Neuer Chemnitztal-Radweg: Zwangspause beim Tunnel-Bau

Ab September 2016 soll der Abschnitt zwischen Köthensdorf und Markersdorf befahrbar sein. Aber vorher fordert die Tierwelt ihr Recht.

Claußnitz/Auerswalde.

Die gute Nachricht zuerst: Radfahrer können den neu gebauten Chemnitztal-Radweg zwischen Wittgensdorf und Markersdorf in einem Jahr erstmals befahren. Eine Teilfreigabe für den Abschnitt Köthensdorf-Markersdorf könne bereits im September 2016 erfolgen, sagte gestern Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Auf einer Länge von 5,7 Kilometern werden 3,9 Millionen Euro investiert.

Die schlechte Nachricht: Jetzt wird auf mehreren Baustellen eine Winterpause eingelegt. "Das erfolgt planmäßig", ergänzt sie. Der Zeitplan werde dadurch nicht durcheinandergebracht. Der Grund für die Zwangspause sind Tiere, die während der Wintermonate geschont werden müssen. Eine Vielzahl von Arbeiten könnte jedoch auch weitergehen. So erfolgten zurzeit an der Brücke über die Chemnitz (7, siehe Grafik) Korrosionsschutzarbeiten im beheizten Schutzzelt. Der gesamte Abriss sei abgeschlossen. Die Brücke aus dem Jahr 1900 ist eine Konstruktion aus Stahlblechträgern und 50 Meter lang. Auch der Rückbau an der Brücke 5 sei abgeschlossen. Die Stahlsanierung der Unterbauten der Brücke und die neue Fahrbahnplatte seien fast fertiggestellt.

Am weitesten vorangeschritten ist die Sanierung des Abschnittes Köthensdorf-Markersdorf. Die Brücke 1 sei bereits vom Gleisschotter beräumt worden. Die alte Bauwerksabdichtung wurde ausgebaut, erläutert Siebert. In dieser Woche sollen Gerüste für den Rückbau der sogenannten Kragarme aufgestellt werden. Das soll bis Anfang Dezember dauern. Witterungsabhängig könnten dann die Arbeiten für den neuen Oberbau der Brücke erfolgen. An der Brücke 4 seien die Arbeiten fast beendet, nur das Geländer müsse noch hergestellt und aufgebaut werden.

Hingegen stagnieren die Arbeiten in Auerswalde. "Die Arbeiten für die Anbindung des Ortes sind noch nicht ausgeschrieben", sagt Siebert. Abstimmungen mit der Gemeinde seien notwendig. Bürgermeister-Sprecher Martin Lohse bestätigt das: "Die Baukosten haben sich erhöht." Das liege auch daran, dass die Brücke über den Auerswalder Dorfbach (11) statt 3,50 jetzt 6,50 Meter breit werden müsse, da sie eine größere Verkehrsbedeutung habe, als bisher angenommen. Die Kosten der Gemeinde würden von 190.000 auf 315.000 Euro steigen. Das Geld sei im Haushalt vorhanden, es fehle nur noch das Einverständnis der Rechtsaufsichtsbehörde. Sobald dies vorliege, könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Allerdings erhöhe sich die Förderung. Von der ehemaligen Bahnstrecke soll eine Hängebrücke über die Chemnitz führen. (10). Bereits weggezogen ist wegen der Bauarbeiten Rocco Ehnert mit seinem Autohandel. Er führe seine Firma mit Autoverwertung in Burgstädt weiter, sagt er auf Nachfrage.

Der Weiterbau in Richtung Diethensdorf könnte auch nächstes Jahr beginnen, sagt Günter Hermsdorf, Chef des Zweckverbandes Chemnitztal-Radweg. Dabei warte er noch auf eine neue Förderrichtlinie, die im Januar vom Landtag beschlossen werden soll. Dann könnte der Verband Fördergeld beantragen und die Arbeiten ausschreiben.

Die Bauarbeiter müssten jetzt vor allem Rücksicht auf Fledermäuse nehmen, die ihren Winterschlaf im Schuster-Tunnel in Auerswalde halten. Zum Überwintern ziehen sich die Tiere an einen geschützten Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit und gleichbleibender Temperatur zurück, sagt ein Naturschutz-Experte. Die Tiere fahren alle Körperfunktionen auf ein Minimum herunter. Fledermäuse überwintern in Gruppen, damit sie sich gegenseitig wärmen können. Die Sandstrahlarbeiten im Bereich des 125 Meter langen Tunnels seien aber fertiggestellt.

Außerdem ruhen die Arbeiten an den Unterbauten der Brücken des künftigen Radweges, ergänzt Sprecherin Siebert. Da der Verlauf im Flusstal der Chemnitz liegt, waren die jährlichen Fischschonzeiten von Herbst bis Frühjahr bei der Bauzeitplanung zu beachten. Von Oktober bis April finden demnach keine Bauarbeiten dort statt. "Das betrifft alle Brücken", so Siebert.

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