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Farbige LED leuchten künftig jeden Abend den Schornstein an. Wie weit hin das Licht zu sehen ist, wurde noch nicht gemessen.

Foto: Toni SöllBild 1 / 2

Licht an: So leuchtet jetzt Sachsens höchstes Bauwerk

Vor sechs Jahren hat die Sanierung des Schornsteins in Furth begonnen. Gestern Abend wurde das letzte fehlende Detail hinzugefügt. Das Thema Beleuchtung hat dem Unternehmen Eins Energie nicht nur Nerven gekostet.

Von Jana Peters
erschienen am 14.11.2017

Eine demokratische Abstimmung sollte es sein. Wie wollen die Chemnitzer die Beleuchtung an ihrem Schornstein, dem höchsten Bauwerk Sachsens, haben? Drei Varianten - eingereicht von zwei Firmen - stellte der Energieversorger Eins, dem die Esse gehört, zur Auswahl. Die Abstimmung im Internet sollte vom 12. bis 20. August dauern. Doch dann beendete das Unternehmen die Wahl vorzeitig in der Nacht zum 19. August, einem Samstag. Beschwerden darüber gingen sowohl bei Eins als auch bei der "Freien Presse" ein.

Seit gestern Abend nun wird die Esse von 168 LED-Leuchten angestrahlt. Die Dresdner Niederlassung der Firma Lichtzentrale hatte den Auftrag erhalten. Mit geladenen Gästen, Sekt, Musik und einem Countdown feierte Eins das Anschalten der Beleuchtung. Am Rande der Feierlichkeiten erklärte Eins-Geschäftsführer Roland Warner die Details der Abstimmung. "Zwei weitere Tage hätten uns keinen Erkenntnisgewinn mehr gebracht", sagte er. Aber es habe Zeitdruck für die Bestellung der Lampen gegeben. "Als wir überlegt haben, die Abstimmung am Freitag abzubrechen, haben wir bei zwei Instituten, die sich mit Online-Votings beschäftigen, um Rat gefragt", so der Geschäftsführer. Man sei zu der Erkenntnis gekommen, dass eine so lange Abstimmungszeit, wie sie vorgesehen war, unüblich sei. Nach zwei bis drei Tagen ändere sich das Ergebnis der Wahl kaum noch. Da die Beleuchtung auch wirklich noch in diesem Jahr zu sehen sein sollte, Montagearbeiten in der großen Höhe aber im Winter nicht mehr sicher seien, "wollte ich früher bestellen", so Warner. Von den 12.000 Teilnehmern an der Abstimmung hätten sich bei Eins nur zwei über den Abbruch beschwert.

Das Gewinner-Konzept sieht vor, dass die sechs obersten Farbsegmente von unten und von oben von jeweils 14 Scheinwerfern angestrahlt werden. Dabei handelt es sich um farbige LED, erklärte Projektleiter Karl Rockstroh von der Lichtzentrale. Mit weißem Licht wären die Farben nicht so richtig zur Geltung gekommen, sagte er. Hergestellt worden seien die Scheinwerfer übrigens in Deutschland, in Pirmasens in Rheinland-Pfalz. Installiert wurden sie an den Geländern der sechs Balkone von einem Elektriker aus Ohorn in Sachsen, der dafür Hilfe von Bergsteigern hatte. Lichtzentralen-Geschäftsführer Kai Spahn erklärte, dass die LED nur mit 20 Prozent ihrer möglichen Leistung von 300 Watt betrieben werden. Man rechne daher, dass die Lampen bis zu 27 Jahre halten.

