Die Bayern-Stars: Wo sie landen, wann sie kommen, wo sie schlafen

Am Samstag treffen die Himmelblauen im DFB-Pokal auf den deutschen Rekordmeister. Die Partie ist ausverkauft. Was bekommen die Chemnitzer außerhalb des Stadions von den Fußballprofis mit?

Die 1000 Karten im freien Vorverkauf waren in wenigen Minuten weg. Um eine davon zu ergattern, hatten Fans sogar eine Nacht vor der Community-4-you-Arena gecampt: Das DFB-Pokalspiel des Chemnitzer FC am Samstag gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München hat Euphorie ausgelöst. Wer auch nur ein wenig Fußball-affin ist, will die Stars um Thomas Müller und Arjen Robben sehen. Und wer FCB-Anhänger ist, wird versuchen, so nah wie möglich an seine Idole heranzukommen.

Aber wie nah kommt man tatsächlich ran an die Bayern? So viel hat "Freie Presse" in Erfahrung bringen können: Nach Auskunft der Pressestelle des FCB reist die Mannschaft am Freitag mit dem Flugzeug nach Dresden, von dort geht es mit dem Bus weiter. Aber wohin? Wo die Fußball-Stars übernachten, ist in der Regel ein gut gehütetes Geheimnis, das erst im Nachhinein gelüftet wird. Die Sportler wollen sich auf die Partie konzentrieren und nicht von Fans belagert werden. Als Borussia Dortmund 2015 in der ersten Runde des DFB-Pokals beim CFC antrat, wich das Team um den damaligen Trainer Thomas Tuchel ins Erzgebirge aus, ins Santé Royale Hotel- und Gesundheitsresort im erzgebirgischen Warmbad. "Die wollten ihre Ruhe haben und abgeschirmt sein", erinnert sich Hotelbesitzer Stefan Kiefer. Neben hohem Standard sei den Verantwortlichen Abgeschiedenheit und gute Verpflegung wichtig gewesen. Sehr früh habe das Hotel schon detaillierte Essenspläne erhalten, berichtet Kiefer. "Die wussten genau, was sie wann essen."

Dass die Borussia in dem Vier-Sterne-Haus in Warmbad übernachtet, sickerte jedoch schnell durch: Bei der Ankunft des Teams warteten mehrere hundert Fans auf den Bus mit den Profis. Die ließen sich nicht lumpen, gaben Autogramme und machten Fotos mit ihren Anhängern. Er habe sich auch um die Beherbergung der Bayern beworben und sei unter die letzten zwei Kandidaten gekommen, berichtet Kiefer. Letztlich habe wohl der Anfahrtsweg vom 30 Kilometer entfernten Kurort zum Chemnitzer Stadion den Ausschlag für ein anderes Hotel gegeben, vermutet der Besitzer.

Das Geheimnis des Übernachtungsortes der Bayern lüftet der FCB selbst. Die Mannschaft checke im Hotel an der Oper ein, teilt ein Pressesprecher auf Anfrage mit. Das Vier-Sterne-Haus im Chemnitzer Zentrum mit 91 Zimmern ist in der Nacht von Freitag auf Samstag tatsächlich ausgebucht - eine Ausnahme in diesem Monat. Auf Anfrage sagt Hotel-Chef Eric Stahnke: "Unsere Professionalität verbietet es uns, dass wir uns vorab zu Spekulationen über mögliche Gäste äußern." Allerdings haben bereits die Bundesligisten Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg in dem Gasthaus übernachtet.

Und wie geht es weiter? Ein Empfang oder öffentlicher Auftritt sei nicht geplant. "Die Mannschaft fährt direkt ins Hotel", so der Pressesprecher des FC Bayern. Wann genau das sein wird, ließ er offen. Den Samstagvormittag bis zum Anpfiff des Spiels um 15.30 Uhr verbringen die Stars vorwiegend im Hotel. "Ein Training wird es an diesem Tag nicht geben. Nur ein leichtes Anschwitzen, vermutlich im Hotel", hieß es aus der Pressestelle. Während die Fans also vor dem Hotel heiß laufen, weil sie auf ein Foto mit den Stars hoffen, machen sich die Profis im Inneren schon mal warm.


Sonderparkplätze, mehr Sicherheitspersonal und Public Viewing im kleinen Rahmen

Fans, die mit dem Auto anreisen, stehen mehr Stellflächen als sonst zur Verfügung. "Es wird Sonderparkplätze geben", sagt Nicole Oeser, Pressesprecherin des CFC. "Wir arbeiten derzeit an einem konkreten Parkleitsystem für dieses Spiel."

Die Einlasskontrollen für die Partie seien die gleichen wie bei allen Ligaspielen, sagt Oeser. Große Taschen und Rucksäcke seien verboten. "Es wird mehr Sicherheitspersonal geben, denn mit 15.000 Zuschauern wird das Stadion so voll wie noch nie."

