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Foto: Ariane Bühner Bild 1 / 3

Feuer: Gablenz kommt nicht zur Ruhe

Erneut haben in dem Stadtteil Autos in Flammen gestanden. Bei den Anwohnern wird die Unsicherheit immer größer.

Von Jürgen Werner
erschienen am 13.09.2017

Die letzten Spuren dessen, was sich in der Nacht ereignet hat, sind am Vormittag noch zu sehen. Der Boden ist schwarz vor Ruß, überall liegen Glassplitter verteilt.

Schon wieder haben in Gablenz Autos gebrannt. Der letzte Vorfall dieser Art liegt gerade einen Monat zurück, damals waren unter anderem an Claus- und Zschopauer Straße sechs Pkw in Flammen aufgegangen, zudem eine Mülltonne an der Carl-von-Ossietzky-Straße. Diesmal waren es drei Autos. Der Parkplatz im hinteren Bereich der Liddy-Ebersberger-Straße, auf dem die am Morgen abgeholten Fahrzeuge standen, war schon einmal betroffen - im Juli dieses Jahres. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Peter Jahn* wohnt gleich nebenan, von seiner Wohnung aus hat er freie Sicht auf die Parkfläche. "Kurz vor zwölf hat es geknallt. Dann bin ich zum Fenster gegangen und habe schon die Flammen gesehen. Die waren um die vier Meter hoch", sagt er. Sein Auto habe er zum Glück nicht auf dem Areal geparkt, sondern auf der anderen Seite seines Wohnhauses in einer Garage. "Aber hundertprozentig sicher fühle ich mich trotzdem nicht", sagt er.

Auch bei Johanna Güther regiert die Verunsicherung. Zwar habe sie selbst kein Auto. "Aber meinen Sohn hätte es treffen können. Denn er stellt sein Fahrzeug immer dort ab", sagt sie. Den Knall habe sie gehört, kurz nachdem sie ihren Fernseher ausgeschaltet habe, um ins Bett zu gehen. "Ich habe zuerst gedacht, es brennt im Block gegenüber. Aber das waren die Flammen vom Parkplatz, die sich in den Scheiben gespiegelt hatten", sagt die 80-Jährige.

Daniel Walther* ist einer der drei Autobesitzer, die kein Glück hatten. Auf seinen zwei Jahre alten Hyundai waren die Flammen von einem benachbarten VW übergesprungen, den der Täter laut Polizei angezündet haben soll. Den Beamten zufolge wurde das Fahrzeug erheblich beschädigt - für dessen Besitzer ist das eine Untertreibung. "Es ist völlig ausgebrannt, nicht mehr zu retten", sagte der 34-Jährige geknickt. Schon beim Brand auf dem Parkplatz im Juli hatte er sein Auto dort abgestellt. "Aber ich habe halt gedacht, dass der Blitz, wie man so schön sagt, nicht zweimal an der selben Stelle einschlägt", so Walther, der nun auf seine Versicherung hofft. Er habe eine Vollkasko, die Vandalismusschäden beinhalte. Sich künftig gegen erneute Schäden zu schützen, falle ihm schwer. "Die Taten erscheinen mir völlig willkürlich, es ist kein Muster zu erkennen, auf das man reagieren könnte", sagt er.

Mit den drei aktuellen Fällen ist die Zahl der Pkw, die im Stadtteil Gablenz seit Juli angezündet worden sind, auf 18 gestiegen. "Es wird ermittelt", sagt Sprecher Rafael Scholz. Doch bislang sei nicht einmal klar, ob es sich um einen Einzel- oder mehrere Täter handle. Erst am 14. August hatten Wachpolizisten im Umfeld der damaligen Tatorte einen Mann festgenommen. Nach Vernehmungen durch die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft wurde der 40-Jährige einen Tag später allerdings wieder freigelassen - aus Mangel an Beweisen.

* Name von der Redaktion geändert.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 13.09.2017
    12:11 Uhr

    Interessierte: Hier weiß ich auch nicht , was ich dazu schreiben soll , es ist nur unglaublich , was man sich in letzter Zeit alles bieten lassen muß ...
    Aber das geht anderen Ländern auch so , wo sich Menschen in ´fremde` Angelegenheiten einmischen und sich ganz wichtig tun , und das schon seit Jahrzehnten ...

    Und wenn man gleich zum Fenster ´naus guckt , man sieht ja im Dunkeln nichts , und wenn man noch jemanden wegrennen sieht , dann nützt das ja auch nichts , man kann ja nicht zum Fenster ´naus springen und hinterherrennen ...
    Und wenn demjenigen jemand entgegen kommt , ob der dann so schnell rennen kann ???

    0 0
     
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