Ein Park für den Sonnenberg - Bänke und Rasen statt Lagerplatz

Die Stadt will bis Ende Juni an der Fürstenstraße eine Grünfläche anlegen und gestalten. Auch ein verschwundener Brunnen soll dann wieder sprudeln.

Sonnenberg.

Der südliche Sonnenberg gleicht derzeit einer Großbaustelle. So ist die Zietenstraße schon seit Juni vergangenen Jahres gesperrt, weil dort Gebäude an das Fernwärmenetz des Versorgers Eins angeschlossen sowie Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle verlegt werden. Doch auch gleich nebenan rollen die Bagger. Auf einer Freifläche im Winkel von Zieten- und Fürstenstraße entsteht derzeit der sogenannte Alberti-Park.

Auf dem rund einen halben Hektar großen Areal befanden sich einst Plattenbauten, die erst kurz vor der Wende errichtet und einige Jahre später sukzessive wieder abgerissen wurden. Seither ist die Fläche verwaist, nur ein "Sparkassen-Würfel" befindet sich dort noch. Zuletzt wurde der Bereich zudem als Lagerplatz für die Bauarbeiten entlang der Zietenstraße genutzt.

Künftig sollen indes Bänke, bepflanzte Wege und gepflegte Rasenflächen Passanten zum Verweilen einladen. An der Fürstenstraße entsteht ein gepflasterter Vorplatz. Dort, wo sich einst die Hauseingänge an der Zietenstraße befanden, wird eine Baumreihe gepflanzt. Zudem ist eine Boule-Fläche geplant. Im hinteren Bereich sollen mehrere Spielgeräte aufgestellt werden. Und dann ist da noch ein Brunnen: "Haarwäsche" heißt das Wasserspiel des Bildhauers Peter Fritzsche, das sich von 1990 bis 2012 an der Sonnenstraße befand und dann wegen Bauarbeiten im Umfeld abgebaut wurde. In Betrieb war der Brunnen zu diesem Zeitpunkt aber schon jahrelang nicht mehr. Nach der Wiederaufstellung soll sich dies nach Angaben der Stadt allerdings ändern und das Wasser wieder sprudeln - im neuen Alberti-Park.

Nicht nur deshalb freut sich Quartiersmanagerin Elke Koch auf das fertige Areal. Einen Park anzulegen, gehöre immer noch zu den besseren Möglichkeiten, mit Brachflächen umzugehen, sagt sie. "Dadurch, dass ja auch Spielflächen eingeplant sind, glaube ich schon, dass er trotz seiner relativ kleinen Fläche gut von den Bewohnern im Umkreis angenommen wird", so Koch.

Ursprünglich hatte das Areal wegen der angrenzenden Fürstenstraße den Arbeitstitel "Fürstenplatz" getragen. Stadtteilrat und die Arbeitsgemeinschaft Sonnenberg-Geschichte unterbreiteten der Stadt darauf den Vorschlag, den Park nach Rüdiger Alberti zu benennen. Dieser war von 1928 bis 1937 Pfarrer an der nicht weit entfernten Markuskirche und wurde in dieser Zeit von den Nationalsozialisten mehrfach verhört, vom Dienst suspendiert und für einige Monate im Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg interniert. Sein "Vergehen": In einer Bekanntmachung wandte er sich 1935 gegen eine "neue Religion", die sich "deutscher Glaube und nicht mehr christlicher Glaube" nenne und verband dies mit einem Gebet für alle in dieser Zeit bereits verhafteten Pfarrer. Später in britischer Kriegsgefangenschaft, verstarb Alberti 1953 in Leipzig.

Die Fertigstellung des nach dem Pastor benannten Parkes ist für Ende Juni dieses Jahres vorgesehen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 370.000 Euro, die Maßnahme wird durch Städtebaumittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" gefördert.

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