am Park der Opfer des Faschismus ereignet. Ein 23-Jähriger wurde dort von zwei Männern ("südländisches/arabisches Aussehen") bedroht - einer hielt ihm ein Messer entgegen, einer schlug ihn. In der folgenden Nacht kommt es in derselben Gegend zu einer weiteren, ganz ähnlichen Straftat. Ein 25- und ein 28-Jähriger werden gegen 4.30 Uhr von zwei Unbekannten in ein Gespräch verwickelt. Als sie weitergehen, bemerken sie, dass ihre Mobiltelefone fehlen. Sie verfolgen die Unbekannten, stellen einen der beiden zur Rede, und halten den 20-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Handys im Gesamtwert von etwa 1000 Euro sind verschwunden.



Foto: Steiner

Nur etwa anderthalb Stunden zuvor, gegen 3 Uhr, am Neumarkt: Drei Männer verwickeln einen 24-Jährigen in ein Gespräch. Als das Trio sich entfernt hat, fehlen Handy und Geldbörse. Beides erhält der Mann wenig später zurück, als er einen aus der Gruppe in der Nähe stellt. In der Börse allerdings fehlt das Geld. Einer der Täter soll Mitte 20 gewesen sein, 1,80 groß, mit schwarzem Haar. Er sprach Deutsch mit Akzent, war mit einer zerrissenen blauen Jeans bekleidet und einer schwarzen Winterjacke mit Fellkragenkapuze.

Noch viele offene Fragen zu klären sind bei zwei Fällen, die sich ebenfalls in der Nacht zu Sonntag zugetragen haben sollen. So gab ein 21-Jähriger an, kurz nach Mitternacht auf der Moritzstraße von mehreren Unbekannten angegriffen worden zu sein. Sie hätten ihn zu Boden gebracht, auf ihn eingeschlagen, Mobiltelefon und Bargeld aus seiner Kleidung genommen. "Der 21-Jährige konnte bislang keine konkreten Angaben zu den Tätern machen", sagte ein Polizeisprecher gestern.

Ähnlich unübersichtlich ist die Lage in einem weiteren Fall, der sich Sonntag gegen 3Uhr nahe einer Musikkneipe am Terminal 3 an der Brückenstraße ereignet haben soll. Fünf Unbekannte sollen dort einen 26-Jährigen festgehalten, ihm in seine Taschen gegriffen und dabei Smartphone und Bargeld gestohlen haben, so die Polizei. Angaben zur Höhe des Schadens und zu den Tätern lagen bis gestern Nachmittag noch nicht vor.

Wie in den anderen Fällen hoffen die Ermittler nun auf Hinweise von Zeugen, die nähere Angaben zu den Geschehnissen oder den Tätern machen können.

Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0371 387495808 entgegen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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  • 19.12.2017
    14:32 Uhr

    ArndtBremen: Es wird allerhöchste Zeit, dass Herr Runkel seinen Posten räumt. Nicht, weil er die Vorkommnisse, egal welcher Art hätte verhindern können, sondern weil er mit seinen permanenten Fehleinschätzungen der Sicherheitslage die Bürger offensichtlich belügt.

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