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Pfarrerin Annemarie Colditz hat die umfangreiche Sanierung der Kirche in Wolkenburg von Anfang bis Ende begleitet.

Foto: Andreas Seidel

Ende einer Dauerbaustelle: Wolkenburger Kirche ist saniert

Die Arbeiten am Gotteshaus dauerten fünf Jahre. In der Diskussion um die richtige Bezeichnung des Gebäudes vertritt die Pfarrerin einen klaren Standpunkt.

Von Steffi Hofmann
erschienen am 12.10.2017

Wolkenburg. Nach fünf Jahren Bauzeit ist das Projekt Sanierung beendet: Die Erneuerung der Kirche in Wolkenburg wurde vor wenigen Tagen abgeschlossen. Insgesamt 1,5Millionen Euro flossen in Arbeiten an und im Gotteshaus. Der letzte große, 320.00 Euro teure Bauabschnitt begann im Mai. Die Fassade und die Freitreppen wurden saniert und frisch gestrichen, das Pflaster um die Kirche erneuert, eine Drainage verlegt und frisches Gras gesät, erläutert Pfarrerin Annemarie Colditz, die seit Herbst 2011 in der Kirche predigt. Vorerst gebe es keine weiteren Bauprojekte, die angedacht seien. Lediglich der Marmorstuck am Altar könnte irgendwann noch erneuert werden, so die Pfarrerin.

In vier Bauabschnitten waren seit 2012 Stuckateure, Zimmerer und Dachdecker, Maler und Fensterbauer an der Wolkenburger Kirche im Einsatz. Als erstes wurden das Dach und der Turm saniert. An der Turmspitze sind die Lorbeerkranz-Muster um die Fenster und die Sohlen am Dachsims ausgebessert worden. Bei einem Holzgutachten war zuvor festgestellt worden, dass der gesamte Dachstuhl ausgebessert werden muss. Das Dach wurde zwar erst in den 1980er-Jahren neu gedeckt, doch das Material - alte Schieferplatten - war offenbar minderwertig. Mit Dach und Turm wurden 2013 die ersten beiden Bauabschnitte fertiggestellt. Im Jahr 2015 folgte Abschnitt drei - die Fenster.

Dass der vierte und letzte Bauabschnitt erst im Mai 2017 und damit recht spät begonnen werden konnte, hat laut Annemarie Colditz vor allem einen bürokratische Hintergrund. "Die finanziellen Mittel waren da, aber die Bearbeiter kamen einfach nicht hinterher, sie freizugeben", so die Pfarrerin. Die gesamte Sanierung sei wesentlich durch drei große Säulen finanziell getragen worden: Fördermittel über das Programm der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie Geld vom Denkmalschutz und von der Landeskirche. "Dazu gab es einen geringen Teil an Eigenmitteln wie Spenden", ergänzt Colditz.

Was ihr nach der fertigen Sanierung nun noch wichtig ist: Dass die Menschen die Kirche beim richtigen Namen nennen - Neue Kirche Wolkenburg. Seit den 1980er-Jahren werde das Gotteshaus fälschlicherweise St. Mauritiuskirche genannt, was wohl auf eine inoffizielle Namensgebung eines Pfarres vor über 30 Jahren zurückgehe. Im Rahmen der Sanierung sei nun aber bei Anfragen an die Landeskirche zutage gekommen, dass eine St. Mauritiuskirche nie registriert und anerkannt worden sei. "Dieser Name ist unhistorisch", sagt Annemarie Colditz. St.Mauritius sei ein Name aus katholischen Zeiten. Die klassizistische Kirche in Wolkenburg sei jedoch im Geiste der Aufklärung entstanden. Sie wurde in den Jahren 1794 bis 1804 durch den Hofbaumeister Giesel aus Dresden nach Wünschen von Detlev Carl Graf von Einsiedel errichtet, eines überzeugten Protestanten, erzählt die Pfarrerin. "Auf alten Siegeln ist zudem auch immer der Name Neue Kirche zu lesen und nicht Mauritiuskirche."

Mit Blick auf die heutige Nutzung wünscht sich die Theologin mehr Musik in dem Gotteshaus. "Es handelt sich hier um eine Konzertkirche, das sollte mehr wahrgenommen werden", sagt Annemarie Colditz. Ein erster Anfang: Am Reformationstag, 31. Oktober, findet um 16.30 Uhr ein Festgottesdienst mit einem Chor statt.

 
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