Mehr Anmeldungen als Plätze: An diesen Schulen wird es eng

Für das kommende Schuljahr verzeichnen fast alle Gymnasien und Oberschulen in Chemnitz wachsenden Zuspruch. Doch die Kapazitäten sind vielerorts begrenzt. Es gibt bereits die ersten Tränen.

Trotz gelockerter Kriterien für die Aufnahme an Gymnasien erfreuen sich die Oberschulen in Chemnitz wachsender Beliebtheit. Das geht aus den Anmeldezahlen für die künftigen 5.Klassen hervor. Demnach entfallen bei den staatlichen weiterführenden Schulen etwa 56Prozent aller Anmeldungen auf eine Oberschule. Das sind noch einmal zwei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Die Anmeldefrist für das Mitte August beginnende neue Schuljahr war in der vergangenen Woche abgelaufen. Dabei konnten zum zweiten Mal auch Kinder ohne entsprechende Bildungsempfehlung an Gymnasien angemeldet werden.

Unter den Oberschulen verzeichnete wie schon in den zurückliegenden Jahren die Albert-Schweitzer-Schule im Stadtteil Morgenleite die meisten Anmeldungen - mit einem weiteren Plus von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Absehbar ist schon jetzt, das ein Teil der 119 dort gemeldeten Schüler auf eine andere Einrichtung verwiesen werden wird.

Infrage kommt dabei nicht zuletzt eine neue Oberschule im Nachbarstadtteil Markersdorf. Sie wird derzeit saniert und soll ab Herbst im Chemnitzer Süden nachhaltig für Entlastung sorgen. Die Arbeiten lägen im Plan, heißt es aus dem Baudezernat des Rathauses.

Das zuständige Landesamt für Schule und Bildung (ehemals Sächsische Bildungsagentur) mag sich derzeit noch nicht zu möglichen Konsequenzen äußern. Die aktuellen Zahlen seien kaum mehr als eine erste Momentaufnahme, sagte ein Sprecher. Rückschlüsse auf die Bildung von Klassen seien verfrüht. "Gerade an den Oberschulen ist erfahrungsgemäß noch mit einer Reihe von Nachmeldungen zu rechnen", betonte er.

Den bislang rund 700 Anmeldungen dort stehen in diesem Jahr etwa 600 an den staatlichen Gymnasien der Stadt gegenüber. Fast alle verzeichnen mehr Zuspruch als im vergangenen Jahr - und bisweilen mehr als Kapazitäten zur Verfügung stehen. Allein auf das Andrégymnasium auf dem Kaßberg etwa entfällt ein Viertel aller Anmeldungen. Für Schulleiter Andreas Gersdorf ist klar, dass damit die Grenze des Machbaren überschritten ist. "Mehr als 135 Schüler können wir nicht aufnehmen", sagt er. Deshalb wolle er sich in dieser Woche mit seinen Schulleiterkollegen am Schmidt-Rottluff- und am Agricolagymnasium kurzschließen und klären, inwieweit dort noch Plätze frei sind.

Deutlich mehr Zulauf als Aufnahmekapazität verzeichnen unterdessen auch die freien Schulen. Für die maximal 76 Plätze an Oberschule und Gymnasium der Montessorischule etwa habe es 110 Bewerber gegeben, sagt Leiterin Jana Hartig. Noch drastischer ist die Situation am Evangelischen Schulzentrum, wo den knapp 100 Plätzen 170 Bewerber gegenüberstanden - laut Geschäftsführer Stefan Meyer so viele wie noch nie. "Es gab bereits einige Tränen der Enttäuschung", schildert er. Ein Aufstocken auf mehr als vier Klassen pro Jahrgang komme für den Trägerverein dennoch nicht in Frage, so Meyer. "Dann wäre unser Konzept nicht mehr umzusetzen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...