Die neuen Pläne für die Theaterstraße

Der geplante Ausbau des Chemnitzer Modells entlang der Leipziger Straße wirkt sich auch auf die Innenstadt aus. Über das Wie gibt es mittlerweile völlig neue Ideen.

Nach Niederwiesa oder doch eher nach Limbach- Oberfrohna? Unter den Stadträten ist eine Diskussion darüber entbrannt, welche der geplanten Chemnitzbahn-Verbindungen ins Umland als nächste in Angriff genommen werden soll. Eine von SPD und Bündnis90/Grüne initiierte erste Richtungsentscheidung wurde gestern Nachmittag wieder von der Tagesordnung des Stadtrates gestrichen. Es gebe noch Beratungsbedarf, hieß es.

Die Initiatoren des Antrags bevorzugen ebenso wie die Stadtverwaltung zunächst den Ausbau des Chemnitzer Modells entlang der Leipziger Straße voranzutreiben, in Richtung Röhrsdorf und bis nach Limbach- Oberfrohna. Absehbar ist, dass ein solcher Schritt sich auch auf Teile der Innenstadt auswirken wird. Entlang der Brücken- und der Theaterstraße wären neue Straßenbahngleise zu verlegen, sodass rund um die Innenstadt ein geschlossener Ring entsteht.

Wie dies passieren soll und wie sich das Umfeld der neuen Trasse mit Gewinn für die Aufenthaltsqualität in der Stadt umgestalten ließe, dazu gibt es im Rathaus bereits eine Reihe von Ideen. Sie reichen weit über die eigentlichen Bahnanlagen hinaus, betont Verkehrsplaner Dirk Bräuer vom Tiefbauamt der Stadt. Und sie unterscheiden sich zum Teil erheblich von den bisherigen Überlegungen.

Beispiel Theaterstraße: Anders als bislang diskutiert, könnte der Abschnitt zwischen Innerer Klosterstraße und Falkeplatz völlig neu aufgeteilt werden. War bisher davon ausgegangen worden, dass die Bahngleise klassisch in der Mitte der Straße verlaufen werden und die Fahrbahnen weiterhin links und rechts daneben, so schlagen Planer nun eine radikale Neuordnung vor. "Es soll dort nicht mehr so sehr nach Autobahn aussehen, sondern mehr nach Stadt", lautet die Devise.

Der Autoverkehr würde bei diesem Modell komplett nach außen, auf die dem Kaßberg zugewandte Seite verbannt werden; dorthin, wo derzeit die Fahrspuren in Richtung Falkeplatz verlaufen. In jede Richtung soll es dann nur noch eine Spur geben. Das, so Verkehrsexperten, reiche aber völlig aus, um die täglich rund 18.000 Fahrzeuge aufzunehmen, die üblicherweise auf der Theaterstraße unterwegs sind.

Auf der der Innenstadt zugewandten Seite der Theaterstraße wäre damit genügend Platz sowohl für die Bahnanlagen (auf Rasengleis) als auch für eine einladende Promenade, ähnlich dem Fußgängerbereich Am Wall. Entlang der Wohn- und Geschäftshäuser auf dieser Seite würde zudem noch ein Anliegerbereich entstehen, der auch von Radfahrern mit genutzt werden kann.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, wären nach Einschätzung von Baubürgermeister Michael Stötzer mindestens zwei bis drei Jahre Vorbereitungszeit nötig. Genug Zeit auch für die Investoren des geplanten Neubaukomplexes am Getreidemarkt, um ihr Vorhaben vorher noch fertigzustellen.


Kommentar: Bitte mehr Grün!

Wie viele Jahre ist es jetzt her, dass Bäume vors Rawema-Haus gesetzt wurden? Lange hat es jedenfalls nicht gebraucht, bis die Stämmchen von einst dort zu recht stattlichen Schattenspendern wurden, die den Aufenthalt merklich angenehmer machen. Auch der Wall wird in absehbarer Zeit eine ähnliche Entwicklung nehmen. Beispiele, wie positiv sich zusätzliches Grün auf die Innenstadt und - im weitesten Sinne - auf das Klima dort auswirkt, gibt es mittlerweile genug. Von daher sollte es für Stadt und Stadtrat keine Frage sein, diesen Weg auch bei der Neugestaltung von Brücken- und Theaterstraße weiterzugehen. Das schließt natürlich ein, auch das nötige Geld für Unterhalt und Pflege bereitzustellen. Geld, das man sich an anderer Stelle vielleicht sparen kann, wenn in der Innenstadt die eine oder andere Straße künftig eine Nummer kleiner ausfällt.

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2Kommentare
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  • 2
    0
    Steuerzahler
    19.11.2017

    Und ich dachte schon, den Chemnitzer Verkehrsplanern fällt nichts mehr ein, wo man Fahrspuren beseitigen könnte, nach Reichenhainer, Wolgograder usw. Schließlich ist das doch eine Möglichkeit, den Schadstoffausstoß durch schleichende oder stehende Fahrzeuge zu erhöhen, um dann letztendlich Fahrverbote auszusprechen.

  • 0
    0
    Interessierte
    13.11.2017

    Aus welchem Kopf kommen denn diese Pläne , aus diesem ´Innersten Innenstadtring` ein Boulevard zu machen ...

    Dieser ´Ring` geht vom Thomas-Mann-Platz über den Wilhelm-Külz-Platz und Bogen Eckstraße bis hin zum Falkeplatz und zum Stefan-Heym--Platz über den angedachten Kohl-Platz und die Dresdner Straße wieder hin zum Thomas-Mann-Platz
    Vielleicht sollte man das mal in eine Verbindung bringen so wie in Zwickau der Innenstadtring ...



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