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Haltestelle Markersdorfer Straße: Jugendliche, Angreifer und Zivilbeamte sind Donnerstagabend hier ausgestiegen. Als die Polizisten versuchten, einen der Männer festzuhalten, wurden sie attackiert und flüchteten in einen Bus. Die Angreifer warfen Steine und zerstörten die Scheibe des Unterstandes.

Foto: Härtelpress

Gewaltattacke: Polizisten suchen Deckung

Beamte in Zivil nehmen die Spur dreier Männer auf, die zwei junge Mädchen belästigt haben sollen. An einer Haltestelle eskaliert die Situation.

Von Sandra Häfner
erschienen am 14.10.2017

Chemnitz. Von Männern bedrängte junge Mädchen, eine Verfolgung mit der Straßenbahn, Zivilbeamte auf der Flucht und fliegende Steine - Szenen wie aus einem Actionfilm müssen sich am Donnerstagabend zwischen der Innenstadt und dem Rand des Heckertgebietes abgespielt haben. Ausgangspunkt war die sogenannte Komplexkontrolle, bei der mehr als 80 Polizisten in der Innenstadt Passanten kontrollierten.

Gegen 19.40 Uhr bemerkten zwei Beamte in Zivil am Johannisplatz drei Männer, die eine 14- und eine 16-Jährige bedrängten und den flüchtenden Mädchen in eine Straßenbahn folgten, teilte die Polizei am Freitag mit. Auch die Polizisten in Zivil stiegen ein. Als die Männer - ein 18-jähriger Iraker, sowie ein Syrer und ein Afghane im Alter von 19 Jahren - die Jugendlichen in der Bahn weiter bedrängten, schritten die Beamten ein und gaben sich als solche zu erkennen, so die Polizei. Auf welche Weise sie das taten, konnte ein Polizeisprecher am Freitag nicht zweifelsfrei sagen. Er geht davon aus, dass sie ihren Ausweis gezeigt und sich auch mündlich als Polizisten zu erkennen gegeben haben. Das Trio ließ sich davon anscheinend nicht beeindrucken und bespuckte die Beamten. Einer der Angreifer schlug mit einem Gürtel einen Polizisten, bewarf ihn mit einem Schlüsselbund. Dabei wurde der Beamte verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

An der Haltestelle Markersdorfer Straße verließen die Mädchen und die Männer die Bahn, die Beamten folgten ihnen. Während ein 19-Jähriger von einem der Polizisten zu Boden gebracht wurde, trat der andere 19-Jährige auf die Beamten ein, so ein Polizeisprecher. Zu ihrer eigenen Sicherheit ließen sie den am Boden fixierten Angreifer los und zogen sich in einen an der Haltestelle stehenden Bus zurück. Daraufhin bewarfen die 19-Jährigen das Fahrzeug mit Steinen, eine Scheibe des Wartehäuschens ging kaputt. Die Auseinandersetzung beendeten Einsatzkräfte, die die Zivilbeamten angefordert hatten. Sie nahmen die 19-Jährigen in Gewahrsam, sie hatten Alkohol konsumiert (0,74 und 1,0 Promille), so die Polizei. Die Daten des 18-Jährigen stellten die Beamten vor Ort fest und entließen ihn. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden auch die anderen Männer am Freitag frei gelassen.
Der Vorfall sorgte in sozialen Netzwerken für Kritik. "Ich verstehe wirklich nicht, wieso sie wieder frei gelassen worden sind, hier liegen doch eindeutig mehrere Delikte vor", schreibt eine Frau auf der Facebook-Seite von "Freie Presse". "Warum wurden die wieder auf freien Fuß gesetzt", schreibt eine andere auf der gleichen Seite. Grundsätzlich könne auf alle Delikte ein Haftbefehl folgen, es müsse aber die Verhältnismäßigkeit geprüft werden, so die Staatsanwaltschaft. So seien bei leichter bis mittlerer Kriminalität die Anforderungen für einen Haftbefehl höher als bei Verbrechen wie einem Tötungsdelikt, Vergewaltigung oder Raub, so eine Sprecherin.

Laut Polizei gab es am Freitag keine Erkenntnisse dafür, dass die Belästigungen der Mädchen durch die jungen Männer sexuell motiviert waren. Auch der Umstand, dass die Mädchen laut Polizei von den Verdächtigen in der Straßenbahn bedrängt und angefasst wurden, sei kein Hinweis darauf, dass dies aus sexuellen Motiven heraus geschehen ist, sagte ein Polizeisprecher.

Das Verkehrsunternehmen CVAG konnte nicht bestätigen, dass es einer ihrer Busse war, der mit Steinen beworfen wurde. Man habe weder von einem Fahrer, noch von Fahrgästen eine Meldung erhalten, so ein Sprecher. Die Straßenbahn sei nach dem Vorfall an der Haltestelle weitergefahren. Die Polizei habe die Aufnahme der Videokamera in der Bahn angefordert, so die CVAG. "Das Video ist für die Beweissicherung relevant", so ein Polizeisprecher.
Gegen die 19-Jährigen wird wegen Verdachts der Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ermittelt. Die Mädchen erstatteten gegen alle Drei Anzeigen wegen Beleidigung.

