Chemnitztal-Radweg geht in die Verlängerung

Noch dieses Jahr soll Baubeginn für die Trasse zwischen Markersdorf und Diethensdorf sein. Das nötige Geld steht jetzt bereit. Aber das ist nicht die einzige gute Nachricht.

Markersdorf.

Jetzt hat es Günter Hermsdorf schwarz auf weiß: Das sächsische Verkehrsministerium gibt 2,3 Millionen Euro für den Bau des ersten Abschnitts des Chemnitztal-Radweges von Markersdorf bis Diethensdorf. Der Chef des Radweg-Zweckverbandes hatte lange auf grünes Licht warten müssen. Seit der Planung vor vier Jahren war die Finanzierung ungeklärt.

"Nun kann es losgehen", sagt Hermsdorf. Er habe gestern bereits mit Planungsbüros und dem Bauamt gesprochen, damit die nächsten Schritte eingeleitet werden: Ausschreibung der Bauarbeiten, Standortsuche für Ausgleichsmaßnahmen und Absprache mit Beteiligten. Nach Vorstellungen von Hermsdorf könnte als erstes eine kleinere Brücke im Amselgrund - Grafik: 2. Brücke - saniert werden. Das Bauwerk über die Chemnitz sei marode.

Die weitere Vorgehensweise werde der Verbands-Chef mit drei Planungsbüros besprechen. Speziell gehe es dabei um die Sanierung der Bauwerke wie Brücken, Ausgleichsflächen für versiegelte Flächen und die Gesamtplanung. Die Gesamtkosten für den rund 2,2 Kilometer langen Abschnitt belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Die Differenz von 400.000 Euro bezahlt der Verband, dem die Städte Burgstädt und Lunzenau sowie die Gemeinden Claußnitz, Königshain-Wiederau, Lichtenau und Taura angehören.

"Radfahren liegt im Trend und wird immer beliebter", sagt Verkehrsminister Martin Dulig. Sei es auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder zur Schule, in der Freizeit oder im Urlaub. Um den Trend zu fördern, habe man das Geld zur Verfügung gestellt.

Warum von der Planung bis zum Baubeginn vier Jahre verstreichen mussten, begründet Hermsdorf: "Es war schwierig, dafür Geld zu bekommen." Denn bis Ende 2015 durften nur Kommunen Fördergeld erhalten. Seit diesem Jahr könnten auch Zweckverbände einen Antrag stellen. Das sei so schnell wie möglich erfolgt, so Hermsdorf.

Neu ist im Gegensatz zu den Abschnitten in Chemnitz und auf den übrigen Wegen in Richtung Wechselburg, dass der Radweg parallel und nicht auf den ehemaligen Bahnschienen geführt wird. Da der Museumsverein Taura/Markersdorf Draisine-Fahrten und andere Aktionen anbietet, wird von der einstigen Bahntrasse abgewichen, sagt Hermsdorf. Der selbstständig geführte und vom öffentlichen Straßennetz abgesetzte Radweg verläuft parallel zur ehemaligen Bahnstrecke Wechselburg-Chemnitz/Küchwald im Tal des Chemnitzflusses auf den Flächen der Gemeinden Claußnitz und der Stadt Burgstädt sowie parallel zur Straße im Chemnitztal (S 240). Zur Querung der Chemnitz und von Bächen sind die Sanierung sowie der Neubau von Brückenbauwerken geplant, sagt ein Sprecher des Ministeriums.

Der südliche Anschluss erfolgt an den bereits fertiggestellten Radwegabschnitt entlang der Chemnitztalstraße (B 107) in Markersdorf, Abzweig der Straße Alte Mühle. Das nördliche Ende der Baustrecke befindet sich im Claußnitzer Ortsteil Diethensdorf am ehemaligen Bahnübergang mit der Unteren Hauptstraße. Dort schließt sich die Planung zum zweiten Bauabschnitt an, die eine Fortsetzung des Radweges bis Göritzhain vorsieht, heißt es. Der gesamte Radweg von Markersdorf bis nach Wechselburg wird eine Länge von rund 15 Kilometern haben und ist durchgehend mindestens 2,50 Meter breit und asphaltiert, ergänzt ein Sprecher. Für den Weiterbau bis Wechselburg gibt es laut Hermsdorf erste Vorstellungen, aber noch keine Pläne.

Am Anschluss von Markersdorf-Kolonie bis nach Chemnitz wird zurzeit gebaut. Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr sollen die Bauarbeiten bis Dezember laufen. Aus Sicherheitsgründen könne die 5,7 Kilometer lange Straße nicht eher befahren werden, sagt Sprecherin Isabel Siebert. Dabei seien bereits im Abschnitt Köthensdorf-Markersdorf Asphalt aufgetragen und Bankettarbeiten fast abgeschlossen. Geländer und Schutzeinrichtungen müssten noch angebracht werden. Ende Juli soll der Abschnitt befahrbar sein. Bis Ende November werde der Teil in Richtung Wittgensdorf fertiggestellt.

Und auch die Anbindung in Auerswalde kann starten: "Der Bauauftrag ist vergeben, noch im Juli geht es los", sagt Siebert. Insgesamt sollen 2,6 Millionen Euro investiert werden. Für die Anbindung von Auerswalde an den Radweg sollen zwei Brücken über die Chemnitz und den Auerswalder Bach neu gebaut werden. Zuerst müsste ein Kampfmittel-Trupp nach möglichen Blindgängern aus den Weltkriegen das Gelände absuchen. Dann könnten Erdarbeiten beginnen. Ende 2017 soll dieser Abschnitt befahrbar sein, fügt Siebert hinzu. Kernstück sei eine 105 Meter lange Hängebrücke über die Chemnitz.

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