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Leon Brunner fährt mit der Buslinie 254 von Röhrsdorf, wo er wohnt, nach Limbach-Oberfrohna zur Schule. Da die Busse nur stündlich verkehren, muss der Achtklässler nach Schulschluss manchmal 50 Minuten warten. Das stört auch seine Mutter Sandra Brunner.

Foto: Andreas Seidel Bild 1 / 2

Eltern fordern mehr Busfahrten vor und nach der Schule

Wegen des Stundentakts auf der Linie 254 entstehen oft lange Wartezeiten, sagen Bewohner von Kändler und Röhrsdorf. Sie haben bei ihrem Vorstoß nicht nur die Jugend im Blick.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 08.06.2017

Limbach-O/Röhrsdorf. Wenn Leon Brunners Schultag endet, braucht der 14-Jährige manchmal mehr als eine Stunde, bis er zu Hause ist. Dabei ist sein Weg von der Geschwister-Scholl-Oberschule in Limbach-Oberfrohna nach Röhrsdorf, wo der Jugendliche zu Hause ist, nicht außergewöhnlich weit. Die Buslinie 254 benötigt für die Strecke etwa 15 Minuten. Doch die Fahrzeiten sind nicht immer auf das Unterrichtsende abgestimmt - und der Bus verkehrt bis auf wenige Ausnahmen nur stündlich. Deshalb kann es passieren, dass Leon 50 Minuten auf den Bus warten muss.

Seine Mutter Sandra Brunner ist deshalb unzufrieden. "Es wäre schon viel besser, wenn der Bus alle halbe Stunde fahren würde", sagt sie. Der Bedarf ist aus ihrer Sicht gegeben: Die Fahrzeuge seien zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags sehr voll. Nach Angaben der Röhrsdorferin ist die Linie 254 für den Ort enorm wichtig. "Es ist die einzige Nahverkehrs-Verbindung nach Chemnitz und Limbach-Oberfrohna." Umso bedauerlicher sei der Stundentakt. "Ältere Leute müssen sich genau überlegen, zu welcher Zeit sie etwa in Chemnitz einen Arzttermin vereinbaren", stellt Sandra Brunner fest. Zudem stört die 36-Jährige, dass die Linie abends zwischen 20 und 21 Uhr den Betrieb einstellt. "Wenn die Jugendlichen danach etwas unternehmen wollen, müssen deshalb immer die Eltern einspringen."

Die Diskussion um das Angebot auf der Buslinie 254, die von Chemnitz über Röhrsdorf und Kändler nach Limbach-Oberfrohna sowie in der Gegenrichtung verkehrt, geht also weiter. Angestoßen hatte sie ein Bewohner aus Kändler, aber mit einer ganz anderen Zielrichtung: Der Rentner hatte die Verkehrsunternehmen dafür kritisiert, dass auch abends bei schlechter Auslastung noch Gelenkbusse unterwegs sind. Dies verschwende Kraftstoff und habe negative Folgen für die Umwelt.

Der Artikel in der "Freien Presse" löste eine lebhafte Debatte in den sozialen Netzwerken aus. Einige Kommentatoren geben dem Rentner recht, andere fordern eine Aufstockung des Angebots. "Ein Bus in der Stunde und der letzte um acht - das ist wirklich nicht viel", betont ein Nutzer auf Facebook. In Kändler sei wenig los, deshalb hätten Jugendliche in ihrer Freizeit kaum eine andere Möglichkeit, als etwa nach Chemnitz zu fahren. Zustimmung erhält er von einem anderen Kommentator: "Ich finde das eine absolute Sauerei, dass man hier in Kändler ohne Führerschein absolut aufgeschmissen ist." Zwar gibt es am späten Abend gegen 22.45 Uhr noch eine Busverbindung von Chemnitz nach Limbach-Oberfrohna. Doch die Buslinie 526 fährt über die Autobahn und hält nur an drei Stationen in Limbach-Oberfrohna - keine davon befindet sich in Kändler.

Im Chemnitzer Nahverkehr stehen Ende des Jahres einige Änderungen an. Unter anderem sollen am Abend mehr Busse und Bahnen fahren, außerdem wird eine Ringbuslinie eingeführt. Auch für Röhrsdorf steht eine Neuerung an: Nachmittags soll die Buslinie 254 durch mehr Fahrten entlastet werden, wovon vor allem Schüler profitieren könnten. Der Haken: Die ergänzenden Fahrten sind nur zwischen dem Chemnitz-Center und der Ortsgrenze zwischen Röhrsdorf und Kändler vorgesehen. Schüler wie Leon Brunner, die in Limbach-Oberfrohna zur Schule gehen, werden also keine besseren Bedingungen vorfinden.

Nach Angaben von Stefan Tschök, Sprecher des Chemnitzer Verkehrsbetriebs CVAG, entscheidet die Politik über die Nahverkehrs-Angebote - im Fall der Linie 254 also der Chemnitzer Stadtrat und der Zwickauer Kreistag. Generell gelte aber, dass sich der Nahverkehr an der Stadtstruktur orientiert, erklärt Tschök. Das bedeutet: Dicht besiedelte Stadtteile und Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser werden häufiger angefahren als ländlich geprägte Orte - zu denen auch Kändler gehört.

 
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