Erst vergangene Woche war ein Mann vom Amtsgericht wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt worden. Er soll sich bei seiner Festnahme massiv gegen Polizisten gewehrt haben. Im Höchstfall sieht das Strafgesetzbuch bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vor. (mit su)

Armbanduhr sichergestellt - 34-Jähriger verhaftet

Gegen Straßenkriminalität und Drogen hat sich Donnerstagabend die Kontrolle von Passanten im Zentrum gerichtet. Mehr als 80 Beamte der Polizeidirektion Chemnitz und Beamte der sächsischen Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.

Bei einer Kontrolle im Stadthallenpark wurden sieben Personen überprüft, in deren unmittelbarer Nähe sich eine neue Armbanduhr unter
einer Parkbank fand. Sie wurde sichergestellt. Ob die Uhr Diebesgut ist, sollen Ermittlungen klären. Bei einer weiteren Kontrolle in der Straße der Nationen griffen Einsatzkräfte einen 34-Jährigen auf, gegen den ein Vollstreckungshaftbefehl vorlag. Da er den ausstehenden Geldbetrag nicht begleichen konnte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. (fp)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
27
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.10.2017
    07:53 Uhr

    Felto84: Danke für die faktenfreie Moralpredigt!

    Sie konnten aber leider immer noch nicht erklären, welche Motivation es für Anfassen gibt. Die belehren hier nur immer wieder, dass man das so nicht sehen dürfe. Warum nicht? Die geschilderten Ereignisse lassen aus meiner Sicht nur die von mir mehrfach mitgeteilte Einschätzung zu. Sie konnten bis jetzt nicht erklären, warum ich und die anderen Kommentatoren damit falsch liege. Das Schwingen der Moralkeule ist keine Erklärung!

    2 4
     
  • 16.10.2017
    21:58 Uhr

    Mabel: Immer dasselbe. Und dann kommen die "Kastenfrösche" mit ihrer Meinung.
    Aber: Wir schaffen das, sagte unsere Angela.
    Und: Deutschland schafft sich ab, sagt Sarrazin
    Und; Der Islam gehört zu Deutschland, sagte ein Ex-Bundespräsi.
    Österreich macht dicht, wann schließen wir die Grenzen.
    Und vor allem: Wann schieben wir endlich ab? Da muss man nichts mehr untersuchen, da braucht man keine Gericht: Raus mit solchen Leuten, und zwar sofort!
    Aber wenn wir jetzt die Grünen in die Regierung bekommen, dann wird es erst recht Multikulti. Dann wähle ich aber das nächste Mal wirklich rechts!

    2 5
     
  • 16.10.2017
    20:42 Uhr

    Kastenfrosch: (FWIW) Diejenigen, die ihrer Meinung entgegenstehende Kommentare als Schönreden o.ä. abtun, gleichzeitig aber für sich in Anspruch nehmen, die Ereignisse (in diesem und in anderen Fällen) vollumfänglich zu kennen und einordnen zu können, sollten sich fragen, ob Ihre Meinung so objektiv ist wie sie vielleicht glauben. Auf derartige Reflexe wollte ich hinweisen, nicht mehr und nicht weniger. Die Reaktionen darauf bestätigt mich eher in meiner Ansicht.

    6 4
     
  • 14.10.2017
    09:35 Uhr

    BlackSheep: Wie ein Vorredner schon geschrieben hat, abschieben. Allerdings wenn die Polizei vor solchen Leuten in Deckung geht ist es kein Wunder das die Glauben machen zu können was Sie wollen.

    2 27
     
  • 14.10.2017
    06:43 Uhr

    Felto84: ">Welche Motivation haben denn drei 19-jährige, wenn sie zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren anfassen? Händeschütteln?

    Schön, wenn die Welt so einfach ist, dass Alter und Geschlecht der Beteiligten den Tathergang hinreichend ergründen lassen."

    Ich habe es ja als Frage formuliert und es interessiert mich tatsächlich, welche nichtsexuellen Gründe es für "Anfassen" in diesem Zusammenhang geben könnte. Erklären Sie mir doch bitte, welche Anlässe es geben kann minderjährige Mädchen anzufassen. Insbesondere im Zusammenhang mit den im Artikel geschilderten Rahmenbedingungen.

    Sie werfen mir hier vor, ich würde es mir einfach machen. Was machen Sie denn? Alle, die sich hier kritisch äußern entsorgen Sie in der rechten Ecke. Sie fragen nicht nach, Sie erklären nichts, Sie urteilen nur ab; zeigen also bestenfalls das gleiche Verhalten, wie diejenigen, die Sie hier kritisieren.

    3 22
     
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