Kneipenmeile: Erstes Lokal eröffnet in zehn Tagen

Vier neue Gaststätten entstehen an der Inneren Klosterstraße. Darunter sind zwei Ketten mit Filialen in ganz Deutschland.

Die neuen Gastronomen: Zusätzlich zu den acht vorhandenen Kneipen, Cafés und Restaurants eröffnen vier neue Lokale. Als Magnet wurde "Hans im Glück" gewonnen. Der Burgergrill ist ein Franchise-Unternehmen und mit seinem Konzept derzeit sehr erfolgreich, sagt Sven Hertwig, der mit seiner Agentur für die Vermarktung der Kneipenmeile zuständig ist und zwei Eröffnungen der Kette in anderen Städten begleitet hat. "Jeder will es", so Hertwig. Zukünftige Adresse: Innere Klosterstraße 6. Gegenüber in Hausnummer 19 soll die zweite Kette eröffnen. "Dean and David" steht bereits an der Fassade. Gesundes Fast Food wie Salate, Sandwiches und Suppen werden angeboten. 70 Standorte gibt es bisher weltweit. Fast nebenan, in Hausnummer 21, wird ein griechisches Bistro unter dem Namen "Bistro bei Spiros" eröffnen. Gegenüber in Hausnummer 8 soll das "Café Labyrinth" einziehen, das hochwertige, regionale Küche mit Musik und Kleinkunst bieten will.

Das Konzept: Eine Umfrage unter Chemnitzern dazu, wie sie sich die Innenstadt wünschen, hat ergeben, dass sie gern mehr Gastronomie hätte - am besten an der Inneren Klosterstraße. So fasst Simone Kalew vom Wohnungsunternehmen GGG die Ergebnisse der Umfrage "Stadtbummel 2025" zusammen. Also setzten sich die GGG, der die meisten Gebäude an der Straße gehören, die Vermarkter der Rathauspassagen, die Wirtschaftsförderer der CWE und die Stadtverwaltung unter Leitung der Oberbürgermeisterin an einen Tisch: Eine Kneipenmeile sollte her. Dazu gelang es, mehrere Geschäfte zu einem Umzug aus der Inneren Klosterstraße in die Webergasse zu überreden. Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga beriet die GGG in ihren Entscheidungen. Der Verband habe berechnet, dass die Innere Klosterstraße zwölf Lokale benötige, sagte Kalew. Es hätten sich 20 Gastronomen beworben. Die Dehoga habe bei der Auswahl der Konzepte geholfen.

Der Zeitplan: Das griechische Bistro öffnet am 25. Mai. Die bestehenden Restaurants Brazil und Henrics nehmen an diesem Tag ihre neu gestalteten Holzpodeste vor den Terrassen in Betrieb. In der Innenstadt beginnt an diesem Tag auch das Hutfestival, das bis zum 27. Mai dauert und an dem die Innere Klosterstraße beteiligt ist. Alle neuen Gastronomen werden sich in der Straßenmitte präsentieren und ihre Baustellen begehbar machen. Für Juni ist die Eröffnung von "Dean and David" und des Cafés Labyrinth geplant. Im August soll bei "Hans im Glück" der Betrieb starten. Das Public Viewing für die Fußball-WM findet nicht wie bisher auf dem Neumarkt, sondern ab 17. Juni mit drei Leinwänden auf der Inneren Klosterstraße statt.

Das Umfeld: Die Stadtverwaltung hat die zwei Holzpodeste vor den Restaurants Brazil und Henrics sanieren lassen. Sie sollen gastronomisch genutzt werden und als Tor zur Kneipenmeile dienen. Die neuen Gastronomen werden ihre Tische und Stühle in die Mitte der Klosterstraße stellen. Dort wurden für sie Fundamente für Schirme und Stromanschlüsse verlegt. Außerdem wurde vor der Jakobikirche ein Wasserspiel installiert, das seit gestern Mittag läuft. Gesamtkosten: 550.000 Euro. Ab Sommer wird auch die Jakobikirche angeleuchtet.

Der Ausblick: Drei weitere Räume werden frei: Die ehemalige Galerie Weise sowie die Bekleidungsgeschäfte "Verwebtes" und "Oui". Dort sollen bis Jahresende ebenfalls Gastronomen einziehen - welche, steht derzeit noch nicht fest.


Kommentar: Labor-Versuch

Eine Kneipenmeile, die von den Stadthäuptern beschlossen und umgesetzt wird? Klingt komisch. Normalerweise wächst so etwas von selbst. Aber dass es das bisher noch nicht gegeben hat, heißt nicht, dass es nicht funktionieren kann. Dafür wird offenbar alles getan. Das Wasserspiel plätschert hübsch dezent, die Holzpodeste strahlen Strandatmosphäre aus und Tische in der Inneren Klosterstraße sind eine schöne urbane Vorstellung. Aber das beste Konzept funktioniert nicht ohne die Gäste und ohne die Geduld der Anwohner. Erstere müssen Gefallen an den Lokalen finden, Letztere müssen sich daran gewöhnen, in einer belebten Stadt zu wohnen. Es wird sich sehr schnell zeigen, ob die Kneipenmeile aus der Retorte funktioniert.

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4Kommentare
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  • 0
    3
    Interessierte
    26.05.2018

    Eine halbe Million ist viel Geld , wo immer diese Investition nun zu finden ist und wo immer das Geld so plötzlich herkommt , wo wir doch die letzten 8 Jahre kein Geld hatten , nicht einmal für das Theadron am Schloßteich oder für Springbrunnen oder für Spielplätze oder für Bänke oder für Treppen im Forum oder für die Bazillenröhre ... usw. Diese beiden Damen haben doch nicht etwa die Filet-Grundstücke Handwerkerhof und PP Tietz mit den schönen alten Bäumen verkauft und somit das Leben der Vögel vernichtet und auch das CO2 für die Chemnitzer genommen , um diesen Traum von einer Kneipenmeile zu verwirklichen ... Wo wir doch kein Geld von der Landesregierung Sachsen bekommen , weil die alles für Schlösser und Pferdeställe brauchen - und damit die Missstände aus DDR-Zeiten beseitigen müssen .... Nur Abrißgelder hatten wir von dort oder von ganz oben bekommen .

  • 0
    2
    Interessierte
    25.05.2018

    Die Frau OB ist entzückt ... Wenn sie unterwegs ist , gefallen ihr die Meilen mit der gewissen Beheizung ... ( die kenne ich aber schon aus den 90-ern , wie z.B. im Westen und in Italien und Frankreich und auch in Dresden in der Brühlschen Gasse und in der Neustadt und in Leipzig , wie auch im ehemaligen Industriegebiet Leipzig/Plagwitz Da hat Chemnitz lange geschlafen ... Warum hat man denn nicht gleich mit der Neugestaltung der Klosterstraße das mit eingerichtet Und ... Die bisher langweilige Gasse ... Um das zu verwirklichen , hat man 8 Jahre gebraucht , hatte der Sven Hertwig kürzlich gesagt ; was haben die denn in den 8 Jahren gemacht ? Und das ganze hat eine halbe Million gekostet , wo steckt denn das Geld ? Um 9.50 https://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-aktuell/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren-100.html#

  • 3
    14
    fschindl
    16.05.2018

    und ich stelle mir das Ganze in einem Jahr vor...Chemnitz? Kneipenmeile? so naiv kann man doch gar nicht sein...

  • 10
    4
    Hinterfragt
    16.05.2018

    Ich stelle mir gerade das Bild vor, wie die Gäste alle mit Kopfhörern im Bereich sitzen, denn "laute Musik" ist ja bald verboten ...



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