Auch der städtische Verkehrsbetrieb CVAG stellt sich auf die große Anzahl von Zuschauern ein. Vor und nach dem Spiel setze man mehr Busse ein als sonst bei Heimpartien, kündigt Sprecher Stefan Tschök an.

Wer keine Karte für das Spiel bekommen und auch kein Abonnement des Bezahlsenders Sky abgeschlossen hat, der die Partie überträgt, kann auf Kneipen ausweichen. Unter anderem wird das Spiel im Turmbrauhaus, in Lienaus Pub (Zwickauer Straße 222) und im Bowlingtreff (Neefestraße 58) übertragen. In den beiden letzteren Lokalitäten kommen neben Fernsehern wahrscheinlich auch Leinwände zum Einsatz.

Der CFC werde aller Voraussicht nach kein Public Viewing organisieren, sagt Club-Sprecherin Oeser. Ein Grund sei, dass das Spiel am Nachmittag stattfinde und es zu dieser Tageszeit aufgrund der Lichtverhältnisse schwierig sei, das Spiel auf einer Leinwand zu übertragen. "Außerdem spüren wir aktuell kein gesteigertes Interesse an solch einer Übertragung." (tre/lumm)

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7Kommentare
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    0
    Zeitungss
    13.08.2017

    @Pixelhost: Ich gehe davon aus, dass ich mit meiner abwägigen Meinung gemeint war. Sie dürfen nicht nur mir erklären, warum gerade Steuergwelder dafür eingesetzt werden, um diese kostenintensieve Truppe am Leben zu erhalten. Wenn die Chemnitzer diesen Schwachsinn für RICHTIG halten, dann meine volle Zustmmung, ich muß es nicht ausbaden. Es sollte nur keine Schule machen, was leider zu befürchten ist. Chemnitzer Beiträge, WO ES ÜBERALL KLEMMT, werden nicht auf sich warten lassen. Ich vermisse Erfolgsberichte über diese Truppe an dieser Stelle, hätte ich erwartet, rote Daumen gab es ja genug. Bitte meime Zeilen nicht ERNST nehmen, es betrifft NUR die Chemnitzer Steuerzahler und im Moment NOCH nicht mich.

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    Pixelghost
    13.08.2017

    Leitung, jaja, die aktuellen Sorgen. Es ist natürlich ganz schlimm, wenn man mal nicht ständig die aktuellen Sorgen im Kopf hat wie Eierskandal, Erderwärmung, atomwaffenbauende Nordkoreaner, Trump, Merkel und und und. Es gibt nun mal eben Menschen, die sich für Fussball interessieren und die auch noch einen Lieblingsverein und Lieblingsspieler haben. Und denen ist es vollkommen Wurscht, wie viel die verdienen. Man, genießt Euer Leben. Morgen kann es rum sein.

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    Zeitungss
    12.08.2017

    @Pelz: Selbst wenn man es getan hätte, von Erfolg könne man nicht sprechen, was die subventionierten Ballkünstler betrifft.

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    Zeitungss
    12.08.2017

    Wie aus sachkundigen Kreisen zu erfahren war, hätte auch eine Heiligsprechung der Retter der Chemnitzer Bastion nicht wirklich etwas gebracht. Steuergelder in den Sand setzen, wie in diesem Fall, hebt den Chemnitzer nun wirklich nicht an, was die Vergangenheit hinreichend bewiesen hat. Als Außenstehender sollte mir es eigentlich WURSCHT sein, aber ich habe die Befürchtung, dass es Schule macht, was ich nun wirklich nicht abkönnte. Ich warte jetzt auf den nächsten Kommentar eines Chemnitzers über Zustände, welche wegen Geldmangel auf der WARTELISTE stehen, die Wartezeit dazu, ist sicherlich mehr als kurz.

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    Zeitungss
    10.08.2017

    Bis zur Stunde ein Treffer, etwas MAU.

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    3
    Zeitungss
    09.08.2017

    Wer keine Sorgen hat, macht sich welche. Ich bringe das Fahrrad oder die Bockwurst in China mal wieder ins Gespräch, was damit gemeint ist, wäre auch mal eine Denksportaufgabe und würde zumindest kurzeitig von den aktuellen Sorgen wegen dieser Veranstaltung ablenken. Ich hoffe, über die Vergütung der Himmelblauen macht sich niemand ernsthaft Sorgen, um nicht auch noch zusätzlich medizinisches Personal binden zu müssen. Fußballfreunde, rechts oben links ist das Tor.

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    Pelz
    08.08.2017

    Vielleicht könnte man die Spieler noch in irgendeiner Chemnitzer Kirche für Heilige erklären.



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