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Johannes Richter und Lisa Buchert vom Gymnasium Burgstädt, Angelika Stahr und Eva-Maria Muelenz von der Landesstiftung Natur und Umwelt sowie Gymnasiastin Melanie Heintzsch (von links) untersuchen Bodenproben am Umweltmobil in der Naturschutz-Station Herrenhaide.

Foto: Andreas Seidel

Naturschutz-Station als Klassenzimmer im Grünen

Unterricht unter freiem Himmel - Schüler haben mit Experimenten die Flora und Fauna in Burgstädt erforscht. Ihre Arbeit wurde mit Mobilen unterstützt.

Von Steffi Hofmann
erschienen am 17.06.2017

Burgstädt. Mit Kescher und Becher hantierte Bianca Junghanns vorsichtig herum, um eine Spinne einzufangen. Käfer, Grashüpfer und Nacktschnecke hatte sie bereits gefangen. "Die Spinne ist eklig. Aber sonst macht es Spaß hier draußen", sagte die 17-jährige Schülerin gestern, während sie biotische Faktoren auf der Wiese der Naturschutz-Station Herrenhaide untersuchte.

Gemeinsam mit ihren Mitschülern der Klasse 11 des Burgstädter Gymnasiums verbrachte sie einen Unterrichtstag im Freien, mit Besuch der zwei sächsischen Umweltmobile namens Planaria. Neben den biotischen galt es auch, abiotische Faktoren zu erforschen. Dazu ging es für die Teenager an Reagenzgläser, Mikroskope und Tabellen. Unter anderem musste der Phosphatgehalt einer Bodenprobe analysiert werden. Bereits seit 1993 stehen derartige Tage im Freien im Exkursionsplan der Schule, erklärte Direktorin Ilka Frigge. Gestern gab es aber noch einen anderen Grund, warum die Schüler nach Herrenhaide kamen.

Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt feiert 2017 das 25-jährige Bestehen ihrer Umweltmobile. Seit April 1992 sind die sogenannten fahrenden Labore im Freistaat unterwegs, um bei mehr als 5800 Einsätzen gut 106.000 Kinder und Jugendliche für die Themen Natur und Umweltschutz zu sensibilisieren. 25 ausgewählte stationäre Einrichtungen des Netzwerks Umweltbildung Sachsen werden im Jubiläumsjahr von den Mobilen angefahren und zu einem besonderen Schwerpunkt einen Tag lang betreut.

In Herrenhaide ging es gestern um die Themen Wiese und Boden. "Wir wollen einfach für die Natur begeistern. Aber nicht in der Schule, sondern direkt draußen im Freien", sagte Stiftungsdirektor Bernd Dietmar Kammerschen. Die Nachfrage nach den Mobilen sei groß. "Wir können gar nicht alles abdecken", so Kammerschen. Am Montag werde im Stiftungsrat über die Anschaffung eines dritten Fahrzeugs entschieden. Ohne jeglichen Komfort starteten die Umweltmobile 1992 ihre Mission. "Wir hatten damals nicht mal Strom", erinnert sich Angelika Stahr, die zu den ersten Betreuerinnen des Projekts gehört. Heute sind die Laborfahrzeuge, zwei Mercedes-Busse, auf modernem technischen Standard. Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für die Energie, die beispielsweise für eine Mikroprojektion im Innern der Umweltmobile gebraucht wird. "Damit können die Schüler Pflanzen oder Tiere unter dem Mikroskop untersuchen und zugleich auf einem großen Bildschirm begutachten", erklärt Angelika Stahr. Sie entwickelt Programme für Schüler der Klassen drei bis zwölf. Immer handelt es sich dabei um die Ökosysteme Wiese, Wald, Boden und Gewässer. "Man muss die Schüler selten zu den Aufgaben überreden. Die meisten sind Feuer und Flamme für das Arbeiten in der Natur", ergänzt Eva-Maria Muelenz, auch Umweltmobil-Mitarbeiterin der ersten Stunde. Die Schwerpunkte Wiese und Boden wurden gestern nicht zufällig für Herrenhaide ausgewählt. In der Naturschutz-Station begann vor zweieinhalb Jahren das Projekt "Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge". Ziel ist es, die Artenvielfalt dieser Tiere zu bewahren. Dazu werden seither in Sachsen Flächen gesucht, deren Pflanzen Schmetterlingsraupen Nahrung und Raum für eine Verpuppung bieten - sogenannte "Puppenstuben".

In Burgstädt gibt es vier ausgewiesene Schmetterlingswiesen für das Projekt, dazu kommen Areale in Hartmannsdorf, Mühlau, Penig, Taura und Frankenberg. Etwa einmal im Monat schaut Marion Süß nach den Wiesen. Sie ist die Projektleiterin der "Puppenstuben"-Aktion. "Es ist in der Umgebung definitiv noch Potenzial da", sagte sie gestern. Zudem wolle sie noch Gespräche in Limbach und Wittgensdorf führen, wo es noch keine Schmetterlingswiesen gebe", so Süß.

 
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Naturschutz-Station als Klassenzimmer im Grünen
Schüler untersucht Gräser auf Wiese: "Das ist ganz schön mühsam"
 
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