Extra-Reihe im Metropol - Wenn das Baby mit ins Kino darf

Filmegucken - und das Kleinkind ist dabei. Das ist in Kürze möglich. Dabei geht es nicht nur um ein Leinwand-Erlebnis.

Für Maret Wolff ist es ein Herzensprojekt. Die 40-jährige Betreiberin des Metropol-Kinos an der Zwickauer Straße hat selbst bereits zwei Elternzeiten hinter sich. "Mütter und Väter von Kleinkindern haben oftmals Schwierigkeiten, am kulturellen Leben teilzunehmen", so die gebürtige Berlinerin. Bereits mit der Übernahme des Metropol vor knapp einem Jahr plante Wolff daher die Einführung des sogenannten Kinderwagen-Kinos in Chemnitz. Das Konzept existierte bisher nur in Großstädten wie Dresden oder Leipzig und erlaubt es Eltern, ihre Kleinkinder in die Vorführung mitzunehmen.

Auftakt für das mit Babypol betitelte Programm ist am 18. Oktober. Ab 11 Uhr können sich Eltern in Begleitung ihrer Neugeborenen, passend zum Thema, die französische Komödie "Wie die Mutter so die Tochter" anschauen, die sich um Probleme schwangerer Frauen dreht. Die Babypol-Vorführungen werden künftig an jedem Mittwoch um 11 Uhr stattfinden.

Das Besondere dabei: Am barrierefreien Eingang des Kinosaals wird ein Wickeltisch aufgestellt, an dem die Mütter und Väter ihre Kleinen jederzeit versorgen können. Mit einem Babystau rechnet Wolff jedoch nicht: "Ich erwarte etwa 20 bis 40 Eltern je Vorstellung." Kinderwagen und sonstige Transportmittel dürfen in den Saal mitgenommen werden und insbesondere die Doppelsitze eigneten sich laut Wolff gut zum Windeln wechseln oder Säubern der Kleinkinder. Während der Vorführungen ist der Saal heller als üblich und der Ton wird heruntergedreht. Babypol richtet sich an Eltern, deren Kinder sich noch nicht im Krabbelalter befinden und vom Film nichts mitbekommen sollen. Gezeigt wird daher Erwachsenenkino, nicht jedoch Horror- oder Actionfilme. Wegen des erhöhten Platzbedarfes für die Kinder werden die Ticketpreise für die Babypol-Vorstellungen von den üblichen fünf auf sechs Euro angehoben. Weitere Kosten fallen nicht an, so Wolff.

Doch nicht nur für Eltern mit Babys ist Kinderwagen-Kino geeignet. "Das Angebot ist auch für Senioren interessant, die häufig ungern zu später Stunde das Kino besuchen und denen der Ton oftmals viel zu laut ist, vorausgesetzt sie stören sich nicht an Kinderlärm", sagt Maret Wolff. Besucher ohne Kind seien ebenfalls eingeladen zu kommen.

Für die Zukunft plant Wolff zudem einen Basar, bei dem die Kinobesucher nach der Filmschau etwa Babyklamotten oder Spielsachen tauschen können. "Basar und Kino bieten Eltern eine Gelegenheit, miteinander in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und sich auch mal über Nicht-Eltern-Themen auszutauschen", so Wolff.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...