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Mann wegen Drohung im Jugendamt verurteilt

43-Jähriger verängstigt Mitarbeiter - Begründung: Sorge um seinen Sohn

Von Jeannine Pohland
erschienen am 10.04.2018

Wegen der Bedrohung von vier Mitarbeitern des Chemnitzer Amtes für Jugend und Familie ist ein 43 Jahre alter Mann gestern am Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden. Der Vorfall ereignete sich im August vergangenen Jahres.

Dabei habe er sich lediglich Sorgen um seinen Sohn gemacht, wie der griechische Staatsangehörige vor Gericht sagte. Seine Ex-Frau und Mutter des Kindes, die das alleinige Sorgerecht hat, habe Kontakt zu Kriminellen gehabt. "Ich hatte Angst um ihn", sagte der 43-Jährige. Er sei deshalb über Monate hinweg, teilweise mehrmals am Tag im Jugendamt gewesen, um eine psychologische Untersuchung für seinen Sohn zu fordern, so der Grieche.

An einem Tag Anfang August eskalierte die Situation im Amt: Die für seinen Fall zuständige Sachbearbeiterin war nicht im Dienst. Die Kollegin aus dem Nachbarbüro habe ihn wegschicken wollen, wie sie bei der Verhandlung sagte. "Er wollte nicht gehen und wurde laut. Ich bin mit ihm auf den Flur gegangen. Zwei männliche Kollegen und ein Mitarbeiter vom Wachschutz kamen zur Hilfe", erinnert sich die 42-Jährige. Dann soll er gesagt haben: "Wenn meinem Sohn etwas passiert, bringe ich euch alle um." "Dabei hat er uns abwechselnd tief in die Augen geschaut und seine Hand an seine Kehle gehalten, als würde er sie durchschneiden", erklärte die Zeugin. Anschließend habe der 43-Jährige das Gebäude ohne Zutun des Wachschutzes verlassen.

Beim Jugendamt sei der Grieche für sein aggressives Verhalten schon vorher bekannt gewesen, wie die vier Zeugen unabhängig voneinander berichteten. Er habe schon einmal im Büro seiner Sachbearbeiterin randaliert. Ein Hausverbot hat er jedoch erst nach dem Vorfall erhalten, wegen dem er gestern vor Gericht stand.

Der Angeklagte stritt die Tat ab. Es handle sich um ein Missverständnis. "Ich habe die Mitarbeiter nicht bedroht", sagte er. "Ich habe lediglich gesagt, sie sollen sich in Acht nehmen und dabei meinen Zeigefinger hochgehalten." Verurteilt wurde er dennoch. Der Mann hat die Möglichkeit, das Urteil innerhalb einer Woche anzufechten.

Für den Griechen war es nicht die erste Gerichtsverhandlung. Bereits zehnmal wurde er zu Geldstrafen verurteilt, darunter wegen Nötigung, Sachbeschädigung und unerlaubtem Waffenbesitz.

 
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