Für Eins ist das Anknipsen der Beleuchtung - das geschah gestern nur symbolisch, sonst regelt das eine Astro-Zeitschaltuhr - der Abschluss der Sanierung des Schornsteins. Die Hülle wurde 2011 bis 2013 für 3,1 Millionen Euro instand gesetzt. Die einzelnen Segmente wurden dabei farbig angestrichen. Die Idee dafür hatte der französische Künstler Daniel Buren. Sein Konzept sah auch die Montage einer Lichterkette mit etwa 1200 LED-Lämpchen vor, um die Esse nachts zu illuminieren. Eins hatte damit eine französische Firma beauftragt. Doch die LED funktionierten nie richtig, Wasser drang in die Leuchten ein. Die Kette musste wieder abgenommen werden. Eins und das Unternehmen streiten sich seitdem vor Gericht darum, wer Schuld an den Problemen hat. Es geht um 500.000 Euro. In erster Instanz vor einem französischen Gericht bekam der Hersteller Recht. Eins ist in Berufung gegangen.

Im Gegensatz zur Lichterkette von Buren soll sich das neue Beleuchtungsmodell auch leichter warten lassen. Wenn doch mal eine Lampe ausfällt, kann sie von einem der Balkone aus getauscht werden. Die sind per Fahrstuhl zu erreichen. Bei der Lichterkette hätte jedes Mal ein Bergsteiger kommen müssen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
11
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 15.11.2017
    18:38 Uhr

    Einspruch: Ein schönerer "Auspuff", ca. 35 -40 km weit zu sehen. Es gibt schlimmeres. Die Schlote in NRW oder die Kühltürme der AKW, sind die hübscher, glaube ich nicht. Ein Wahrzeichen eben, wenn man nach Hause kommt, nicht mehr und nicht weniger. Glaubt jemand ernsthaft, man kann einfach den Schalter umlegen und wir haben alle Strom aus Wind ( mit häßlichen Windrädern) und Wasserkraft oder Solar. Bezahlbaren Strom!

    1 3
     
  • 14.11.2017
    20:38 Uhr

    Zeitungss: @cn3bj00: Gute Erklärung, da gehe ich mit.

    2 3
     
  • 14.11.2017
    19:43 Uhr

    cn3boj00: @Zeitungss: Weder Wasser noch Sonnenlicht lässt sich so richtig verbrennen, da haben sie schon recht. Trotzdem ist Gas zumindest viel sauberer als Braunkohle. Dass das Verbrennen fossiler Energieträger immer unschön ist will niemand bezweifeln. Aber Ausgangspunkt der Diskussion war die Rolle als "Dreckschleuder". Da geht es mehr um Schadstoffe als um CO2.
    Ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass es Leute gibt, die Diesel fahren, Kohlestrom verbrauchen, die Braunkohle als wichtig für unsere Wirtschaft erachten und sich dann über eine Esse aufregen, weil man damit mal was anderes gemacht hat.

    4 9
     
  • 14.11.2017
    18:51 Uhr

    Zeitungss: Auf welche Energieart wurde der erste der 3 Blöcke umgestellt ????
    Wasserkraft wird es vermutlich nicht sein, dafür reicht der Niedrschlag in den Schornstein nicht aus oder wurde das Dach des HKW mit Modulen belegt. Wenn jetzt die Antwort Gas oder Öl lautet, beruhigt das zu 100% die Umweltschützer, auch wen es merkwürdig wäre.

    3 3
     
  • 14.11.2017
    17:33 Uhr

    cn3boj00: @Slash140786: gut gesprochen. Auch ich beziehe Ökostrom (worüber die ewigen Nörgler bestimmt auch was zu kritisieren hätten), und dass das HKW eben ein Braunkohlewerk ist kann man nicht von heute auf morgen ändern. Immerhin ist der erste der 3 Blöcke umgestellt, und es gibt Pläne zur Abschaltung der Braunkohle schrittweise von 2022 bis 2028. Einer Studie von Greenpeace zufolge liegt das HKW bezüglich seiner Emissionen auf Platz 50 von 67 deutschen Kohlekraftwerken.
    Und ich wette, wenn die Grünen bei Jamaika das endgültige Ende der Braunkohle bis 2025 durchgebracht hätten und die sächsische Regierung wie immer über die vielen Kohlearbeitsplätze gejammert hätte würden Leute wie @Hinterfragt kein gutes Haar an den Grünen lassen.
    Man muss nicht immer alles negativ sehen. Ich finde das Engagement von Eins gut. Es gibt übrigens auch eine schöne webcam auf der Esse.

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