"Ich bin aus Dresden nach Chemnitz gezogen"

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, gehört sich eigentlich nicht. "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Befragung in der Innenstadt - mit Filmaufnahmen.

Was machen Sie denn da?

Peter Röhrig (28): Ich arbeite für eine noch junge Chemnitzer Werbeagentur und recherchiere für unseren Auftraggeber.

Wer ist denn Ihr Auftraggeber?

Na das darf ich natürlich nicht sagen. Es ist ein Discounter, der aber keine Lebensmittel verkauft und vordergründig in Ostdeutschland vertreten ist.

Und womit hat er sie beauftragt?

Er sucht nach einer neuen Strategie und dafür sind wir als Werbeagentur zuständig.

Wozu ist dann die Befragung gut?

Ich frage die Passanten, ob sie meinen Auftraggeber kennen, ob sie dort kaufen und was sie von ihm halten.

 

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Warum müssen sie die Leute, die mitmachen, auch noch filmen?

Ich brauche ihre Aussagen für die Präsentation beim Auftraggeber.

Schreckt das die Leute, die Sie anfragen, nicht ab, wenn Sie auch noch gefilmt werden?

Meistens kann ich die Angst nehmen. Ich habe die Datenschutzerklärung immer dabei. Darin steht, dass die Aufnahmen nur für Forschungszwecke sind und nur dem Auftraggeber und Mitarbeitern der Werbeagentur gezeigt werden. Insgesamt sind es fünf Leute, die das Material sehen werden.

Wie viele Stimmen von Passanten brauchen Sie?

Ich brauche so viele, bis ich meine, mir ein Bild machen zu können. Da reichen 20 gute Antworten. Die kann man an einem Tag finden, oder, wenn es schlecht läuft, selbst nach zwei Tagen nicht.

Wen befragen Sie vor allem?

Es geht um Menschen im Alter zwischen 14 und 60 Jahren.

Und haben Sie eine große Erfolgsquote?

Heute lief es gut. Ich denke, das liegt am Wetter. Die Sonne schlägt sich auf die Kooperationsbereitschaft nieder.

Wann ist denn die Präsentation beim Auftraggeber?

Am Mittwoch.

Sind Sie aufgeregt?

Geht so. Ich mache das ja nicht zum ersten Mal. Aber es ist schon eine große Sache.

Dann viel Glück! Sind Sie eigentlich ursprünglich aus Chemnitz?

Nein, ich bin erst seit drei Wochen Chemnitzer. Ich bin aus Dresden hierher gezogen.

Da gehen Sie aber gegen den Trend.

Ich habe auch in Dresden für eine Werbeagentur gearbeitet. Aber dann kam dieses verlockende Angebot aus Chemnitz. Ich bin jetzt Konzeptioner und Projektmanager.

Für welchen Stadtteil haben Sie sich denn entschieden?

Ich wohne auf dem Sonnenberg. Habe gehört, dass das nicht so eine gute Gegend sein soll. Das wusste ich nicht. Aber ich muss ja nicht für immer dort wohnen, vielleicht ziehe ich noch mal um.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    dwt
    03.07.2015

    Naja, gegen dem Trend sicher nicht.



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