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In der Siedlung am Glücksberg in Furth wurden in den zurückliegenden Tagen gleich mehrere Bewohner während sie schliefen Opfer nächtlicher Einbrüche. Nicht einer von ihnen hat etwas mitbekommen. Selbst ein Hund, der laut seinem Besitzer sonst immer anschlägt, blieb ruhig.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 2

Einbrecher suchen Bewohner im Schlaf heim

Sie haben es vor allem auf Geld abgesehen und steigen über Nacht in Wohnungen ein, ohne dass die Betroffenen etwas davon bemerken. Und nicht nur das gibt manchem Rätsel auf.

Von Michael Müller
erschienen am 14.09.2017

Sie schrie, wie wohl noch nie in ihrem Leben. Dabei war es reiner Zufall gewesen, dass Gerlinde P.* dazukam, als sich eines Nachts jemand Fremdes im Wohnzimmer ihres Einfamilienhauses umsah. Etwas Verdächtiges gehört hatte sie nicht. Aber auf dem Weg zur Toilette bemerkte die 65-Jährige dann doch den Schein einer Taschenlampe. Als sie das Licht anknipste und ins Zimmer brüllte, suchte der Fremde - oder war es eine Frau? - das Weite. "Schnell wie ein Reh", so schildert Gerlinde P., habe die Person sich aus dem Staub gemacht.

Ein Einzelfall, verursacht durch einen Einbrecher, der fälschlicherweise davon ausgegangen war, es sei niemand zu Hause? Mitnichten. Seit Monatsbeginn musste schon eine ganze Reihe von Chemnitzern die Erfahrung machen, dass Fremde über Nacht in ihre Wohnung eingestiegen waren - ohne sich darum zu scheren, ob Bewohner im Hause sind. Zumeist stellten die Betroffenen erst am Morgen danach fest, dass in ihren vier Wänden Einbrecher zugange waren. Anders als Gerlinde P. hatten sie nicht das Geringste davon mitbekommen.

"Dabei schlafen wir genau über der Tür, über die sie eingestiegen sind", erzählt eine junge Frau, noch immer verwundert. Auch nach dem Aufstehen sei ihr und ihrem Mann nicht aufgefallen, dass etwas nicht stimmt. Erst als ihre achtjährige Tochter sie darauf hingewiesen habe, dass die Terrassentür beschädigt sei, seien sie stutzig geworden. "Es ist gruselig, dass man sich im eigenen Haus nicht mehr sicher fühlen kann", so die zweifache Mutter.

"Wir schlafen nur zwei Zimmer weiter, haben wegen unserer Katze in der Wohnung nachts alle Türen offenstehen - und dennoch nichts gehört und nichts bemerkt", erzählt eine 25-Jährige, die in derselben Nacht ungebetenen Besuch im Haus hatte. Noch unglaublicher der Fall eines Anwohners, der ein paar Ecken weiter wohnt. Gleich zwei Wohnungen seien in dem Haus durchsucht worden, ohne dass jemand wach geworden sei. "Auch unser Hund, der sonst immer anschlägt, ist komischerweise ruhig geblieben", so der 72-Jährige.

Auffällig ist: Die Fälle der vergangenen Tage weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf. Da wären zum einen die Tatorte, die zwar in ganz unterschiedlichen Stadtteilen zu finden sind, aber immer in eher abgelegenen Siedlungen. Bislang wurden Einbrüche unter anderem aus Borna, Gablenz, Schönau, Altendorf und vom Rande des Zeisigwalds bekannt. Am Glücksberg in Furth schlugen die Täter sogar mehrmals hintereinander zu, zuletzt in der Nacht zu Mittwoch.

Auch im Vorgehen gibt es Parallelen. In der Regel werden die Rahmen von Balkon- oder Terrassentüren aufgebohrt und dann aufgehebelt. Drinnen gilt das Interesse der Täter in erster Linie Bargeld. Ohne Weiteres greifbare Wertgegenstände wie Handys, Tablets oder Kameras - in vergleichbaren anderen Fällen oft beliebtes Beutegut - bleiben hingegen unangetastet, berichten Einbruchsopfer übereinstimmend.

Wer hinter den Taten stecken könnte, dazu gibt es bislang bestenfalls Mutmaßungen. Die Polizei sicherte an den Wohnungen jeweils Spuren und prüft nun Zusammenhänge. Ob Zufall oder nicht: Im Gespräch mit der "Freien Presse" gaben mehrere Betroffene an, vor einigen Wochen oder auch Monaten hätten Fremde an ihrer Tür geklingelt, eine Notlage geschildert und um etwas Geld gebeten. "Die junge Frau sagte, sie sei aus Ungarn und benötige Windeln für ihr Baby", schildert Gerlinde P. "Ich würde sie mit Sicherheit wiedererkennen."

* Name von der Redaktion geändert.

 
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