Lichtspiele am Schornstein: Jetzt entscheiden die Chemnitzer

An der Esse sind die drei Beleuchtungsoptionen vorgeführt worden, über die nun abgestimmt wird. Ist das Votum beendet, soll alles schnell gehen.

Zwei jeweils 450 Meter lange LED-Ketten, die sich spiralförmig um Sachsens höchstes Bauwerk legen: So hatte sich der Energieversorger Eins ursprünglich die Beleuchtung um den Schornstein am Heizkraftwerk vorgestellt, der in den vergangenen Jahren für 3,1 Millionen Euro saniert und mit einem Farbkonzept künstlerisch gestaltet wurde. Doch es kam anders: Einige der von einer französischen Firma gelieferten LED fielen aus. Eins und das Unternehmen aus dem Nachbarland streiten sich seitdem vor Gericht darum, wer Schuld an den Problemen hat. Es geht um rund 500.000 Euro, Eins hat in erster Instanz verloren.

Der Energieversorger hat sich deswegen von der Idee einer LED-Kette verabschiedet - nicht aber von der Idee einer Beleuchtung des 302 Meter hohen Schornsteins. Im Frühjahr wurde ein alternatives Beleuchtungskonzept getestet - mit Erfolg. Das sieht LED-Strahler vor, die an den Balkonen zwischen den Farbringen angebracht werden und die Flächen anstrahlen. Die Strahler gelten als wartungsärmer und sind zudem im Schadensfall einfacher zu erreichen als die LED-Ketten, sagt Eins-Sprecher Christian Stelzmann.

 

Wie genau die Esse beleuchtet wird, das sollen nun die Chemnitzer entscheiden. Zwei Firmen haben drei Konzepte eingereicht, die am Mittwoch und gestern Abend für kurze Zeit vorgeführt wurden. Dabei wurde der Schornstein in südlicher Richtung bis etwa auf halbe Höhe angestrahlt. Ab heute bis zum 20. August kann nun im Internet abgestimmt werden. Die Variante mit den meisten Stimmen wird laut Eins umgesetzt - auf nahezu der gesamten Länge des Schornsteins. Das soll bis November geschehen, sagt Unternehmenssprecher Stelzmann. Die Höhe der Kosten dafür nennt der Energieversorger, der das Kraftwerk neben der Esse betreibt, nicht. Allerdings sollen die neuen Konzepte deutlich günstiger sein als die ursprünglich geplanten LED-Ketten.

Die Abstimmung ist ab Samstag, 12 Uhr, möglich unter www.eins.de/Schornstein.

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4Kommentare
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  • 0
    3
    Interessierte
    15.08.2017

    Ich - werde hier nichts abstimmen bei diesem Spielchen , letztendlich ist das schnurzegal , ob der - von unten - von oben - von der Mitte aus - beleuchtet wird ... Das kann man ja auch abwechselnd machen , mal einen Monat so und den anderen anders ; oder man ändert das jedes Jahr mal , da wird es nicht so eintönig ... Aber man könnte mal noch eine Variante D einbringen : ^Ohne Beleuchtung^ Da würde ich mich dann dran beteiligen ....................

  • 6
    6
    Pixelghost
    13.08.2017

    Na und? Das Unternehmen lässt die Chemnitzer entscheiden. Mit Demokratie (Politik) hat das aber mal gar nichts zu tun. Offensichtlich hat das Unternehmen Eins gemerkt, dass die Beleuchtung des Schornsteines die Chemnitzer umtreibt. Und so ist der Chemnitzer nun mal: Dem einen ist es zu hell, dem anderen zu dunkel. Dem einen passt das Himmelblau nicht, weil es nicht himmelig genug ist. Andere wiederum wollen das Himmelblau überhaupt nicht an dem Schornstein, weil Fussball ja was ganz schlimmes ist - in der Sportstadt Chemnitz. Anderen ist das Rot nicht politisch genug. Der Nächste will überhaupt keine Beleuchtung, weil die weithin sichtbar wäre und doch niemand wissen soll wo er wohnt.

  • 7
    5
    ArndtBremen
    13.08.2017

    Wenn das kein Sieg der deutschen Demokratie ist. Die Chemnitzer dürfen über die Beleuchtung eines Schornsteins abstimmen. Das ist an Lächerlichkeit kaum noch zu toppen.

  • 4
    9
    Pixelghost
    12.08.2017

    Die Chemnitzer sollen etwas entscheiden? Und dann auch noch über das "Indernetz"? Na da bin ich ja mal gespannt, wieviele entscheidungs-freudige Chemnitzer da mitmachen. "Online gehen" ist doch genauso schlimm wie rausgehen - außer Einkaufen vielleicht... Außerdem sind doch alle im Urlauben beschäftigt.



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