Mit dem Seitenwagen-Oldtimer nach Chemnitz

Schüttoff heißen Motorräder, die einst in Chemnitz gebaut wurden. Fans der Marke wohnen überall in Deutschland - einige von ihnen trafen sich am Wochenende in der Stadt.

Mit etwa 400 Kilometern hatte Otto Klauke aus Fürstenwalde die längste Anreise. Der 78-Jährige baute sich sein Schüttoff-Motorrad 1999 nach seinem Ruhestand aus alten Teilen wieder auf. "Ich fahre schon seit 60 Jahren Motorrad und wollte immer einen Oldtimer besitzen", erzählt er. Über einen Bekannten erhielt er die entsprechenden Teile und setzte innerhalb von etwa anderthalb Jahren die Maschine wieder zusammen. "Für mich stellt Schüttoff deutsche Ingenieurskunst dar", sagt Klauke. Neben der Qualität lobt der Pensionär vor allem den für die damalige Zeit enorm fortschrittlichen Motor: "Hohe Durchzugskraft, fantastischer Sound und sehr wartungsarm." Zudem ist das Motorrad sehr leicht, besitzt ein gutes Handling und einen effizienten Verbrauch.

Vier Jahre lang fuhr der 78-Jährige seine Schüttoff zunächst allein. Um seine Frau bei seinen Ausfahrten mitnehmen zu können, kaufte er 2003 einen alten Seitenwagen, der sich jedoch in einem miserablen Zustand befand. "Er besaß im Boden mehr als tellergroße Löcher", sagt er. Mittlerweile ist der Seitenwagen restauriert. Inzwischen ist er etwa 25.000 Kilometer mit seiner Schüttoff gefahren. Das Fahrertreffen in Chemnitz, von dem er in einer Fachzeitschrift erfuhr, ist dabei bislang die weiteste Strecke, die er mit dem Motorrad je zurückgelegt hat.

Vor rund zwei Jahren begannen Marcel Mäuser und Gerold Trautner mit den Planungen für das Chemnitzer Treffen am Fahrzeugmuseum. 30 Anmeldungen gingen ein. Für die erste Ausgabe sind die Veranstalter mit der Resonanz zufrieden. "Die Ausfahrt war sehr abwechslungsreich, wenn auch mit etwa 100 Kilometern sehr anspruchsvoll", resümiert Otto Klauke, der als einziger Teilnehmer mit einem Seitengespann unterwegs war. In zwei bis drei Jahren soll eine weitere Auflage des Treffens stattfinden, zu der auch der Rentner aus Fürstenwalde gerne wiederkommen möchte.

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