Ein Tisch kann ein Statement sein

Die Handwerkskammer würdigt die ökologische Philosophie des Möbelherstellers Tuffner. Der Chef des Unternehmens hat einen ganz besonderen Wunsch.

Der etwa zwei Meter lange Tisch im Möbelhaus Tuffner an der Zwickauer Straße ist nicht nur ein Tisch. Es ist ein Statement. "Er ist so gemacht, dass er mindestens 20 Jahre lang hält und gefällt", sagt Firmenchef Jens Tuffner. Das heißt: gutes Material und zeitloses Design. Der Tisch drücke zugleich das aus, was er als seinen unternehmerischen Grundsatz bezeichnet: ökologisch, nachhaltig, wertig. Das bleibt nicht verborgen: Jens Tuffner wurde ausgezeichnet. Für die umweltorientierte Unternehmensführung, Schonung von Ressourcen und für die Umnutzung eines alten Industriegebäudes ehrte die Handwerkskammer Chemnitz den Diplom-Holzgestalter mit einem Umweltpreis. Insgesamt wurden drei Preise in drei Kategorien vergeben. Für preiswürdig hielt die Jury vor allem das durchgehend nachhaltigkeitsorientierte strategische Konzept der Tischlerei.

In Chemnitz ist sein Sitz an der Zwickauer Straße bekannt. Tuffners Werkstatt aber ist in Langenweißbach im Landkreis Zwickau eingerichtet. Dort entstehen Möbel aus Massivholz. Im Gegensatz zur herkömmlichen Produktion werden sie nicht mit Formaldehyd, sondern mit Naturölen und -wachsen vollendet, erklärt er. Auch Möbel anderer Hersteller, die er verkauft, seien nach diesem Grundsatz hergestellt. Es handle sich um ausgewählte Partner. "Wir arbeiten mit Firmen aus ganz Europa zusammen, die unsere Philosophie teilen", sagt Tuffner. Beheizt wird die Werkstatt über eine Holzheizung, bei der die Abfälle der Möbelproduktion verfeuert werden. Der Strom kommt an beiden Standorten von einer eigenen Fotovoltaikanlage. Das helfe wirtschaften, denn die 1400 Quadratmeter große Verkaufsfläche werde permanent beleuchtet.

Möbelproduktion und -verkauf sind ein sensibles Geschäft, sagt Tuffner. Die großen Möbelhäuser locken regelmäßig mit Sonderaktionen und Rabatten. Sich alle paar Jahre neu einzurichten, sei damit gut möglich. Häufig würden die Stücke aus Billiglohnländern kommen. Damit kann und will die vor 27 Jahren gegründete Firma Tuffner nicht mithalten. Zwar wechselt auch bei Wohnungs- und Hauseinrichtungen der Zeitgeist. Doch viele Kunden orientieren sich offenbar an der Philosophie ihrer Großeltern und Urgroßeltern, die ihre Einrichtung zumeist nach der Hochzeit anschafften und ein Leben lang behielten, hat der Chef von 30 Mitarbeitern beobachtet. So manches Möbelstück von damals habe die Zeiten überlebt und gilt heutzutage als Antiquität. Solch eine Wertschätzung wünscht sich Tuffner auch für seine Kreationen. "Wir wollen die Antiquitäten von morgen schaffen." Seine Kunden würden sich zumeist zum zweiten Mal einrichten. Die Käufer kommen nicht nur aus Chemnitz, sondern aus ganz Sachsen, zunehmend aus Dresden und Leipzig. Das hat Folgen. Weil die Produktionskapazitäten nicht mehr ausreichten, wird derzeit die Werkstatt in Langenweißbach erweitert. Und es werden neue Maschinen angeschafft.

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